Die Hisbollah droht Israel mit Angriffen auf Großstädte, während in Washington über eine Deeskalation verhandelt wird.
Eskalation im LibanonHisbollah droht mit Angriffen auf Tel Aviv und Haifa

Tel Aviv - hier am Bild - und Haifa wurden seit 2024 mehrfach Ziel von Angriffen der Hisbollah. (Archivbild)
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Die Hisbollah-Miliz hat Vergeltungsschläge gegen die israelischen Großstädte Tel Aviv und Haifa in Aussicht gestellt. Diese Drohung wurde inmitten von Gesprächen in den USA über den Libanon-Krieg geäußert. Sollte Israel erneut Beirut, dessen Vororte oder die libanesische Bekaa-Ebene attackieren, würden derartige Angriffe erfolgen, erklärte der Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati gegenüber dem katarischen Sender Al Araby. Zuvor hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu neue Offensiven im Gebiet um Beirut angedroht, falls die vom Iran unterstützte Hisbollah ihre Attacken auf Städte in Israel nicht beendet.
Ein Funktionär der Hisbollah, Bilal Lakkis, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Organisation auf nichts Geringerem als einem „umfassendes Kriegsende“ bestehe. Die schiitische Gruppierung werde es zudem nicht gestatten, dass sich israelische Streitkräfte im Libanon ungehindert zu Land, in der Luft oder auf See bewegen. Ebenso werde man verhindern, dass Israel eine „Realität der Besatzung im Süden des Libanons“ etabliert.
Gespräche in Washington ohne Hisbollah-Beteiligung
Parallel dazu finden in Washington direkte Unterredungen zwischen dem Libanon und Israel statt, die von den USA moderiert werden. An diesen Gesprächen, deren Fortsetzung für diesen Mittwoch geplant ist, nimmt die Hisbollah jedoch nicht teil. Ein Sprecher des US-Außenministeriums informierte, die Absicht sei, die „Misserfolgen der vergangenen 20 Jahre“ hinter sich zu lassen. Man strebe eine umfassende Vereinbarung an, die sowohl die Souveränität des Libanons als auch die Sicherheit Israels gewährleistet. Offiziell ist der libanesische Staat in dem Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel keine Kriegspartei.
Aus libanesischen Regierungskreisen verlautet, dass bei der Zusammenkunft am Mittwoch ebenfalls ein stufenweiser Rückzug der israelischen Einheiten aus dem Nachbarland im Norden thematisiert werden soll. Weitere Punkte seien der Einsatz der libanesischen Armee sowie die Konsolidierung der Waffenruhe, die im April ausgerufen wurde. Der israelische Sender Kan meldete unter Berufung auf informierte Kreise, dass die USA eine Ausbildung der staatlichen Armee des Libanon in Betracht ziehen, um eine Entwaffnung der Hisbollah voranzutreiben. Eine offizielle Bestätigung für diese Vorhaben liegt nicht vor.
Israelische Militäraktionen im Libanon
Vor wenigen Tagen sind israelische Bodeneinheiten in den Libanon bis nördlich des Flusses Litani vorgerückt, welcher in der Auseinandersetzung als bedeutende Demarkationslinie angesehen wird. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden dort Operationen gegen „Terror-Infrastruktur“ vollzogen. Bislang seien in dem Gebiet nördlich des Flusses über 100 Luftschläge ausgeführt und „Hunderte Waffen in Wohnhäusern“ aufgespürt worden. Ferner attackierte Israel am heutigen Tag ein Fahrzeug auf einer Schnellstraße im Süden von Beirut mittels einer Drohne, wie eine Reporterin der dpa meldete. Das israelische Militär kündigte an, den Vorgang zu untersuchen. (dpa/red)
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