Abo

Live

Krieg in Nahost
Steinmeier nennt Iran-Krieg der USA „völkerrechtswidrig“

10 min

Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. US-Präsident Trump drängt auf Unterstützung durch die Nato. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

24. März

Irans Militärführung: Verteidigung bis zum finalen Sieg

13.38 Uhr: Irans Militärführung hat im Krieg gegen Israel und die USA Kompromisse und eine Kapitulation kategorisch ausgeschlossen. „Die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte werden die Souveränität des Landes standhaft verteidigen und diesen Weg bis zum finalen Sieg fortsetzen“, sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut dem staatlichen Rundfunk. Aliabadi ist der faktische Generalstabschef. Er leitet das Hauptquartier Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt.

Angriffe in Isfahan und anderen Teilen des Irans

Rauch steigt am 24. März 2026 von der Stelle eines israelischen Luftangriffs auf, der auf die östlichen Vororte der südlibanesischen Küstenstadt Tyros abzielte.

Rauch steigt am 24. März 2026 von der Stelle eines israelischen Luftangriffs auf, der auf die östlichen Vororte der südlibanesischen Küstenstadt Tyros abzielte.

12.16 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der Stadt Isfahan und anderen Teilen des Irans angegriffen. Einwohner der iranischen Hauptstadt Teheran berichteten von Explosionsgeräuschen. In der Mitteilung des Militärs war die Rede von einer „großangelegten Angriffswelle in Isfahan“. In anderen Gebieten seien Produktionsstätten des iranischen Machtapparats angegriffen worden. In Israel gab es derweil Berichte über neue Raketenangriffe aus dem Iran, unter anderem in den Küstenstädten Eilat und Aschkelon gab es Raketenalarm.

Israel will Gebiet bis Litani-Fluss im Libanon kontrollieren

11.49 Uhr: Israel will nach Angaben des Verteidigungsministers bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. „Alle Brücken über den Litani, die von der Hisbollah für den Transport von Kämpfern und Waffen genutzt wurden, wurden gesprengt – und die israelische Armee wird die übrigen Brücken und das Sicherheitsgebiet bis zum Litani kontrollieren“, sagte Israel Katz nach Angaben seines Büro bei einer Beratung mit Militärs im Hauptquartier der Armee in Tel Aviv.

Die Bodentruppen würden weiter in den Libanon vorstoßen, kündigte Katz an. Wo sie gegenwärtig genau stehen, ist aber unklar. Israel teilt die Positionen seinen Truppen grundsätzlich nicht mit.

Steinmeier kritisiert Iran-Krieg der USA als „völkerrechtswidrig“

9.43 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als „völkerrechtswidrig“ kritisiert. „Unsere Außenpolitik wird nicht überzeugender dadurch, dass wir Völkerrechtsbruch nicht Völkerrechtsbruch nennen“, sagte Steinmeier am Dienstag in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin. „Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig - daran gibt es wenig Zweifel“, sagte er. Damit schlug Steinmeier einen anderen Ton an als die Bundesregierung, die bisher vermieden hat, den Krieg als völkerrechtswidrig einzustufen.

Mindestens 15 Kämpfer von pro-iranischem Netzwerk bei Luftangriff im Irak getötet

8.51 Uhr: Bei einem Luftangriff im Westen des Irak sind mindestens 15 Kämpfer eines pro-iranischen Netzwerks getötet worden. Es habe sich um einen Angriff der USA gehandelt, teilte das Netzwerk Hasched al-Schaabi am Dienstagmorgen mit. Getötet wurde demnach unter anderem der örtliche Kommandant der Provinz Anbar, Saad Dawai al-Baidschi.

Zuvor hatte es aus Kreisen des Netzwerks geheißen, der Angriff habe einem Treffen von Kommandanten auf einem Stützpunkt in der Provinz Anbar gegolten. Sicherheitskreisen zufolge wurden die Verletzten in einem Krankenhaus behandelt.

Israelische Armee greift Ziele im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut an

7.25 Uhr: Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Angriffe visierten Infrastruktur der pro-iranischen Hisbollah-Miliz an, erklärte die israelische Armee in der Nacht zum Dienstag. Zuvor hatte die Armee die Bewohner südlicher Vororte von Beirut zur Evakuierung aufgerufen.

Live-Aufnahmen von AFPTV zeigten Rauchwolken über den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von einer Reihe von Angriffen in dem Gebiet. In und um Beirut seien niedrig fliegende israelische Kampfflugzeuge zu hören gewesen. NNA meldete außerdem weitere israelische Angriffe im Südlibanon.

Die israelische Armee richtete zudem einen Evakuierungsaufruf an die Bewohner von zwei Küstenstädten nahe der südlibanesischen Stadt Tyrus.

Iran startet neue Salve von Raketen auf Israel

4.50 Uhr: Die iranischen Streitkräfte haben dem iranischen Staatsfernsehen zufolge eine neue Salve von Raketen auf Israel abgefeuert. Die iranischen Raketen hätten „mehrere israelische Luftabwehrsysteme durchdrungen“, erklärte der staatliche iranische Fernsehsender Irib am Dienstagmorgen. Die israelische Armee erklärte, sie habe anfliegende iranische Raketen geortet und arbeite daran, sie abzufangen.

24.03.2026, Israel, Tel Aviv: Ein israelischer Soldat geht durch die Trümmer eines iranischen Raketenangriffs. Foto: Itai Ron/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein israelischer Soldat geht durch die Trümmer eines iranischen Raketenangriffs.

Bei einem vorherigen iranischen Angriff war bereits ein Gebäude im Norden Israels getroffen worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom veröffentlichte ein Video eines beschädigten Gebäudes und teilte mit, dass es bei dem Vorfall keine Todesopfer gegeben habe.

23. März

Lufthansa-Airlines fliegen bis Herbst nicht nach Nahost

19.01 Uhr: Die Airlines des Lufthansa-Konzerns meiden wegen des Iran-Kriegs viele Ziele in Nahost noch für längere Zeit. Einzelne Flughäfen wie Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran sollen bis zum 24. Oktober nicht mehr angeflogen werden, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilt. Es führt dafür Sicherheitsrisiken und betriebliche Gründe an. Eine kürzere Frist wählt in dieser Flughafen-Gruppe nur die Direktflugtochter Eurowings, die Beirut und Erbil zunächst nur bis zum 30. April ausgesetzt hat.

Die genannten Fristen gelten für die Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Edelweiss und Lufthansa Cargo. Die Flughäfen in Dubai und Tel Aviv sollen sie bis zum 31. Mai nicht anfliegen. Frachtflüge der Lufthansa Cargo und Eurowings-Passagierflüge in Israels Metropole pausieren zunächst bis zum 30. April.

Trump: Einigkeit mit Iran in 15 Punkten erzielt

16.28 Uhr: Die USA und der Iran sind sich nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump bei rund 15 Punkten einer möglichen Vereinbarung einig geworden. „Sie werden nie Atomwaffen haben. Sie haben dem zugestimmt“, sagte der Republikaner vor Reportern in Florida.

Es gebe wesentliche Übereinstimmungen in den meisten Punkten. Iran wolle unbedingt einen Deal zur Beendigung des Kriegs machen und die USA auch, sagte Trump. Man werde am heutigen Montag voraussichtlich miteinander telefonieren. Trump sagte auch, man verhandle mit einer Person, von der er nach eigenen Angaben glaubt, dass sie die angesehenste sei. Es handele sich nicht um den obersten Führer Modschtaba Chamenei.

Zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass er wegen „produktiver Gespräche“ mit dem Iran mögliche Angriffe auf dortige Kraftwerke verschiebe. 

Merz „dankbar“ für Vertagung von Trumps Plänen

14.27 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Pläne für Angriffe auf Kraftwerke im Iran zu vertagen, begrüßt. „Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat, dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt und jetzt auch die Möglichkeit für unmittelbare und direkte Kontakte mit der iranischen Führung eröffnet“, sagte Merz am Montag in Berlin.

Er habe am Sonntag mit Trump telefoniert und dabei mit dem US-Präsidenten auch über die Lage im Mittleren Osten gesprochen, sagte der Kanzler weiter. „Ich habe ihm meine Bedenken im Hinblick auf die angekündigten Angriffe auf die Kraftwerke im Iran vorgetragen.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Pressekonferenz am Montag.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Pressekonferenz am Montag.

Iran widerspricht Trump: Keinerlei direkte Kontakte

13.25 Uhr: Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington laufen. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.

Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten, und verwies dabei auf „produktive Gespräche“ über ein Ende der gegenseitigen Angriffe. Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

Die Agentur Fars zitierte eine anonyme Quelle im iranischen Machtapparat, wonach Trump zurückgerudert sei, nachdem er gehört habe, dass alle Kraftwerke in Westasien Ziele iranischer Angriffe sein würden. Tasnim schrieb, Trump habe sich „vom Druck der Finanzmärkte“ überzeugen lassen. Der Iran werde die Verteidigung fortsetzen, „bis die notwendige Abschreckung erreicht ist“.

Trump verschiebt Ultimatum – „produktive“ Gespräche mit Iran

12.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Worten angesichts produktiver Gespräche mit dem Iran über ein Ende der Kämpfe in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen. Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

China warnt vor „unkontrollierbarer Lage“ in Nahost

10.57 Uhr: China hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran zur Öffnung der wichtigen Straße von Hormus vor einer weiteren Eskalation gewarnt. „Sollte sich der Krieg ausweiten und die Lage sich erneut verschlechtern, könnte die gesamte Region in eine unkontrollierbare Situation stürzen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Lin Jian am Montag vor Journalisten auf Nachfrage zu Trumps Äußerungen.

Trump hatte dem Iran am Samstag ein Ultimatum gestellt. Sollte der Iran die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden wieder für den Schiffsverkehr freigeben, „werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören“, erklärte der US-Präsident. Die Frist läuft am Dienstag um 1.44 Uhr MEZ ab.

Straße von Hormus: Japan will Iran nicht um Erlaubnis bitten

9.37 Uhr: Die japanische Regierung will den Iran nicht um Erlaubnis für die Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus bitten. Auf die Frage, ob die Regierung den Iran auffordern werde, japanische Schiffe die Straße von Hormus passieren zu lassen, sagte der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi am Sonntag dem Fernsehsender Fuji Television, dass Tokio dies „momentan“ nicht in Betracht ziehe.

Iran droht nach Trump-Ultimatum mit Vergeltung

8.19 Uhr: Der Iran droht nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien, teilten die iranischen Revolutionsgarden über den Staatssender Irib mit.

Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an. Einzelne Schiffe passieren die Meerenge aber auch.

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und „ohne Drohungen“ öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, „beginnend mit dem größten!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der Iran hatte im Gegenzug bereits angekündigt, in diesem Fall alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Nun drohten die Revolutionsgarden zudem, alle Kraftwerke, Energieinfrastrukturen und Informations- und Kommunikationstechnologie Israels anzugreifen - und „alle vergleichbaren Unternehmen in der Region mit US-Anteilseignern“.

Ein Toter bei Angriff auf Rundfunkstation im Süden des Iran

5.37 Uhr: Bei einem Angriff auf eine Rundfunkstation in Bandar Abbas gegenüber der Straße von Hormus im Süden des Iran ist iranischen Staatsmedien zufolge mindestens ein Mensch getötet worden. Bei dem „völkerrechtswidrigen“ Angriff sei einer der Sicherheitsmitarbeiter des Zentrum getötet und ein weiterer Mensch verletzt worden, erklärte der iranische Staatssender Irib am Montag. Ziel des Angriffs sei eine Sendeanlage des „Radio- und Fernsehzentrums des Persischen Golfs“ gewesen.

Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

Israelische Armee startet „groß angelegte“ Angriffswelle auf Teheran

3.36 Uhr: Die israelische Armee hat erneut eine „groß angelegte“ Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Die Angriffe zielten auf „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ ab, erklärte die israelische Armee am Montagmorgen im Onlinedienst Telegram.

Iranische Medien berichteten derweil von Explosionen und Angriffen in Teheran. „Explosionen zu hören in Teheran“, berichtete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Mehr. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars berichtete von „Luftangriffen auf Teile von Teheran“ und nannte fünf Gebiete, aus denen „schreckliche Geräusche von Explosionen“ gemeldet worden seien.

red/dpa/afp