Die EU hat entschieden: Das Land NRW darf Thyssenkrupp mit 700 Millionen Euro beim Wandel zur Klimaneutralität unterstützen.
700 Millionen Euro für ThyssenkruppDie Landesregierung muss den Schwung mit ins Rheinische Revier nehmen


Wasserdampfwolken umgeben zwei Hochöfen bei Thyssenkrupp. (Symbolbild)
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Dem Schreckgespenst einer drohenden Deindustrialisierung von Nordrhein-Westfalen, die sich durch den um acht Jahre auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg noch beschleunigen könnte, kann die schwarz-grüne Landesregierung endlich mit harten Fakten begegnen.
Für das Ruhrgebiet die beste Nachricht der vergangenen Jahre
Entsprechend erleichtert ist die schwarz-grüne Regierungskoalition. Selbst die SPD-Opposition, deren Herzkammer mal das Ruhrgebiet war, ist erleichtert. Bei den rund zwei Milliarden Euro, die an öffentlichen Mitteln in den Umbau der Stahlindustrie zu einer klimaneutralen Produktion mit grünem Wasserstoff investiert werden, handelt es sich nicht um illegale Beihilfe. Brüssel hat entschieden, die Zitterpartie ist beendet.
Für das Ruhrgebiet, das seit Jahrzehnten in einem permanenten Strukturwandel steckt und dabei etliche Rückschläge wie den Wegzug von Opel und Nokia zu verkraften hatte, ist das die beste Nachricht der vergangenen Jahre. Die Landesregierung muss diesen Schwung mit ins Rheinische Revier nehmen, den Strukturwandel dort mit der gleichen Beharrlichkeit verfolgen.
Es braucht einen stringenten Plan für den Interessenausgleich zwischen Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Naturschutz. Das ist weitaus komplexer, als einen Stahlriesen auf grüne Füße zu stellen, aber umso dringlicher. Der Reviervertrag ist dafür ungeeignet, weil er allen alles verspricht. Im Rheinischen Revier geht es um 90.000 Jobs, die mittelbar an der Kohle hängen. Das sind deutlich mehr als bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg.
