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Kommentar

Anschlag auf CSD
Schluss mit zweierlei Maß

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Eine Regenbogenflagge hängt an einem Mast. In Berlin war am Samstag am Rande des Christopher Street Day ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. (Archivbild)

Eine Regenbogenflagge hängt an einem Mast. In Berlin war am Samstag am Rande des Christopher Street Day ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. (Archivbild)

Wer gegen rechten Terror aufsteht, muss auch Islamisten entschieden entgegentreten. 

Der islamistische Anschlag auf den Berliner CSD muss mit derselben Entschlossenheit verurteilt und bekämpft werden wie jeder rechtsextreme Terroranschlag. Denn er richtet sich nicht nur gegen Menschen, die lieben, wen sie wollen, sondern gegen unser aller Freiheit.

Terror ist Terror. Es darf keine doppelten Maßstäbe geben. Nach rechtsextremen Anschlägen gehen Hunderttausende auf die Straße – völlig zu Recht. Doch warum bleibt die öffentliche Reaktion oft leiser, wenn Islamisten morden? Warum tun sich Teile der politischen Linken so schwer, Islamismus ebenso konsequent zu benennen? Wir werden sehen, ob es diesmal anders ist.

Erklärungen allein reichen nicht

Hat doch Kevin Kühnert den Islamismus schon vor Jahren den „blinden Fleck“ der politischen Linken genannt. Als er von homophoben Anfeindungen durch muslimische Männergruppen berichtete, wurde ihm vorgeworfen, rassistische Vorurteile zu bedienen. Solche Abwehrreflexe verhindern die notwendige Debatte über Homophobie und Antisemitismus in Teilen migrantischer Milieus.

Islamismus ist keine Religion, sondern eine totalitäre Ideologie. Er richtet sich gegen Homosexuelle, Juden, Frauenrechte und Demokratie. Wer für queere Rechte eintritt, muss ihn genauso bekämpfen wie Rechtsextremismus. Auch muslimische Verbände und Gemeinden sind gefordert. Erklärungen allein reichen nicht.

Unsere gemeinsamen Werte gelten immer und für alle

Wo sind die großen Demonstrationen derjenigen, die ihren Glauben friedlich leben und den Islamisten öffentlich jede Deutungshoheit über ihre Religion nehmen?

Der Rechtsstaat muss konsequent handeln: Hassprediger dürfen sich nicht hinter Religionsfreiheit verstecken. Extremistische Vereine müssen verboten beziehungsweise zerschlagen, Moscheen bei nachgewiesener Hetze oder Radikalisierung geschlossen werden.

Eine offene Gesellschaft definiert sich über gemeinsame Werte: Freiheit, Gleichberechtigung, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und das Existenzrecht Israels. Nach diesem Anschlag muss deshalb Schluss sein mit doppelten Maßstäben und blinden Flecken. Unsere gemeinsamen Werte gelten immer und für alle. Oder irgendwann gar nicht mehr.