Nach dem Angriff auf den Berliner CSD läuft eine bundesweite Fahndung. Die Ermittler sprechen von einem islamistischen Terroranschlag.
Bundesweite FahndungBluttat beim CSD gilt als „islamistischer Terroranschlag“ – Täter auf der Flucht

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister, spricht zur Presse, links im Bild steht Kai Wegner (CDU), Bürgermeister von Berlin.
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Nach dem Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) läuft die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter auf Hochtouren. Polizei und Bundespolizei suchen bundesweit nach dem 21-Jährigen – auch an Bahnhöfen, Flughäfen und den Grenzen, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mitteilte.

Nach Abdul B. wird als Tatverdächtigem gefahndet.
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Bei der Attacke am Samstagabend im Berliner Tiergarten soll der Tatverdächtige zunächst mit einem Auto Menschen angefahren haben. Anschließend soll er laut Dobrindt Passanten mit einer Machete angegriffen haben. Eine Frau kam ums Leben, 29 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Ermittler gehen von islamistischem Terroranschlag aus
Nach Angaben des Bundesinnenministers gehen die Ermittler von einem islamistischen Terroranschlag aus. „Darauf deutet alles hin“, sagte Dobrindt am Tatort. Der mutmaßliche Täter habe sich demnach radikalisiert und soll der islamistischen Szene angehören. Die Suche nach dem Mann stehe derzeit im Mittelpunkt der Ermittlungen.
Der Tatverdächtige ist nach Angaben Dobrindts deutscher Staatsbürger. Er wurde 2005 in Deutschland geboren und habe einen libanesischen Hintergrund. Seine Mutter sei im Jahr 2002 in Deutschland eingebürgert worden. „Er ist also als deutscher Staatsbürger hier zur Welt gekommen“, sagte Dobrindt.

Menschen demonstrieren am Brandenburger Tor nach dem Anschlag auf den Berliner CSD.
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Der Innenminister erklärte außerdem, der 21-Jährige sei bereits in der Vergangenheit „auffällig“ geworden. Er sprach von einem „hohen Maß von Straftaten“ und verwies auf eine frühere Verurteilung zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft habe dagegen Beschwerde eingelegt.
Laut „Spiegel“ soll er mit der Terrormiliz Islamischer Staat sympathisiert haben, „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR berichteten, er solle versucht haben, sich in Syrien dem IS anzuschließen. Der „Bild“ zufolge sollte Abdul B. am Montag zu einem Deradikalisierungskurs. Laut „Welt“ galt er als Gefährder.
Dobrindt fordert neue Prüfung von Sicherheitskonzepten
Nach dem Angriff hat Dobrindt Veranstalter von Großveranstaltungen und CSDs aufgefordert, ihre Sicherheitskonzepte erneut zu überprüfen. Es gebe weitere Großveranstaltungen und weitere CSDs, sagte der Minister. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten „noch einmal betrachtet“ und im Zweifel erhöht werden.
„Man kann nicht ausschließen, dass auch solche schrecklichen Taten, solche terroristischen Anschläge auch Nachahmer finden“, sagte Dobrindt. Das sei zwar nicht typisch für solche Situationen, aber nicht auszuschließen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verteidigte die Sicherheitsmaßnahmen beim Berliner CSD. „Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt“, sagte er in der Nähe des Tatorts. Die eigentliche Strecke des CSD sei nicht betroffen gewesen. „Dort ist der Täter nicht drauf gekommen“, erklärte Wegner.
Der Angriff habe sich jedoch rund 400 Meter neben der Strecke ereignet. Dort hätten sich ebenfalls viele Menschen aufgehalten – darunter Besucherinnen und Besucher, die die Veranstaltung verlassen hatten oder wieder dorthin zurückkehren wollten.
Trauer und Solidarität am Brandenburger Tor
Am Sonntag gedachten Hunderte Menschen am Brandenburger Tor der Opfer. Sie legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und hielten Regenbogenflaggen sowie Plakate mit Botschaften wie „Hass ist tödlich“ oder „Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf uns alle“ hoch.

Menschen trauern und demonstrieren vor dem Brandenburger Tor.
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Das schwule Anti-Gewalt-Projekt „Maneo“ hatte zuvor zu einem Trauermarsch aufgerufen. Die Veranstalter erklärten, der Anschlag habe einer „offenen, vielfältigen Gesellschaft“ gegolten. Im Mittelpunkt stünden die Opfer.
Auch in der Berliner St. Marienkirche wird heute der Betroffenen gedacht. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, sich dort öffentlich zu äußern. (dpa/red)

