Lena Kupkes erster Roman „Pause“ hat es bis in die Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste geschafft. Die Comedienne und Autorin, die sich inzwischen ganz aufs Schreiben konzentriert, erzählt darin von der 36 Jahre alten Hannah, die nach einem Zusammenbruch zu ihren Eltern zurückkehrt. Im Podcast „Talk mit K“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ spricht Kupke mit Anne Burgmer über ihren Weg zur Autorin und darüber, warum es manchmal einfach Zeit braucht, um Schicksalsschläge zu verarbeiten.
In „Pause“ geht es um Familiendynamiken, unterschiedliche Generationen und die Frage, wie wir Liebe zeigen. Hannah möchte über alles sprechen, ihre Eltern gehen mit schwierigen Situationen lieber pragmatisch um. Kupke erklärt, warum unerfüllte Erwartungen nicht automatisch bedeuten, dass man jemandem nicht wichtig ist. Gleichzeitig sei es entscheidend, Menschen in schweren Zeiten nicht allein zu lassen, nur weil man nicht weiß, was man sagen soll. Eine wichtige Botschaft ihres Romans lautet: „Du weißt nicht, wie stark du bist, bis du stark sein musst.“ Kupke möchte damit vor allem Frauen Mut machen. Nicht jede schwierige Lebensphase müsse sofort als Depression oder Burn-out eingeordnet werden. Manchmal brauche es schlicht Zeit, um Erlebtes zu verarbeiten, statt möglichst schnell wieder funktionieren zu müssen. Das sei einer der Gründe gewesen, warum sie „Pause“ geschrieben hat: „Es geht mir darum zu zeigen, dass die Verarbeitung von Schicksalsschlägen Zeit braucht. Und diese Zeit der Verarbeitung ist nicht automatisch eine Diagnose, eine Krankheit.“
Wie wichtig es ist, über schmerzhafte Erfahrungen zu sprechen, weiß Kupke auch aus eigener Erfahrung. Sie hat öffentlich über ihre Fehlgeburten gesprochen und das Thema auf der Comedy-Bühne aufgegriffen. Das Tabu führe häufig dazu, dass Betroffene sich isoliert und allein fühlten. Die Reaktionen auf ihren Auftritt hätten ihr gezeigt, wie tröstlich es sein kann, zu merken, dass andere Ähnliches erlebt haben. Im Gespräch geht es außerdem um Frauen in der Comedy-Branche, den Einfluss von Social Media und Kupkes Erfahrungen zwischen Großstadt und Land.

