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Nur „für einen kurzzeitigen Moment“?
Armin Laschet ohne Maske im Flugzeug gesehen

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Ein Bild zeigt, wie Armin Laschet ohne Maske in einem Flugzeug sitzt.

Düsseldorf – Ein Foto, das Armin Laschet in einem Flugzeug ohne Maske zeigt, hat eine Kontroverse über die politische Glaubwürdigkeit des Ministerpräsidenten von NRW ausgelöst. Ein Passagier, der bei einem Flug von Düsseldorf nach Berlin in der Nähe des CDU-Politikers saß, hatte Laschet im Gespräch mit seinem Sprecher ohne Mund- und Nasenschutz fotografiert und die Aufnahme an die Bild-Zeitung weitergeleitet.

Die Boulevardzeitung druckte das Foto am Freitag auf ihrer Titelseite ab. Der Zeuge behauptet, Laschet habe die Maske während der gesamten Flugzeit nicht getragen. Die Bild-Zeitung zitiert den Passagier mit den Worten: „Gerade die politischen Entscheidungsträger haben große Signalkraft für alle anderen. Wer sich über die Regeln stellt, kann deren Einhaltung auch nicht von anderen erwarten.“

Laschet ohne Maske: Empörung in der CDU

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In der Landes-CDU löste die Veröffentlichung des Bilds Empörung aus. „Die Skandalisierung dieser Momentaufnahme ist Teil einer Kampagne die Armins Chancen, CDU-Vorsitzender zu werden, schmälern soll“, sagte ein Mitglied des Landesvorstands unserer Zeitung. Auch in der Debatte zur Unterrichtung über die Coronamaßnahmen im Düsseldorfer Landtag wurde der Vorgang zum Thema. Laschet habe sich „erwischen lassen“, erklärte AfD-Fraktionschef Markus Wagner. Die politische Elite sei offenbar der Auffassung, dass die Regeln nur für „die Anderen“ gelten würden und nicht für sie selbst. Sarah Philipp, Fraktionsgeschäftsführerin der SPD im Landtag, verbreitete das Laschet-Foto bei Twitter. „Maskenlos zielsicher ins nächste Fettnäpfchen“, kommentierte die Politikerin aus Duisburg.

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Arndt Klocke, Vize-Fraktionschef der Grünen, nahm Laschet hingegen in Schutz. Jeder, der viel unterwegs sei, wisse, dass man zum Naseputzen oder Essen und Trinken auch mal den Mund-und Nasenschutz abnehmen müsse. „Dabei heimlich abfotografiert zu werden, ist voll daneben. Hier wird mal wieder versucht, Politikverdrossenheit zu schüren“, sagte der Politiker aus Köln.

Laschet hat im Flugzeug „selbstverständlich einen Mund-Nasen-Schutz getragen“

Laschet war im Anschluss an die Pressekonferenz zu den Bund-Länder-Gesprächen über die Coronamaßnahmen am Mittwochabend nach Berlin geflogen. Bei dem Auftritt hatte der Ministerpräsident die Öffentlichkeit auf harte Zeiten eingeschworen und Disziplin bei der Beachtung der Regeln angemahnt.

Die Düsseldorfer Staatskanzlei wies den Vorwurf, der Ministerpräsident habe die Maske über einen längeren Zeitraum nicht getragen, scharf zurück. „Ministerpräsident Armin Laschet hat während des genannten Fluges sowie an den Flughäfen selbstverständlich einen Mund-Nasen-Schutz getragen“, sagte ein Sprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Laschet habe das Tragen der Maske lediglich „für einen kurzzeitigen Moment zum Verzehr von Speisen und Getränken unterbrochen“. Unmittelbar danach habe der Ministerpräsident den Mund- und Nasenschutz wieder „vollständig aufgesetzt“. Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln sei für Laschet „nicht nur selbstverständlich“. Er sehe sie „als unbedingt notwendig an“, so der Sprecher.

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Die Fluggesellschaft Eurowings unterstützt diese Darstellung des Sprechers. „Die auf dem Foto der Bild-Zeitung gezeigte Situation kann nur ein kurzer Moment gewesen sein, denn sonst wäre es der Crew dieses Fluges selbstverständlich aufgefallen“, sagte der Kommunikationschef von Eurowings dem „Kölner-Stadt-Anzeiger“ auf Anfrage. Die Crews seien angehalten, für die Einhaltung der Maskenpflicht an Bord „freundlich, aber bestimmt“ zu sorgen und wenn nötig, auch wiederholt darauf hinzuweisen. Für diese sehr konsequente Anwendung hätten die Crews in den letzten Wochen sehr viel Zuspruch erhalten. Selbstverständlich sein es den Fluggästen aber gestattet, „zur Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme die Maske kurzzeitig abzunehmen“.

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