Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Bürgerzentrums Ehrenfeld könnte jährlich zu einer hohen Einsparung bei den Energiekosten beitragen.
Photovoltaik-AnlageDas Bürgerzentrum in Ehrenfeld könnte Vorreiter in Köln sein

Im Büze und bei anderen städtischen Gebäuden wollen Dunja Karabaic und Jonathan Sieger die Nutzung der Solarenergie voranbringen.
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Das Dach des Bürgerzentrums Ehrenfeld (Büze) soll eine Photovoltaik-Anlage bekommen. Auch auf den anderen 13 Bürgerzentren der Stadt fände Jonathan Sieger, der Leiter des Büze, diese Investitionen sinnvoll. „Seit ungefähr eineinhalb Jahren sind wir an dem Thema dran. Von Minute eins war allen Beteiligten klar, dass das notwendig ist“, beschreibt Jonathan Sieger, Leiter des Büze, die Gespräche mit maßgeblichen Mitarbeitern des zuständigen Dezernats Soziales, Gesundheit und Wohnen. Dunja Karabaić vom Ehrenfelder Think Tank „Ökorausch“, der seit Juni mit seinem Projekt „Sommer Sonne Solar“ in Kooperation mit dem Büze das Interesse an der Solarenergie im Bezirk fördert, hält das für folgerichtig: „Wenn Köln, wie beabsichtigt, bis 2035 klimaneutral sein soll, müssen auch die städtischen Liegenschaften entsprechend verändert werden.“
PV-Anlage kann Strom liefern für eine Klimaanlage
Jonathan Sieger hofft darauf, dass sich die Stadt trotz der hohen Investitionskosten auch durch die teils extremen Hitzewellen in diesem Sommer zur baldigen Anschaffung einer PV-Anlage für das Büze veranlasst sieht: „Wenn es in den Innenräumen 40 Grad heiß wird, kann doch niemand vernünftig arbeiten. Auch die Besucher bleiben dann aus.“ Sieger meint auch, dass angesichts der zunehmend heißen Sommer in den Stadtteilen Schutzräume etwa für ältere Menschen vorgehalten werden sollten, in denen sie sich abkühlen können und kostenlos mit Wasser versorgt werden. Die Bürgerzentren könnten da vorangehen: „Von den PV-Anlagen bin ich doppelt überzeugt, seit ich weiß, dass man sie nicht nur zur Beheizung, sondern auch zur Kühlung von Räumen nutzen kann.“ Dazu muss man die PV-Anlage nämlich nur mit einer Klimaanlage koppeln.
Einsparungen in Höhe von 40.000 Euro jährlich
Nicht ganz unwichtig sind für Sieger, der im Oktober nach fünf Jahren das Büze verlässt, aber auch die Einsparungen durch die PV-Anlage. Nach Untersuchungen zur Statik der Gebäude wurde beschlossen, zunächst nur das Dach des Großen Saals, der 1980 angebaut wurde, mit PV-Modulen zu bestücken. „Damit könnten wir 40 Prozent unseres Energiebedarfs decken und rund 40.000 Euro jährlich an Energiekosten einsparen“, erzählt der Noch-Büze-Leiter. Was das Hauptgebäude an der Venloer Straße angeht, das einst von den seit 1869 hier ansässigen Bleiröhren- und Metall verarbeitenden Fabriken als Verwaltungsgebäude genutzt wurde, muss die Tragfähigkeit des Dachs noch einmal genauer geprüft werden. „Das wird aber kein großes Problem sein“, ist sich Sieger sicher, „peu à peu sollten die PV-Anlagen 100 Prozent des Energiebedarfs decken.“
Denn auf Einsparungen sei das Büze dringend angewiesen – aber nicht, um das eigene Angebot auszubauen. „In den vergangenen Jahren sind die Kosten gestiegen, auch die Energiekosten zum Beispiel, aber an den Zuschüssen der Stadt hat sich kaum etwas geändert“, so Sieger. „Wir brauchen die Einsparungen, um die Lücken zu schließen, so gut es geht.“
Dunja Karabaić hofft außerdem, dass die Installation einer PV-Anlage auf dem Büze-Dach ein Leuchtturmprojekt sein könnte, das den Ehrenfeldern zeigt, wie sinnvoll Solarenergie ist. Denn die Workshops, Vorträge und individuellen Beratungen im Rahmen des „Sommer Sonne Solar“-Projekts, das nach den Sommerferien mit neuen Veranstaltungen wieder aufgenommen wird, hätten vor allem gezeigt, dass es beim Thema Solarenergie noch große Berührungsängste und viel fehlendes Basiswissen gibt. „Das hat sich trotz des heißen Sommers leider nicht geändert.“ Aber „Ökorausch“ bleibt am Ball. „Mal sehen, wenn es die Projektmittel der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen erlauben, werden wir eine Anleitung drucken, die Schritt für Schritt erklärt, wie man zu einer PV-Anlage kommt“, sagt Karabaić.
Info-Box
Das Projekt „Sommer Sonne Solar“ wird am Samstag, 5. September, mit einem „Werkstattgespräch für Frauen“ fortgesetzt. Von 11 bis 14 Uhr können die Teilnehmerinnen im Ehrenfelder Bürgerzentrum, Venloer Straße 429, unter anderem Petra Grebing, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW, Fragen zum Thema stellen: „Wie geht das? Was brauche ich dafür? Kann ich das selber machen?“ und dabei Hemmungen im Umgang mit der Technik abbauen. Die Teilnahme ist kostenlos, um eine Reservierung wird gebeten.
https://rausgegangen.de/events/werkstattgesprach-fur-frauen-1
