KommentarImmer mehr Kriminalität in NRW – die Ursachen sind unklar

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Das Foto zeigt eine gestellte Taschendieb-Aktion.

Die Zahl der Diebstähle in NRW hat stark zugenommen. Das Foto zeigt eine gestellte Taschendieb-Aktion.

Mehr Straftaten in NRW: Sind das die Folgen der abklingenden Corona-Pandemie oder der Dauerkrisen wie Krieg und Inflation?

Die Kriminalstatistik 2022 für NRW wirft viele Fragen auf, und selbst Innenminister Herbert Reul muss einräumen, dass er längst nicht alle beantworten kann. 13,7 Prozent mehr Straftaten. Immer mehr Tatverdächtige sind minderjährig.

Ist das nur die Rückkehr zur Normalität nach dem Ende vieler Corona-Einschränkungen? Oder hat die Pandemie tatsächlich dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche, die zwei Jahre nur am Smartphone gehangen haben und keine Freunde treffen konnten, ein gestiegenes Aggressionspotenzial entwickelten?

Was macht der Dauerkrisen-Modus durch Krieg, Energie-Knappheit und Inflation aus Menschen, die schon vor Corona nicht auf der Sonnenseite des Lebens standen? Und welche Rolle spielt die Erkenntnis, dass Menschen heute eher bereit sind, Strafanzeigen zu stellen?

Innenministerium fördert bewusst Strafanzeigen

Dieses Verhalten wird vom Innenministerium bewusst gefördert, um vor allem bei Kindesmissbrauch und häuslicher Gewalt konsequent einschreiten zu können.

Die eine Antwort gibt es aber nicht. Minister Reul spricht von einem veränderten Klima, von einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. Die müsse man mit Entschlossenheit zurückdrängen.

Der wichtigste Ort dafür neben der Familie ist und bleibt die Schule - übrigens auch hier und im schulischen Umfeld steigt die Kriminalität. Ob die Corona-Pandemie dort dauerhafte Schäden hinterlassen hat, ob Kinder tatsächlich emotionaler und gewalttätiger streiten als vor Corona, werden wir leider erst in ein paar Jahren wissen.

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