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Kölner Finanzämter fusionierenSteuererklärungen sollen künftig schneller bearbeitet werden

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Noch immer müssen Arbeitnehmer und Gewerbetreibende zu lange auf einen Steuerbescheid ihres Finanzamtes warten – trotz einer geringen Verkürzung der Bearbeitungszeit ihrer Anträge. (Symbolbild)

Noch immer müssen Arbeitnehmer und Gewerbetreibende zu lange auf einen Steuerbescheid ihres Finanzamtes warten – trotz einer geringen Verkürzung der Bearbeitungszeit ihrer Anträge. (Symbolbild)

Die sieben Finanzämter in Köln arbeiten unterschiedlich schnell und sind oft schwer erreichbar. Mit der Fusion zu einer Behörde soll der Service jetzt besser werden. 

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die sieben Finanzämter im Kölner Stadtgebiet zum Jahresbeginn 2027 zu einem gemeinsamen „Finanzamt Köln“ zusammenführen. Das geht aus einer Vorlage von NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk für den Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags hervor, die unserer Zeitung vorliegt. „Ziel des Vorhabens ist es, die Leistungsfähigkeit der Steuerverwaltung durch größere organisatorische Einheiten und die Bündelung von Fachkompetenzen weiter zu stärken“, schreibt der CDU-Politiker. Der Vorstoß ist Teil eines landesweiten Modernisierungsprogramms, mit dem Verwaltungsstrukturen effizienter, digitaler und krisenfester aufgestellt werden sollen. Das NRW-Finanzministerium geht davon aus, dass Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen von der Neuorganisation profitieren werden. Wer innerhalb Kölns umziehe, soll künftig weder eine neue Steuernummer erhalten noch einen Zuständigkeitswechsel durchlaufen müssen, erklärte Optendrenk. Zudem sollen die bisherigen Standorte erhalten bleiben, sodass Steuerpflichtige frei wählen können, an welchem Standort sie ihre Anliegen persönlich erledigen.

Die Landesregierung verbindet mit der Zusammenlegung auch die Erwartung, interne Abläufe zu vereinfachen. Durch die Bündelung von Personal und Fachwissen sollen Bearbeitungszeiten verkürzt und Ressourcen flexibler eingesetzt werden. Ob sich diese Effekte im Verwaltungsalltag tatsächlich in dem angekündigten Umfang einstellen, wird sich jedoch erst nach der Umsetzung zeigen.

„Finanzamt Köln“ als Modellprojekt des Finanzministeriums

Mit rund 1500 Beschäftigten soll das neue „Finanzamt Köln“ nach Angaben des Finanzministeriums als Modell für eine moderne Steuerverwaltung dienen. Staatssekretär Dirk Günnewig (CDU) bezeichnet das Vorhaben als Teil eines „historischen Modernisierungsprozesses“ der Finanzverwaltung. Ziel sei eine Organisation, die digitaler, agiler und effizienter arbeite. „Mit dem Finanzamt Köln schaffen wir eine Organisation, die einfacher steuert, schneller handelt und ihre Kräfte zielgerichteter im Sinne der Menschen und Unternehmen einsetzt“, sagte der CDU-Politiker unserer Zeitung.

Auch Oberfinanzpräsident Reinhard Derix hebt die Vorteile der Reform hervor. Der Wegfall von Zuständigkeitswechseln innerhalb des Stadtgebiets sowie die Möglichkeit, den gewünschten Standort selbst zu wählen, würden den Service für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen verbessern. „So wird moderne Verwaltung im Alltag spürbar“, erklärte Derix.

Erstmals nur ein Finanzamt für eine Großstadt in NRW

Nach Angaben der Finanzverwaltung werden sämtliche Daten und laufende Verfahren automatisch in die neue Organisationsstruktur überführt. Fristen und Einspruchsverfahren bleiben bestehen; für Steuerpflichtige soll die Umstellung weitgehend im Hintergrund erfolgen.

Mit der Zusammenlegung entsteht erstmals ein Finanzamt für eine Millionenstadt in Nordrhein-Westfalen. Ob das Modell die erhofften organisatorischen und servicebezogenen Verbesserungen bringt, dürfte sich nach der Einführung im praktischen Betrieb erweisen.

Die Kölner Finanzämter waren in der Vergangenheit immer wieder wegen langer Bearbeitungszeiten kritisiert worden. In einem bundesweiten Ranking für 2025 lagen mehrere Kölner Finanzämter im hinteren Feld. Während etwa Köln-West mit einer Bearbeitungszeit von 38,5 Tagen vergleichsweise schnell arbeitete, mussten Steuerpflichtige in anderen Bezirken teilweise mehrere Wochen länger warten – in Köln-Mitte wurden Anträge in zirka 61 Tagen bearbeitet. Klagen gibt es auch über eine schlechte telefonische Erreichbarkeit, auch die Beantwortung von E-Mails lässt zum Teil lange auf sich warten.