Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Doch Wehrpflicht?CDU kritisiert Pistorius-Äußerungen als „deplatziert“

Die CDU-Sicherheitspolitiker Norbert Röttgen und Thomas Röwekamp sehen größeren Personalbedarf für die Bundeswehr.

Von
Hält Rückkehr zur Wehrpflicht nicht für nötig: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)

Hält Rückkehr zur Wehrpflicht nicht für nötig: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)

Führende Außen- und Sicherheitspolitiker der Union haben sich irritiert über Äußerungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zur Wehrpflicht gezeigt. „Vorsichtiger Optimismus ist ok, voreilige Aussagen sind deplatziert“, sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Zwar seien die Zahlen zum Aufwuchs der Bundeswehr erfreulich. „Aber wir sind mit dem ersten Erfolg noch lange nicht da, wo wir hin müssen. Es sind die ersten fünf Kilometer eines Marathon.“

Sieht Personalaufwuchs der Bundeswehr erst am Anfang: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen.

Sieht Personalaufwuchs der Bundeswehr erst am Anfang: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen.

Pistorius hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass die Bundeswehr ihren Personalbedarf auch künftig ohne Rückkehr zur Wehrpflicht decken kann. Die Bundeswehr habe aktuell mit rund 190.000 Soldatinnen und Soldaten den höchsten Stand seit 13 Jahren, sagte der SPD-Politiker den Funke-Zeitungen. „Wenn sich der Kurs fortsetzt, haben wir keine Aufwuchsprobleme.“ Dann müsse es auch keine Diskussion geben über „eine wie auch immer auszugestaltende Wehrpflicht“.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, widersprach: „Entscheidend ist, dass die Bundeswehr schnellstmöglich die personelle Stärke erreicht, die sie für ihre Aufgaben braucht“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wenn die Freiwilligkeit dafür nicht ausreicht, müssen wir zur Wehrpflicht zurückkehren.

Die Debatte darüber und über ein allgemeines verpflichtendes Dienstjahr brauchen wir jetzt.“ Die sicherheitspolitische Lage lasse beim Personalaufwuchs keinen Spielraum.