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Reedereien unter ZeitdruckDiese Kreuzfahrtschiffe stecken im Nahen Osten fest – TUI und AIDA mit drastischen Maßnahmen

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„Mein Schiff 5“ liegt im Hafen von Doha seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten fest.

„Mein Schiff 5“ liegt seit Ausbruch des Krieges im Hafen von Doha fest.

Wegen des Krieges gegen den Iran geraten einige Reedereien in Zeitverzug. Das müssen Reisende wissen.

Der Krieg gegen den Iran sorgt nicht nur an den Tankstellen für explodierende Preise. Auch viele deutsche Kreuzfahrturlauber sind betroffen, denn aktuell stecken sechs Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf fest und können ihre Reise nicht fortsetzen. Dazu gehören auch die beiden Schiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von Tui Cruises in Abu Dhabi beziehungsweise Doha.

Für „Mein Schiff 5“ wird es besonders eng, denn der Ozeanriese sollte eigentlich am 17. April von Palma de Mallorca aus in die Sommersaison im Mittelmeer starten. Am 24. April ist die Ankunft im Basishafen Heraklion auf Kreta geplant.

„Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von Tui Cruises stecken fest

Schon jetzt nehmen viele führende Reedereien ihre Winterangebote für die Orient-Reisen aus dem Programm. So hat beispielsweise AIDA das Kreuzfahrtprogramm für den Winter 2026/27 bereits komplett gestrichen. Die Reedereien MSC, Costa Cruises und Celestyal folgten diesem Beispiel.

„Da die Lage im Nahen Osten weiterhin ungewiss und für die nächste Zeit nicht verlässlich einschätzbar ist, haben wir entschieden, frühzeitig die Orient-Reisen mit AIDAprima in der Wintersaison 2026/27 abzusagen. Dies betrifft auch die damit verbundenen  Positionierungsfahrten von AIDAprima rund um Afrika im Herbst 2026 und im Frühling 2027“, heißt es in der Pressemitteilung von AIDA.

Persischer Golf ideal für Kreuzfahrten im Winter

Die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten ist der Hauptgrund für die Stornierungen. Von den Stornierungen sind Kreuzfahrten nicht nur aus sicherheitstechnischen, sondern auch aus logistischen Gründen betroffen.

Viele beliebte Routen beginnen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und verlaufen durch den Persischen Golf. Darüber hinaus können auch Überführungsfahrten um Afrika herum durch den eskalierten Konflikt mit dem Iran beeinträchtigt werden, sodass die Auswirkungen der Umplanungen möglicherweise weit über die Golfregion hinausgehen.

Nach dem Kriegsausbruch Ende Februar wurden zahlreiche deutsche Reisende aus dem Nahen Osten evakuiert und in Sicherheit gebracht, darunter auch die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe. Die Crews blieben jedoch zurück. Jetzt liegen die leeren Schiffe im Stand-by-Modus in den Häfen, während die Urlauber zu Hause mit großer Unsicherheit die weitere Entwicklung beobachten.

Kreuzfahrten werden immer beliebter

Kreuzfahrten im Persischen Golf haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem etablierten Wintergeschäft entwickelt. Vor allem Dubai fungiert dabei als zentraler Ein- und Ausschiffungshafen. In der Saison bieten Reedereien von dort aus typischerweise Rundreisen mit Stopps in den VAE (z. B. Abu Dhabi), Katar (Doha), Oman oder Bahrain an.

Die Golfregion punktet dabei mit planbarem Wetter in den europäischen Wintermonaten und einer stark auf Tourismus ausgerichteten Infrastruktur. Deshalb haben viele Anbieter Dubai und die anderen Ziele inzwischen fest im Programm. (mbr)