Die von Abschiebung bedrohte Leverkusener Familie Rouf bleibt vorerst in Deutschland. Der amtlichen Aufforderung der Stadt Leverkusen, am Dienstag freiwillig und gemeinsam in ihr Herkunftsland Sri Lanka zu fliegen, kamen die in Leverkusen verbliebene Mutter und vier minderjährige Kinder nicht nach. Der 15 Jahre alte Sohn befindet sich derzeit zum Schutz vor einem Zugriff der Behörden im Kirchenasyl. Der Vater und eine 19 Jahre alte Tochter waren am vorigen Freitag von den Behörden in ein Abschiebeflugzeug nach Sri Lanka gesetzt worden. Sie sind in der Stadt Kalutara im Süden der Insel bei Verwandten untergekommen.
Nach einer Erörterung des Falls von Mitgliedern des Petitionsausschusses im Landtag mit Vertretern der Stadt sprach SPD-Fraktionschef Jochen Ott von einer „konstruktiven Einstellung“ aller am Verfahren Beteiligten. „Das lässt mich zumindest erwartungsvoll auf die kommenden Tage und Wochen blicken“, sagte er dieser Redaktion. Es gehe nach wie vor darum, das Beste für die betroffenen Kinder und ihre Familie zu bewirken. Dieser Verantwortung seien sich alle bewusst.
Wie Ott betonte auch Landtags-Vizepräsidentin Berivan Aymaz (Grüne), dass das Wohl insbesondere der minderjährigen Kinder im Vordergrund stehe. Der 15-Jährige solle schnell möglichst schnell zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zurückkehren können. „Der Platz des Jungen in dieser schwierigen Situation ist bei seiner Familie“, sagte Aymaz dieser Redaktion.
Zu den Ergebnissen der Beratungen im Ausschuss hat die Stadt Leverkusen eine Mitteilung in Aussicht gestellt. Da sich der Leverkusener Stadtrat bislang noch nicht mit dem Fall Rouf befasst hat, ist es denkbar, dass die Verwaltung sich für ihr Vorgehen politischer Rückendeckung versichern möchte. Mindestens bis zum Abschluss der Beratungen über die geplante Abschiebung dürfte es dann ein Moratorium geben. Die Härtefallkommission des Landes NRW hatte sich für einen Verbleib der Familie ausgesprochen. Der ebenfalls mit dem Verfahren befasste Petitionsausschuss wurde vom Vollzug der Abschiebung am Ende der vorigen Woche überrascht.


