Abo

Hochpolitisches WM-SpielPfiffe und Banner bei Partie des Iran gegen Neuseeland

3 min
WM 2026 - Iran - Neuseeland

Immer wieder waren während des Iran-Spiels politische Banner im Stadion zu sehen.

Pfiffe, Protestbanner und politische Gesten: Das WM-Spiel des Iran in L.A. wurde zur Bühne des Protests.

Das 2:2-Unentschieden des Iran gegen Neuseeland bei der Fußball-Weltmeisterschaft war mehr als nur ein Sportereignis. Im und um das Stadion in Inglewood, nahe Los Angeles, wurden zahlreiche politische Bekundungen im Kontext des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran sichtbar. In der Arena trafen dabei sowohl Befürworter als auch Kritiker des Kurses der Regierung in Teheran aufeinander.

Gegensätzliche Symbole im Stadion

Gezeigt wurde sowohl die gegenwärtige iranische Flagge als auch die historische Version aus der Ära vor der Islamischen Revolution. Letztere, bekannt als „Löwe-und-Sonne“-Flagge, gilt als Zeichen des Widerstands und findet in der südkalifornischen Diaspora breite Unterstützung. Innerhalb des Stadions setzte der Weltfußballverband FIFA per Gerichtsbeschluss das Recht durch, diese Symbole zu konfiszieren, was von Sicherheitskräften wiederholt umgesetzt wurde.

Ein häufig abgebildetes Transparent trug die Aufschrift „42.000 #IranMassacre“. Diese Nachricht wurde als Verweis auf die gewaltsame Unterdrückung von Protesten in Teheran zu Jahresbeginn gedeutet, bei der es Tausende Opfer gegeben haben soll. Eine andere kleine Gruppe hielt ein Plakat mit der Aufschrift „Minab168“ hoch. Dies erinnerte an den US-Angriff am Persischen Golf in Minab Ende Februar, bei dem mindestens 168 Schülerinnen im Alter von sieben bis zwölf Jahren getötet wurden.

WM 2026 - Iran - Neuseeland

Schon vor dem Spiel kam es zu Protestbekundungen.

Pfiffe während der Nationalhymne

Während der iranischen Nationalhymne, üblicherweise ein Moment der Besinnung bei Fußballpartien, ertönten laute Pfiffe. Die iranischen Akteure versammelten sich geschlossen am Mittelkreis und legten sich die Hand auf die Brust. Auf der Ehrentribüne verfolgte FIFA-Präsident Gianni Infantino die Vorkommnisse. „Ich freue mich, hier die Menschen im Iran zu unterstützen, ich unterstütze nicht das Regime“, sagte ein Fan vor dem Stadion in Los Angeles gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Die Treffer für den Iran wurden hingegen von lautem Jubel begleitet. „Zunächst einmal möchte ich unsere Fans in Los Angeles erwähnen. Die Atmosphäre während des Spiels war unglaublich - über die gesamten 90 Minuten hinweg“, erklärte Angreifer Mehdi Taremi.

WM 2026 - Iran - Neuseeland

In der Arena waren Anhänger und Gegner des Kurses Teherans.

Unterschiedliche Gesten beim Torjubel

Die Torschützen Ramin Rezaeian und Mohammad Mohebi feierten ihre jeweiligen Ausgleichstreffer mit verschiedenen Gesten. Rezaeian zog sein Trikot über den Kopf und bezeichnete diese Handlung nach dem Spiel vage als politisch, ohne sie weiter zu erläutern. Mohebis Jubel mit Fingern und Armen konnte als Geste interpretiert werden, die an in die Luft abgefeuerte Pistolenschüsse erinnerte.

Zusätzlich zeigte Mohebi offenbar den sogenannten „Freeze“-Jubel. Diese Geste wurde durch das Basketballteam der Los Angeles Lakers und den deutschen Weltmeister Dennis Schröder populär gemacht. Hierbei werden die Finger in die Beuge des Arms gelegt, um zu signalisieren, dass eine Aktion nervenstark vollendet wurde.

Mohebi selbst gab an, sein Jubel sei ihm spontan eingefallen. „Und ich wollte das für alle Fans machen, einfach als Jubel“, äußerte er, ohne einen besonderen Kontext zu nennen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.