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Krieg in Nahost
Trump und Iran drohen mit Ende der Waffenruhe – Ölpreise steigen

6 min

Der US-Präsident droht dem Iran und betont, das US-Militär bleibe schussbereit. Die Hisbollah greift Israel an. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Nun einigten sich die Parteien auf eine Waffenruhe. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

9. April

Iran droht mit Ende der Waffenruhe

7.51 Uhr: Nach Israels Luftangriffen im Libanon droht der Iran, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen. Die USA müssten sich entscheiden – „entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.

Ölpreise legen zu nach Einbruch am Vortag

7.34 Uhr: Die Ölpreise steigen nach dem Einbruch am Mittwoch wieder leicht. Die Waffenruhe im Iran-Krieg scheint brüchig, und die für den Transport von Öl und Gas besonders wichtige Meerenge, die Straße von Hormus, bleibt für die meisten Schiffe so gut wie unpassierbar.

Heute Morgen lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bei 97,24 US-Dollar und damit 2,6 Prozent höher als am Vortag. Der Preis war tags zuvor im Zuge der Waffenruhe im Iran-Krieg mit fast 90 Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März gesackt. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte heute Morgen wieder zu. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

Donald Trump droht dem Iran: US-Militär bleibt schussbereit

7.10 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer neuen militärischen Eskalation gedroht, falls Teheran sich nicht komplett an das Waffenruheabkommen halten sollte. Die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des US-Militärs würden, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung, rund um den Iran stationiert bleiben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Dies gelte, bis das „erzielte WIRKLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird“. Es werde alles bereitgehalten, was für die „Vernichtung“ eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb er weiter.

Sollte dies nicht geschehen, werde es zu deutlich stärkeren militärischen Maßnahmen kommen. Dann beginne das „Schießen“ - „größer, besser und stärker“ als je zuvor, warnte Trump. Er bezeichnete dieses Szenario gleichzeitig als „höchst unwahrscheinlich“.

Die befristete zweiwöchige Waffenruhe soll den Konfliktparteien Zeit geben, ein umfassendes Abkommen für eine Beilegung des Konflikts auszuhandeln. Trump wiederholte in seinem Post zentrale Forderungen der USA: Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben, zudem müsse die Straße von Hormus „offen und sicher“ sein. Trump erklärte zudem, das US-Militär rüste weiter auf und freue sich bereits auf eine „auf seine nächste Eroberung“.

UN-Chef verurteilt die massiven Angriffe Israels im Libanon

6.08 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat die verheerenden israelischen Luftangriffe im Libanon scharf kritisiert. Er „verurteilt entschieden die massiven Angriffe“, teilte sein Sprecher auf der Plattform X mit. Dabei seien „Hunderte Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet und verletzt“ sowie zivile Infrastruktur beschädigt worden, hieß es weiter.

Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg bei einem Großangriff zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen getötet. Laut israelischem Militär galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der Hisbollah. Nach libanesischen Angaben waren jedoch viele Zivilisten betroffen. Anders als der Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars aus der Feuerpause auszusteigen.

Hisbollah meldet Raketenangriffe auf Israel

4.03 Uhr: Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon hat nach eigenen Angaben Raketen auf Israel abgefeuert. „Als Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens durch den Feind“ sei am frühen Donnerstagmorgen der israelische Kibbuz Manara nahe der Grenze zum Libanon „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, teilte die Miliz mit. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe das „Recht“, auf israelische Angriffe zu reagieren.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt.

Nouripour fordert „eigenständige Rolle“ Deutschlands

3.41 Uhr: Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour hat eine zentrale Rolle Deutschlands bei der Sicherung einer Friedenslösung im Iran-Krieg gefordert. „Jetzt gilt es, sich im europäischen Geleit eine eigenständige Rolle zu erarbeiten“, sagte Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). „Die bisherige Kopf-im-Sand-Haltung der Bundesregierung war nicht im Interesse Deutschlands.“

Deutschland habe im Nahen Osten handfeste Interessen, betonte Nouripour. „Von der Freiheit der Schifffahrt bis zur Stabilität und der Energiepartnerschaft.“ Der Bundestagsvizepräsident rief dazu auf, die zwei Wochen der Waffenruhe zu nutzen. Derzeit sei noch völlig unklar, ob Frieden gelingen könne.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

Alternative Schiffsrouten wegen Seeminen in der Straße von Hormus

2.32 Uhr: Aufgrund der Gefahr durch mögliche Seeminen in der Straße von Hormus hat die Marine der iranischen Revolutionsgarden auf zwei alternative Routen entlang der iranischen Küste verwiesen. „Alle Schiffe, die beabsichtigen, die Straße von Hormus zu passieren“, sollten „zum Schutz vor möglichen Kollisionen mit Seeminen alternative Routen“ nutzen, hieß es in einer von iranischen Medien am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Revolutionsgarden.

In der Erklärung wurden Anweisungen für eine alternative Ein- und Ausfahrt durch die Meerenge mitgeteilt. Die Routen verlaufen demnach südlich und nördlich der Insel Larak. Um aus dem Arabischen Meer in den Golf einzufahren, müssen Schiffe zwischen der iranischen Küste und Larak hindurchfahren. Die Schifffahrtszeitschrift „Lloyd's List“ hat diese Passage als „Teheraner Mautstelle“ bezeichnet. Die Ausfahrtsroute aus dem Golf verläuft südlich der Insel und vermeidet die übliche Route, die näher an der omanischen Küste entlangführt.

Macron drängt USA und Iran zur Einhaltung der Waffenruhe

1.33 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat in Telefonaten mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian auf ein Einhalten der vereinbarten Waffenruhe gepocht. „Sie muss den Weg für umfassende Verhandlungen ebnen, die die Sicherheit aller im Nahen Osten gewährleisten“, schrieb Macron auf der Plattform X. Ein Abkommen müsse Antworten auf die Bedenken geben, die Irans Nuklear- und Raketenprogramm, seine Politik in der Region und seine Behinderung der Schifffahrt in der Straße von Hormus hervorriefen.

Auf diese Weise könne ein robuster und dauerhafter Frieden geschaffen werden, zu dem Frankreich in enger Zusammenarbeit mit seinen Partnern im Nahen Osten beitragen wolle. Macron sagte weiter, dass die Waffenruhe auch im Libanon eingehalten werden müsse.

Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammed Reza Pahlavi, fordert einen politischen Umbruch im Iran. (Archivbild)

Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammed Reza Pahlavi, fordert einen politischen Umbruch im Iran. (Archivbild)

Schah-Sohn Pahlavi fordert politischen Umbruch

0.42 Uhr: Schah-Sohn Reza Pahlavi pocht trotz der mit den Machthabern in Teheran vereinbarten Waffenruhe auf einen politischen Umbruch im Iran. „Wir hoffen (...), dass die freie Welt versteht, dass die einzige Lösung – nicht nur für uns, sondern auch für alle unsere Nachbarn in der Region und für die ganze Welt – darin besteht, dass dieses Regime nicht mehr an der Macht ist“, sagte Pahlavi im Interview mit dem französischen Sender LCI.

Monarchistische Gruppen sehen den Sohn des letzten Schahs von Persien als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt der im US-Exil lebende Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Anders als US-Präsident Donald Trump es darstelle, gebe es im Iran bislang keinen politischen Umbruch, sagte er. Es seien dieselben Menschen, „vielleicht etwas geschwächt“, die weiterhin an der Macht seien. (red/afp/dpa)