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Krieg in Nahost
Libanon will mit Israel verhandeln – Merz sieht Iran in der Verantwortung

17 min
Menschen schwenken iranische Flaggen und halten Plakate des verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei, die ihn in verschiedenen Altersstufen zeigen, während einer Kundgebung zur Unterstützung seines Sohnes Ajatollah Mojtaba Chamenei, der die Nachfolge seines Vaters als neuer Oberster Führer antritt.

Menschen schwenken iranische Flaggen und halten Plakate des verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei, die ihn in verschiedenen Altersstufen zeigen, während einer Kundgebung zur Unterstützung seines Sohnes Ajatollah Mojtaba Chamenei, der die Nachfolge seines Vaters als neuer Oberster Führer antritt. 

Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. In Dubai trifft eine Drohne den Flughafen. Der Iran stellt Bedingungen. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

9. März 2026

Merz: Der Iran ist das Zentrum des internationalen Terrorismus

18.12 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht die Verantwortung für ein Ende des Iran-Krieges bei der Führung in Teheran. „Je schneller das Mullah-Regime aufhört, je schneller ist dieser Krieg beendet“, sagte er in Berlin. „Es liegt allein bei diesem Regime und den sogenannten Revolutionsgarden, die Kampfhandlungen einzustellen.“ Solange das nicht der Fall sei, gehe er davon aus, dass Israel und Amerika „ihre Verteidigung“ gegen den Iran fortsetzten, denn dessen Bedrohung reiche weit über das Land und die Region hinaus.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einer Pressekonferenz.

Merz sagte, er habe über das Wochenende mit Staats- und Regierungschefs aus der Region gesprochen. „Allerdings ist im Augenblick nicht absehbar, wann das Mullah-Regime bereit ist, die Kampfhandlungen gegen die Nachbarschaft einzustellen.“ Die Bedrohung Israels und der Golfstaaten halte an und werde täglich durch Angriffe auf zivile Gebäude und Militäreinrichtungen gezeigt.

Der Kanzler betonte nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien: „Der Iran ist das Zentrum des internationalen Terrorismus, und dieses Zentrum muss geschlossen werden. Und die Amerikaner und die Israelis tun das auf ihre Weise.“

Kallas fordert Israel zum Einstellen der Kampfhandlungen im Libanon auf

18.05 Uhr: Angesichts der Ausweitung des Iran-Kriegs auf den Libanon hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas Israel zum Einstellen der Kampfhandlungen im Nachbarland aufgefordert. „Israel sollte seine Aktivitäten im Libanon einstellen“, erklärte Kallas am Montag. Israel habe zwar das Recht zur Selbstverteidigung, seine Reaktion auf die Angriffe der Hisbollah sei jedoch „überzogen“, fuhr Kallas fort.

Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht im Gebäude des Europäischen Rates mit Medienvertretern.

Kaja Kallas, Außenbeauftragte der Europäischen Union, spricht im Gebäude des Europäischen Rates mit Medienvertretern.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar war auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Kallas forderte die Hisbollah auf, ihre Waffen abzugeben und jegliche Aktionen gegen Israel einzustellen. Mit Blick auf Israel erklärte sie, dessen Vergeltungsschläge führten zur „massenhaften Vertreibungen“ und drohten die Situation weiter zu destabilisieren. Diplomatie und eine Rückkehr zur im November 2024 vereinbarten Waffenruhe böten die „beste Chance, zu verhindern, dass der Libanon ins Chaos abrutscht“.

Libanon schlägt direkte Verhandlungen mit Israel vor

17.34 Uhr: Libanons Präsident Joseph Aoun schlägt angesichts der zugespitzten Lage zwischen seinem Land und Israel direkte Verhandlungen mit dem Nachbarland vor. Seine Idee basiere auf vier Punkten: ein vollständiger Waffenstillstand, eine sofortige Bereitstellung logistischer Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte, eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah und direkte Verhandlungen zwischen Libanon und Israel unter internationaler Schirmherrschaft. Mehr als 600.000 Menschen seien im Libanon im Zuge der jüngsten Eskalation bereits vertrieben worden, betonte Aoun. „Einige von ihnen irren auf den Straßen umher, ohne Obdach und ohne die grundlegendsten Lebensnotwendigkeiten“, sagte er.

Flammen steigen nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, auf.

Flammen steigen nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, auf.

EU startet Hilfsflüge für Menschen im Libanon

16.33 Uhr: Die EU organisiert Hilfsflüge für die unter dem neuen Nahost-Krieg leidende Zivilbevölkerung im Libanon. Nach den Plänen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sollen für rund 130.000 Menschen Notfallvorräte mobilisiert werden. Ein erster Flug sei für diesen Dienstag geplant. Von der Leyen kündigte die EU-Hilfe in einer Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus Ländern des Nahen Ostens zum Krieg im Iran an. Mit dabei waren Vertreter Jordaniens, Ägyptens, Bahrains, des Libanon, Syriens, der Türkei, Armeniens, des Irak, Katars, Kuwaits, der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und Omans sowie für die EU auch Ratspräsident António Costa.

Nato bestätigt erneuten Abschuss einer Rakete über der Türkei

15.28 Uhr: Die Nato hat das erneute Abfangen einer Rakete nahe der Türkei bestätigt. Die Nato habe „wieder eine Rakete auf ihrem Weg Richtung Türkei abgefangen“, erklärte eine Sprecherin am Montag im Onlinedienst X. Die Allianz sei unverändert bereit, „ihre Verbündeten gegen jegliche Bedrohung zu verteidigen“, betonte sie.

Das türkische Verteidigungsministerium hatte zuvor den Abschuss einer ballistischen Rakete aus dem Iran im türkischen Luftraum gemeldet. Demnach gingen Raketensplitter auf offenem Gelände in der an Syrien grenzenden Türkischen Region Gaziantep nieder. Bereits am vergangenen Mittwoch war eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete von einem Nato-Abwehrsystem im türkischen Luftraum abgefangen worden. Das Verteidigungsbündnis hatte den Iran umgehend dafür verurteilt, das Nato-Mitglied Türkei „ins Visier zu nehmen“.

Toter bei iranischem Raketenangriff auf Israel

11.29 Uhr: Bei einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel ist nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom berichtete, bei dem Angriff im Großraum Tel Aviv sei ein rund 40-jähriger Mann getötet worden. Ein weiterer Mann sei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss sei auf einer Baustelle eingeschlagen, bei den Betroffenen handelte es sich um Bauarbeiter. Es habe auch an anderen Orten im Großraum Tel Aviv Einschläge gegeben.

Von der Leyen: EU kann alte Weltordnung nicht länger hüten

11.05: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert angesichts der internationalen Lage einen radikalen Kurswechsel in der europäischen Außenpolitik. Europa könne nicht länger ein Hüter der alten Weltordnung sein - sie sei Vergangenheit und werde nicht zurückkommen, sagte sie bei einem Treffen von EU-Botschaftern in Brüssel. Man werde die regelbasierte Ordnung immer verteidigen und bewahren, aber man könne sich nicht mehr darauf verlassen, dass sie der einzige Weg sei, die eigenen Interessen zu verteidigen.

Ursula von der Leyen sieht dringenden Handlungsbedarf und warnt vor einem Trugschluss.

Ursula von der Leyen sieht dringenden Handlungsbedarf und warnt vor einem Trugschluss.

Von der Leyen sprach sich dafür aus, eine stärker interessengeleitete Außenpolitik zu verfolgen. „Wir müssen bereit sein, unsere Macht selbstbewusster einzusetzen - zum Beispiel zur Bekämpfung von Aggression und Einflussnahme aus dem Ausland mit all unseren Instrumenten – ob wirtschaftlich oder diplomatisch, technologisch oder militärisch“, erklärte sie. Auch könne es darum gehen, mehr Pragmatismus bei Geschäften an den Tag zu legen.

Türkei schickt F-16-Kampfjets in besetzten Norden Zyperns

10.07 Uhr: Die Türkei hat sechs Kampfjets in den von ihr kontrollierten Norden der Mittelmeerinsel geschickt. Zyprische Medien zeigten Bilder von der Landung der F-16-Jets auf dem Flughafen Ercan. Er liegt nordöstlich von der Hauptstadt Nikosia, aber in dem Teil Zyperns, der von türkischen Truppen besetzt ist und nur von Ankara als Türkische Republik Nordzypern anerkannt wird.

Neben den Kampfjets seien auch Luftverteidigungssysteme in den Norden Zyperns verlegt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Der Einsatz ziele darauf ab, die Sicherheit Nordzyperns „angesichts der jüngsten regionalen Entwicklungen“ zu stärken, erklärte Ministerium auf der Plattform X. Je nachdem, wie sich die Lage weiter entwickele, könnten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

„Rettet unsere Mädchen“: Sorgen um Irans Fußballerinnen

8.35 Uhr: Um Irans Fußballerinnen gibt es nach dem Aus beim Asien-Cup große Sorgen. In der Heimat droht dem Team der Zorn des Regimes. Der Grund liegt ein paar Tage zurück: Beim ersten Vorrundenspiel gegen Südkorea (0:3) hatten die Spielerinnen auf das Singen der Nationalhymne verzichtet - ein Schritt, der als offener Protest gegen die Führung gewertet wird und nach Einschätzung von Menschenrechtsgruppen ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Ein Kommentator bezeichnete die Spielerinnen im Staatsfernsehen als „Kriegsverräterinnen“ und forderte Konsequenzen.

Macron reist wegen Iran-Kriegs nach Zypern

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron

6.42 Uhr: Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs reist der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag nach Zypern. Mit seinem Besuch wolle er die „Solidarität“ Frankreichs mit dem EU-Partner zum Ausdruck bringen, teilte der Elysée-Palast am Sonntag mit. Vor wenigen Tagen war der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart getroffen worden.

EU-Spitzen sprechen mit Staats- und Regierungschefs der Kriegsregion

5.03 Uhr: Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs sprechen EU-Ratspräsident António Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag per Videokonferenz mit Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion. Bei dem Austausch soll es unter anderem um die weitere Unterstützung der EU und ihrer Mitgliedstaaten für die Länder in der Region gehen, erklärte eine Sprecherin Costas. Bei dem Gespräch soll zudem über „Wege zur Beendigung“ des Iran-Kriegs gesprochen werden.

Bahrain meldet Verletzte bei iranischem Drohnenangriff

4.40 Uhr: Der Golfstaat Bahrain ist erneut zum Ziel eines Angriffs des iranischen Militärs geworden. Das Innenministerium des kleinen Inselstaats im Persischen Golf meldete in der Nacht 32 Verletzte, darunter Kinder und mehrere Schwerverletzte. Alle Opfer seien Zivilisten und Bürger des Landes. Nach Angaben des Ministeriums war die südlich der Hauptstadt Manama gelegene Insel Sitra Ziel einer Drohnenattacke. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.

8. März 2026

Trump: Nächster oberster Führer Irans wird sich ohne US-Zustimmung „nicht lange halten“

22.44 Uhr: Acht Tage nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei ist dessen Sohn Modschtaba Chamenei zum neuen obersten Anführer des Iran ernannt worden. Der 56-Jährige sei am Sonntag „nach sorgfältigen und umfassenden“ Beratungen zum geistlichen Oberhaupt der Islamischen Republik gewählt worden, teilte der Expertenrat mit. Modschtaba Chamenei gilt wie sein Vater als konservativer Hardliner. Er hat kein offizielles Regierungsamt inne, doch die Frage nach dem tatsächlichen Einfluss des Chamenei-Sohns sorgte seit Jahren für Spekulationen.

18.05 Uhr: Das nächste geistliche Oberhaupt im Iran wird sich ohne US-Zustimmung zu der Personalie nach den Worten von US-Präsident Donald Trump „nicht lange halten“. „Er wird unsere Zustimmung einholen müssen“ sagte Trump am Sonntag dem Sender ABC News. „Wenn er von uns keine Zustimmung erhält, wird er sich nicht lange halten.“ Trump äußerte sich nach Äußerungen von Mitgliedern des iranischen Expertenrats, der den nächsten obersten Führer wählt. Einige Expertenratsmitglieder hatten am Sonntag iranischen Nachrichtenagenturen mitgeteilt, der Nachfolger des bei US-israelischen Luftangriffen in Teheran getöteten Ayatollah Ali Chamenei sei ernannt worden. Der Name sollte später bekannt gegeben werden. Ein Expertenratsmitglied hatte angedeutet, dass der Chamenei-Sohn Modschtaba das Amt übernehmen werde.

Arabische Liga verurteilt „illegale“ Angriffe Irans

16.06 Uhr: Die Arabische Liga hat die Angriffe des Irans im Nahen Osten als „illegal und grundlos“ kritisiert. Man verurteile diese „feigen“ Angriffe scharf, heißt es in einer Erklärung der Mitgliedstaaten nach ihrem virtuellen Treffen auf Ebene der Außenminister. Der Iran greife „gezielt und auf illegale Weise“ zivile Ziele an, darunter Flug- und Seehäfen, Energieanlagen, Wohngebiete und diplomatische Vertretungen. Man weise auch „provokante“ Handlungen Teherans zurück mit dem Ziel, die Straße von Hormus zu blockieren oder die internationale Schifffahrt zu stören. Die Arabische Liga umfasst 22 Mitglieder, die sich bei internationalen Konflikten in Stellungnahmen zwar oft einheitlich äußern, aber eher selten – wie auch diesmal – konkrete Schritte beschließen.

15 Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

15.01 Uhr: Bei erneuten Luftangriffen Israels sind im Libanon nach dortigen Regierungsangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Israel habe südlich des Litani-Flusses nahe der gemeinsamen Grenze angegriffen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Dort sei in einem Dorf ein Wohngebäude getroffen worden. Örtlichen Medienberichten zufolge waren auch Frauen und Kinder unter den Opfern. Rettungskräfte suchten unter Trümmern nach Opfern.

Rettungskräfte suchen nach Opfern in einem zerstörten Gebäude, das von einem israelischen Luftangriff getroffen wurde, in der Stadt Ghaziyeh im Südlibanon.

Rettungskräfte suchen nach Opfern in einem zerstörten Gebäude, das von einem israelischen Luftangriff getroffen wurde, in der Stadt Ghaziyeh im Südlibanon.

Heftige Explosionen in Tel Aviv nach neuen iranischen Raketenangriffen

14.16 Uhr: Nach einer neuen iranischen Angriffswelle auf Israel ist die Küstenmetropole Tel Aviv von mehreren heftigen Explosionen erschüttert worden. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Sonntag von mindestens zehn Explosionen in der zentralisraelischen Mittelmeerstadt. Die israelische Armee hatte zuvor neue Raketenangriffe aus dem Iran auf israelisches Staatsgebiet gemeldet.

117 Iraner mit russischem Flugzeug aus Beirut ausgeflogen

13.05 Uhr: Nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah durch den Libanon haben nach Regierungsangaben mehr als hundert iranische Staatsbürger Beirut verlassen – darunter Diplomaten. In der Nacht zum Sonntag seien „insgesamt 117 Iraner, darunter Diplomaten und Botschaftsangehörige, mit einer russischen Maschine aus Beirut ausgeflogen“ worden, hieß es aus libanesischen Regierungskreisen. Libanons Regierung hatte am Donnerstag jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden verboten und eine Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt, um den Druck auf die Hisbollah zu erhöhen.

Libanesische Zivilisten, die aus den südlichen Vororten von Beirut geflohen sind, sitzen in der Nähe von Zelten, die auf dem Bürgersteig entlang der Strandpromenade von Beirut errichtet wurden.

Libanesische Zivilisten, die aus den südlichen Vororten von Beirut geflohen sind, sitzen in der Nähe von Zelten, die auf dem Bürgersteig entlang der Strandpromenade von Beirut errichtet wurden.

Israel droht künftigem Chamenei-Nachfolger

10.43 Uhr: Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers des getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei erneut gedroht, dass auch dieser nicht sicher sei. „Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht“, hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Chameneis teilzunehmen. Einem iranischen Bericht zufolge wurde über die Nachfolge des getöteten Religionsführers bereits Konsens erzielt. Nach unbestätigten Berichten gelten Modschtaba Chamenei, der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Chomeini, der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten.

Arbeiter montieren eine Plakatwand mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei.

Arbeiter montieren in Teheran eine Plakatwand mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei.

Iran greift Golfstaaten an: Einschlag nahe Flughafen

8.51 Uhr: Der Iran hat am Sonntag erneut mehrere Golfstaaten mit Raketen und Drohnen angegriffen. Behörden in Bahrain, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten Attacken auf ihr Staatsgebiet. In Kuwait wurden nach Armeeangaben Treibstofflager am Internationalen Flughafen der Hauptstadt Kuwait-Stadt getroffen. In Bahrain beschädigte ein Drohnenangriff eine Wasserentsalzungsanlage.

Die kuwaitische Armee erklärte, sie habe „auf feindliche Drohnen reagiert, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren“. Die Attacke auf die Treibstoffdepots am Flughafen stelle einen „direkten Angriff auf unverzichtbare Infrastruktur“ dar. Der von dem Angriff ausgelöste Brand wurde demnach unter Kontrolle gebracht.

Beim Abfangen der Drohnen seien „einige zivile Einrichtungen durch herabfallende Trümmer und Bruchstücke“ beschädigt worden. Die nationale Ölgesellschaft Kuwaits drosselte nach eigenen Angaben „vorsorglich“ die Fördermenge.

In Bahrain reagierte das Innenministerium mit scharfen Worten auf die Attacken. „Der iranische Angriff traf wahllos zivile Ziele“, erklärte das Innenministerium im Onlinedienst X und gab die Schäden an der Entsalzungsanlage bekannt.

Im ganzen Land: Israel beginnt neue Angriffswelle im Iran

6.48 Uhr: Israels Luftwaffe fliegt erneut Angriffe im Iran. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, teilte die Armee am Morgen auf Telegram mit.

In der Nacht hatten Israels Kampfflugzeuge erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten.

Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, die Bombardierung einer Ölraffinerie.

7. März 2026

Iranische Staatsmedien melden US-israelischen Angriff auf Öllager in Teheran

21.33 Uhr: Die USA und Israel haben am Samstag nach iranischen Angaben ein Öllager in Teheran bombardiert. Der Angriff habe sich im Süden der iranischen Hauptstadt ereignet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Es handelt sich offenbar um den ersten Angriff auf die Ölinfrastruktur im Iran seit Beginn des Kriegs vor einer Woche.

Flammen steigen aus einem Öllager südlich der Hauptstadt auf, als die Stadt während der amerikanisch-israelischen Militärkampagne getroffen wird.

Flammen steigen aus einem Öllager südlich der iranischen Hauptstadt Teheran auf, als die Stadt während der amerikanisch-israelischen Militärkampagne getroffen wird.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Ilna befindet sich das Lager in der Nähe einer wichtigen Ölraffinerie. Diese sei bei dem Angriff nicht beschädigt worden.

Ein weiterer Angriff traf ein Treibstofflager im Nordwesten Teherans, wie ein AFP-Journalist berichtete. Aus der Anlage stiegen Flammen und Rauch auf.

Mann stirbt in Dubai durch Trümmerteile

20.13 Uhr: Ein Mann ist in Dubai nach Behördenangaben durch Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschosses getötet worden. Die Trümmer seien auf ein Fahrzeug gefallen, dabei sei der Fahrer ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Der Mann stammte den Angaben zufolge aus einem asiatischen Land.

Iran will weiterhin Länder angreifen, die USA und Israel unterstützen

18.07 Uhr: Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei hat klargestellt, dass sein Land weiterhin Nachbarländer angreifen wird, die in Teherans Augen die USA und Israel unterstützen. „Beweise der iranischen Streitkräfte zeigen, dass die Geografie einiger Länder offen oder verdeckt dem Feind zur Verfügung steht“, sagte der Hardliner, der der iranischen Übergangsführung angehört, am Samstag. „Die heftigen Angriffe auf diese Ziele werden weitergehen.“

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte am Morgen mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, der Iran werde seine Angriffe auf andere Staaten in der Region einschränken. Die Interimsführung habe „beschlossen, dass keine weiteren Angriffe auf Nachbarländer ausgeführt und keine Raketen abgefeuert werden, es sei denn, ein Angriff auf den Iran geht von diesen Ländern aus“. Zugleich entschuldigte sich Peseschkian, der ebenfalls der iranischen Übergangsführung angehört, für die iranischen Angriffe. In der Folge meldeten aber mehrere Golfstaaten neue Angriffe mit Raketen und Drohnen.

USA nutzen nun britische Luftwaffenstützpunkte

18 Uhr: Die US-Streitkräfte haben damit begonnen, britische Militärstützpunkte für den Iran-Krieg zu nutzen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte am Samstag, die USA würden die Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ nutzen, um den Iran daran zu hindern, „Raketen in die Region abzufeuern“.

Der britische Premierminister Keir Starmer hatte zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran jegliche britische Beteiligung abgelehnt und den USA zunächst auch die Nutzung britischer Militärbasen verweigert. Einen Tag nach Kriegsbeginn gab Starmer aber bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung britischer Stützpunkte für einen „speziellen und begrenzten Verteidigungszweck“ zugestimmt habe.

2.500 Teilnehmer bei Iran-Demos in Düsseldorf

17.41 Uhr: „Freiheit für Iran“ – unter diesem Motto haben in Düsseldorf nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen demonstriert. Der Andrang war damit am Samstag nur noch etwa halb so groß wie eine Woche zuvor, als rund 5000 Menschen in der Landeshauptstadt auf die Straße gegangen waren.

Nach Polizeiangaben verliefen beide zum gleichen Thema angemeldete Kundgebungen friedlich. Einige Demonstranten trugen erneut Plakate mit Bildern von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der sich als Übergangsführer des Irans ins Spiel gebracht hat.

Irans Revolutionsgarden: Tanker im Persischen Golf angegriffen

16.17 Uhr: Die iranischen Revolutionsgarden haben am Samstag nach eigenen Angaben einen Öltanker im Persischen Golf angegriffen. Das Schiff mit dem Namen „Louise P“, das unter der Flagge der Marshall-Inseln fahre und „mit dem terroristischen Amerika in Verbindung“ stehe, sei mit einer Drohne angegriffen worden, teilten die Revolutionsgarden im Internet mit. Der Tanker sei von einer Drohne getroffen worden.

Kurz zuvor hatten die Revolutionsgarden laut der Nachrichtenagentur Tasnim mitgeteilt, sie hätten am Samstag einen Öltanker in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus angegriffen. Das Schiff „Prima“ sei am Morgen von einer Drohne getroffen worden.

Rückholflüge laufen – Hunderte Urlauber stecken weiter fest

14.41 Uhr: Immer mehr gestrandete Touristen sind aus der Nahost-Region zurück in Deutschland – viele warten aber noch auf einen Flug nach Hause. „Flugzeuge stehen in ausreichender Zahl bereit, entscheidend sind sichere Flughäfen und Luftkorridore, die die Behörden freigeben“, erklärte Tui-Chef Sebastian Ebel. „Noch konnten leider nicht alle Gäste zurück nach Deutschland reisen, da Luft- und Seewege gesperrt sind.“

Eine genaue Zahl, wie viele Deutsche wegen des seit einer Woche herrschenden Iran-Krieges festsitzen, gibt es bisher nicht. Seit Dienstag landeten aber mehrere Linienflüge mit Urlaubern und Urlauberinnen auf deutschen Flughäfen. Auch von der Bundesregierung organisierte Sonderflüge brachten Menschen zurück aus der Krisenregion.

Trump kündigt „sehr harte“ Angriffe im Iran an

13.28 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat für Samstag „sehr harte“ Angriffe auf den Iran angekündigt und eine Ausweitung der potenziellen Ziele angedroht. „Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden!“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. Außerdem gebe es „wegen Irans schlechtem Verhalten“ ernsthafte Erwägungen, „Gebiete und Gruppen“ anzugreifen, die bislang keine Ziele gewesen seien.

Es drohe dort „komplette Zerstörung und sicherer Tod“, schrieb Trump. Nähere Angaben machte der US-Präsident dazu nicht. Trump hatte den Iran am Freitag zur „bedingungslosen Kapitulation“ aufgerufen. Die USA und Israel hatten am Samstag vergangener Woche massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

Luftalarm in Jerusalem – Iran meldet „massive Angriffe“

12.05 Uhr: Der Iran hat am Samstag nach israelischen Angaben erneut Jerusalem unter Beschuss genommen. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, ertönte zunächst Luftalarm, später waren mindestens drei laute Explosionen zu hören. Kurze Zeit später hoben die Behörden den Luftalarm wieder auf. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom wurden zunächst keine Verletzten gemeldet.

Das iranische Militär teilte nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna mit, die Marine habe eine „massive Welle von Drohnenangriffen“ gegen „US-Militärstützpunkte“ und auf Israel gestartet. Ziele seien unter anderem die Militärbasis Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und eine weitere in Kuwait gewesen, außerdem eine „strategische Einrichtung“ in Israel.

Eine Rauchwolke steigt nach einem amerikanisch-israelischen Militärschlag über Teheran auf. (Archivbild)

Eine Rauchwolke steigt nach einem amerikanisch-israelischen Militärschlag über Teheran auf. (Archivbild)

Iran: Mindestens acht Tote bei Angriffen

10.23 Uhr: Bei neuen israelischen Angriffen auf den Iran sind nach iranischen Angaben am Samstag mindestens acht Menschen getötet worden. Ein Mitarbeiter der Provinzregierung im zentraliranischen Isfahan sprach von „acht Bürgern, die als Märtyrer gestorben“ seien. Auf Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP waren in der Hauptstadt Teheran Rauchschwaden über dem internationalen Flughafen Mehrabad zu sehen.

Israels Militär setzte nach eigenen Angaben mehr als 80 Kampfflugzeuge ein, diese hätten Ziele in Teheran und im Zentrum des Landes ins Visier genommen. Die „Angriffswelle“ habe sich gegen „Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes“ gerichtet. Im Visier waren demnach unter anderem Abschussrampen für Raketen und weitere Ziele in der Hauptstadt Teheran und im Zentrum des Iran, darunter in Isfahan.

Irans Präsident entschuldigt sich und stellt Bedingungen

9.17 Uhr: Irans Präsident Massud Peseschkian stellt Bedingungen für ein Ende von Luftangriffen auf Nachbarländer. Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib erklärte er, der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Zugleich entschuldigte sich Peseschkian für die Angriffe.

Peseschkians Aussage bedeutet, dass auch von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe auf den Iran erfolgen dürfen. Da solche Basen in mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch die USA betreffen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments. (Archivbild)

Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments. (Archivbild)

Dubai: Geschoss über Flughafen abgefangen – Emirates stoppt Flüge

8.56 Uhr: Über dem Flughafen von Dubai hat die Luftabwehr am Samstagvormittag offenbar ein Geschoss abgefangen. Ein Augenzeuge sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einer heftigen Explosion und einer Rauchwolke am Himmel. Dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate zufolge attackierte der Iran erneut den Golfstaat. Die Fluglinie Emirates setzte bis auf Weiteres alle Flüge von und nach Dubai aus.

Auf dem Flugüberwachungsportal Flightradar24 war am Samstag zu sehen, dass mehrere Flugzeuge sich über dem Flughafen von Dubai im Kreis bewegten und offenbar Warteschleifen flogen.

Iran: Marine greift Israel und US-Stützpunkte an

8.07 Uhr: Die Marine des Iran hat nach Armeeangaben am Samstag Israel und US-Militärstützpunkte in zwei Golfstaaten mit massiven Drohnenangriffen ins Visier genommen. Die Armee schrieb in einer Mitteilung von einer „massiven Welle von Drohnenangriffen“, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete.

Unter den Zielen seien die US-Basis Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten und ein weiterer US-Stützpunkt in Kuwait gewesen. Zudem hätten sich die Drohnenangriffe gegen eine „strategische Einrichtung“ in Israel gerichtet.

Israel: Mehr als 80 Kampfjets greifen Iran an

7.25 Uhr: Israel hat am Samstag nach Armeeangaben mit mehr als 80 Kampfjets Angriffe auf den Iran geflogen. Das Militär erklärte dazu, die Flugzeuge hätten „eine zusätzliche Angriffswelle auf Infrastruktur des iranischen Terror-Regimes“ ausgeführt. Im Visier der Luftangriffe waren demnach unter anderem Abschussrampen für Raketen und weitere Ziele in der Hauptstadt Teheran und im Zentrum des Iran.