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Trotz Hinrichtungen und FestnahmenDobrindt will keinen Abschiebestopp für Iran verhängen

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Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Ungeachtet der katastrophalen Zustände will der Innenminister weiter Menschen in den Iran abschieben. Ein Bundesland hatte einen Stopp verhängt.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will trotz der Lage im Iran keinen bundesweiten Abschiebestopp in das Land verhängen. „Wir haben ein großes Interesse daran in Deutschland, dass wir Straftäter abschieben“, sagte Dobrindt am Mittwoch im Bundestag bei einer Befragung der Bundesregierung. Deswegen sei er nicht bereit, einen Abschiebestopp zu verhängen. Da Abschiebungen in den Iran nur im Einvernehmen mit der dortigen Situation gelingen könnten, habe das in der Vergangenheit kaum stattgefunden und spiele deshalb auch kaum eine Rolle, erklärte der Minister.

Am Mittwoch hat das Bundesland Rheinland-Pfalz mit sofortiger Wirkung alle Abschiebungen in den Iran gestoppt. Die Landesregierung begründete ihre Entscheidung mit den jüngsten Gewalttaten des Regimes in Teheran gegen Demonstrierende.

Der Abschiebestopp gilt zunächst für drei Monate, kann nach Angaben der Landesregierung aber verlängert werden. Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen fordern einen bundesweiten Abschiebestopp. (kna)