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Comeback nach Rücktritt?Ex-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) nimmt an Klausurtagung der NRW-Grünen teil

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Die frühere NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser setzt sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein.

Die frühere NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser setzt sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien ein.

Im Kampf um den Ausbau der erneuerbaren Energien erhalten die NRW-Grünen Unterstützung von einem ehemaligen Kabinettsmitglied der CDU: Ursula Heinen-Esser. 

Am Samstag trifft sich der Landesvorstand der NRW-Grünen zu einer Klausurtagung in Essen. Es geht um das Thema erneuerbare Energien. Die NRW‑Grünen wollen ein Positionspapier verabschieden, in dem sie sich klar von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche abgrenzen. Bei der Tagung sitzt auch eine CDU-Politikerin mit am Tisch. Ursula Heinen-Esser, bis 2022 Umweltministerin von NRW, wurde von Grünen-Chef Tim Achtermeyer in die Spitzenrunde eingeladen.

„Ich freue mich sehr, dass wir Ursula Heinen-Esser als Gast bei unserer Klausur des Landesvorstands am Wochenende begrüßen dürfen. Verbündete beim Ausbau erneuerbarer Energien müssen sich unterhaken“, sagte Achtermeyer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Politikerin aus Köln war vor vier Jahren als NRW-Umweltministerin zurückgetreten. Kommt es jetzt zum Comeback in der Landespolitik? Heinen-Essen winkt ab. Sie sei lediglich „politiknah“ unterwegs, sagte sie unserer Zeitung, und ergänzte: „Macht aber Freude.“

Erhebliche Belastung für unser Energiesystem

Die frühere Umweltministerin erklärte, Deutschland befinde sich derzeit in der zweiten fossilen Preiskrise in nur knapp fünf Jahren nach dem russischen Überfall auf die Ukraine. „Angesichts der geopolitischen Lage müssen wir alles daran setzen, unsere Abhängigkeit von Öl und Gas zu reduzieren“, sagte Heinen-Esser. „Die jetzt vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten Gesetzentwürfe stellen eine erhebliche Belastung für unser Energiesystem dar.“

Darüber ärgert sich auch Achtermeyer. „Wir stecken in einer fossilen Preiskrise, und die lösen wir nicht durch noch mehr Öl und Gas“, sagte der Politiker aus Bonn. Deutschland müsse sich unabhängig von den Fossilen machen – damit werde man auch unabhängig von Konflikten und Kriegen. „Sonne und Wind bleiben nicht in der Straße von Hormus stecken“, sagte Achtermeyer. „Wer jetzt zögert, verlängert nur unsere Abhängigkeit und schickt uns absehbar in die nächste Preisspirale.“

Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche

Die CDU-Politikerin Reiche hatte in dieser Woche Pläne für die künftige Energiepolitik vorgestellt. Ein zentraler Streitpunkt ist der Vorstoß, die Entschädigungen für Wind- und Solarparks zu streichen, wenn diese aufgrund von Netzüberlastung abgeschaltet werden müssen. Damit will sie den Strompreis senken. Kritiker werfen der CDU-Politikerin vor, die Kosten der Energiewende künstlich aufzublähen, um Stimmung gegen erneuerbare Energien zu machen.Heinen-Esser ist seit 2025 Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energien. Gemeinsam mit Reiche war sie Staatssekretärin im Bundeskabinett von Angela Merkel. „Ich schätze Katherina Reiche und ihre Expertise sehr“, sagte die ehemalige Umweltministerin. „Wir ringen allerdings gerade mit ihr, wie der Aufwuchs der erneuerbaren Energien weiter gut gestaltet werden kann. Was gerade auf dem Tisch liegt, hält uns aber nicht in der fossilen Welt.“