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Gegen Iran-RegimeMehrere Demonstrationen mit Tausenden Menschen in Köln geplant

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Bereits 2023 kam es im Zuge der letzten Protestwelle im Iran zu Solidaritäts-Demos in Köln.

Bereits 2023 kam es im Zuge der letzten Protestwelle im Iran zu Solidaritäts-Demos in Köln.

Insgesamt sind über 2700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Wochenende angekündigt.

Aus Solidarität mit den Massenprotesten im Iran wollen am kommenden Wochenende auch in Köln mehrere tausend Menschen auf die Straße gehen. Für Samstag und Sonntag sind bei der Kölner Polizei bereits sieben Kundgebungen und Aufzüge mit Bezug auf die Proteste gegen das Mullah-Regime angemeldet. Insgesamt kündigten die Veranstalterinnen und Veranstalter mehr als 2700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an.

Am Samstag sind ab 13 Uhr zwei größere Kundgebungen geplant: auf dem Roncalliplatz mit 700 sowie auf dem Ottoplatz mit 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Bereits ab 12 Uhr wollen rund 500 Menschen vom Neumarkt durch die Innenstadt zum Rudolfplatz ziehen. Weitere kleinere Demonstrationen sind vor dem Dom und am Hauptbahnhof geplant.

Verkehrsbehinderungen in Köln am Wochenende wahrscheinlich

Am Sonntag ist ein weiterer Aufzug mit 800 angemeldeten Personen vom Heumarkt in Richtung Roncalliplatz vorgesehen. Dort soll zudem eine Kundgebung mit 300 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden.

Noch ist unklar, inwieweit sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verschiedenen Demonstrationen überschneiden und ob einzelne Veranstaltungen möglicherweise zusammengelegt werden. Für die kommenden Tage seien sogenannte Kooperationsgespräche zwischen Polizei und Demoanmeldern geplant, um organisatorische Fragen zu klären, bestätigte ein Polizeisprecher. Fest steht jedoch: Die Kölnerinnen und Kölner müssen sich auf Absperrungen und Verkehrsbehinderungen einstellen.

Zahlreiche Iran-Demonstrationen in Deutschland

Die Proteste im Iran hatten Ende Dezember begonnen. Auslöser waren eine massive Wirtschaftskrise und ein plötzlicher Absturz der Landeswährung Rial. In Teheran gingen zunächst wütende Händler auf die Straße, anschließend weiteten sich die Proteste auf das gesamte Land aus. Das genaue Ausmaß bleibt jedoch auch wegen der Internetsperren weiterhin unklar. Klar ist dagegen: Der Sicherheitsapparat reagiert mit massiver Gewalt.

Mindestens 648 Demonstrierende seien getötet worden, berichtete das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Weitere rund 10.700 Menschen seien demnach festgenommen worden. Berichte aus dem Iran sprechen aber mittlerweile von tausenden Toten, wobei sich diese Zahlen auch wegen der Internetsperre nicht bestätigen lassen.  

Bereits am vergangenen Wochenende hatte es Demonstrationen aus Solidarität mit den Menschen im Iran gegeben. Auch in Berlin und Frankfurt am Main gingen Menschen auf die Straße. Rund 1400 Personen hätten sich in Berlin an einer Demonstration vom Kurfürstendamm zum Adenauerplatz beteiligt, sagte ein Polizeisprecher. Am Wittenbergplatz hätten sich rund 300 Menschen versammelt. In Frankfurt gingen nach Angaben der Polizei bei mehreren Veranstaltungen rund 1800 Menschen auf die Straße.