Eine Kölner Initiative für den Dialog im Nahostkonflikt wird mit dem Aachener Friedenspreis 2026 ausgezeichnet. Auch US-Aktivisten werden geehrt.
Verständigung im NahostkonfliktAachener Friedenspreis geht nach Köln – Initiative erhält Auszeichnung

Jüdische und palästinensische Menschen kämpfen gemeinsam für den Frieden: Dafür stehen die Kölnerinnen Swetlana Nowoshenowa (r.) und Zeynep Karaosman. (Archivbild)
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Die Kölner Initiative „Palestinians and Jews for Peace“ wird mit dem Aachener Friedenspreis 2026 ausgezeichnet. Das teilte der Verein des Friedenspreises am Freitag mit. Die Gruppe setzt sich seit den Terroranschlägen der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 für den Dialog zwischen jüdischen und palästinensischen Menschen ein.
Nach Angaben des Vereins engagiert sich die ehrenamtliche Initiative für einen respektvollen Austausch und gegen vereinfachende Täter-Opfer-Erzählungen im Nahostkonflikt. Ziel sei es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Polarisierung zu überwinden.
„Palestinians and Jews for Peace“ stehen „an der Seite von Menschen“
Die Initiative besteht aus jüdischen, palästinensischen und weiteren Unterstützern aus Köln. Sie organisiert Begegnungsformate und Aktionen, die gegenseitiges Verständnis fördern sollen, aber auch Demonstrationen.
Die Initiative betont, sie wolle sich klar auf die Seite der Betroffenen stellen. „Wir stehen an der Seite von Menschen – nicht von Flaggen, nicht von Nationen und nicht vom Krieg“, heißt es. So wolle man den Diskurs in Deutschland verändern.
Auch Einsatz für Migranten und gegen US-Gewalt geehrt
Neben der Kölner Gruppe werden auch die US-Organisation Unidos MN sowie das Team des queeren Sexshops „The Smitten Kitten“ aus Minneapolis ausgezeichnet. Geehrt wird deren Einsatz gegen Gewalt im Zusammenhang mit Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE sowie ihre Unterstützung für Migrantenfamilien.
Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 vergeben und zeichnet Menschen und Initiativen aus, die sich an der Basis für Frieden und Verständigung einsetzen. Jeder kann Vorschläge einreichen, die Entscheidung über die Preisträger trifft die Mitgliederversammlung des Trägervereins. Die Auszeichnung ist jeweils mit 2000 Euro dotiert. (afp/kna/red)
