Autofahrer in Nordrhein-Westfalen zahlen derzeit deutlich mehr für Benzin und Diesel. Das hat laut Bundeskartellamt einen klaren Grund.
„Nord-Süd-Gefälle“Niedrigwasser im Rhein treibt Spritpreis in NRW nach oben

Ein Frachtschiff fährt bei Niedrigwasser auf dem Rhein.
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Das Niedrigwasser des Rheins führt nach Angaben des Bundeskartellamts zu deutlichen regionalen Preisunterschieden beim Spritpreis. An den Tankstellen betrugen die regionalen Preisdifferenzen im Juli im Schnitt bei E5 bis zu elf Cent pro Liter und bei Diesel bis zu zehn Cent, wie die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe der Behörde am Dienstag in Bonn mitteilte. Dieses „Nord-Süd-Gefälle“ dürfte „insbesondere aus unterschiedlichen Kraftstoff-Beschaffungskosten resultieren“.
Im Juli hätten die Beschaffungskosten im Süden und Südwesten im Schnitt niedriger als in vielen anderen Teilen Deutschlands gelegen, insbesondere bei E5, erklärte die Stelle weiter. Dementsprechend waren in vielen Orten im Süden auch die Spritpreise im Monatsmittel im Juli günstiger. Deutlich mehr mussten Autofahrer den Angaben nach zufolge im Norden bezahlen, etwa in Schleswig-Holstein, aber auch in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und in Nordrhein-Westfalen.
Wegen des Niedrigwassers ist der Transport eingeschränkt
Ab Mitte Juli seien die Beschaffungskosten vor allem im Westen beziehungsweise der Kölner Bucht ab Mitte Juli stark angestiegen, erklärte das Kartellamt weiter. „Durch das Niedrigwasser des Rheins sind die Frachtraten stark gestiegen.“ Der Transport sei an mehreren Stellen deutlich eingeschränkt – so habe die Engstelle Kaub Ende Juli „wegen der stark gefallenen Pegel vielfach vom Nieder- zum Oberrhein nicht mehr oder nur mit deutlich geringerer Ladung befahren werden“ können.
Für Abholungen ab Raffinerie per Tankwagen gab es demnach in manchen Regionen hingegen „infolge von Mengendruck“ Preisabschläge. Zu Preisunterschieden führten aber auch die regionalen Wettbewerbsbedingungen, etwa „die lokale Präsenz von preisgünstigen Marken“, erklärte das Kartellamt.
Rohöl wird den Angaben nach meist über Pipelines zu den Raffinerien transportiert. Vorprodukte wie Gasöl, Naphta und andere aber beziehen die Raffinerien demnach häufig per Binnenschiff. Binnenschiffe sorgen auch für den Abtransport von Produkten ab Raffinerie. (afp)
