In Islamabad gingen die Verhandlungen nach 21 Stunden ergebnislos zu Ende. Die Sorge vor einer Fortsetzung des Krieges wächst.
Verhandlungen ohne ErgebnisWas das Scheitern der Gespräche für den Konflikt bedeutet

Die Gespräche in Pakistan endeten ohne Ergebnis.
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Die diplomatischen Bemühungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die nach wochenlangen Auseinandersetzungen stattfanden, sind gescheitert. Die Gespräche in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, wurden nach 21 Stunden ergebnislos abgebrochen. Laut Meldungen der dpa waren die Erwartungen an das Treffen hoch, jedoch erwiesen sich die Standpunkte in wesentlichen Fragen als unvereinbar.
JD Vance, der US-Vizepräsident und Verhandlungsführer für Washington, äußerte, dass es an einer fundamentalen Zusage Teherans fehle, dauerhaft keine Nuklearwaffen anzustreben. Dies stellt eine zentrale Forderung der Vereinigten Staaten dar. Ismail Baghai, der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, sprach ebenfalls nicht über spezifische Streitpunkte, hob aber hervor, dass in anderen Bereichen eine Übereinkunft erzielt worden sei.
Uneinigkeit über die Straße von Hormus
Berichten iranischer Medien zufolge stellte die Straße von Hormus, eine entscheidende Route für den globalen Handel, den Hauptkonfliktpunkt dar. Teheran erhebt Anspruch auf die Hoheit über diese Wasserstraße, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, und beabsichtigt, ein Gebührensystem zu etablieren. Washington verlangt im Gegensatz dazu den ungehinderten und kostenfreien Transit von Schiffen, wie es die Praxis vor dem Konflikt war.

Nach 21 Stunden habe sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte US-Vizepräsident Vance.
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Ist der diplomatische Weg am Ende?
Obwohl das Treffen ohne Resultat blieb, halten beide Delegationen die Kommunikationskanäle offen. Laut Vance wurde Teheran eine Offerte unterbreitet. Ebenso schloss Baghai zukünftige Gespräche nicht aus. Auch Fachleute bewerten die Lage nicht als aussichtslos. Im Deutschlandfunk erklärte Bente Scheller, Nahost-Spezialistin der Heinrich-Böll-Stiftung, der zweiwöchige Waffenstillstand schaffe Raum für weitere Gespräche. Der Politikexperte Nico Lange äußerte auf der Plattform X, eine Einigung beim ersten Zusammentreffen sei unrealistisch gewesen.
Auf X führte der Sicherheitsexperte Peter Neumann aus, die Vereinigten Staaten hätten sich durch den Krieg strategisch in eine nachteilige Position gebracht. Um ihre Ziele zu verwirklichen, müssten die USA auf den Iran zugehen. Der saudisch finanzierte Kanal Al-Arabija spekuliert, dass beide Parteien auf Zeit spielen, um ihre militärische und politische Aufstellung zu überdenken.
Gefahr einer Wiederaufnahme der Kämpfe
Der Vermittler Pakistan drängte beide Parteien zur Einhaltung des zweiwöchigen Waffenstillstands. Dessen Stabilität ist jedoch prekär, vor allem weil seine Gültigkeit für den Libanon, Schauplatz von Kämpfen zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah, strittig ist. Vor den Verhandlungen hatte US-Präsident Donald Trump mit neuen Attacken gedroht, falls keine Übereinkunft erzielt würde. Nach dem Abbruch der Gespräche brachte er allerdings alternative Szenarien ins Spiel, beispielsweise eine maritime Blockade.
Israel signalisierte bereits, bereit zu sein, den Konflikt gemeinsam mit den USA fortzusetzen. Regierungschef Benjamin Netanjahu betonte, die Militäraktion sei noch nicht abgeschlossen. Einem Bericht des Senders Kan aus Israel zufolge würde ein erneuter Angriff auf den Iran „umfassend“ ausfallen und sich gegen die landesweite Infrastruktur richten.
Spannungen in der Meerenge halten an
Parallel zu den Gesprächen initiierte das amerikanische Militär eine Operation zur Beseitigung von Seeminen in der Straße von Hormus. Berichten zufolge sind zwei Zerstörer beteiligt. Die Revolutionsgarden des Iran dementierten diese Angaben und drohten, dass jeder Versuch von Kriegsschiffen, die Passage zu durchqueren, auf energischen Widerstand treffen würde.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist wichtig für die Weltwirtschaft. (Archivbild)
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Auswertungen von Beobachtungsdiensten zeigen, dass der Schiffsverkehr in der Wasserstraße nach wie vor erheblich reduziert ist. Der Verband Deutscher Reeder bekräftigte, dass der kommerzielle Verkehr größtenteils zum Erliegen gekommen ist, und appellierte an die Bundesregierung, sich für die Gewährleistung offener Seerouten einzusetzen. Eine Einschätzung des dänischen Analysehauses Risk Intelligence beziffert das aktuelle Verkehrsaufkommen auf unter zehn Prozent des normalen Volumens. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
