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NRW-CheckEnde eines Höhenflugs – Popularität von Wüst und Neubaur sinkt

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NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verliert an Popularität.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verliert an Popularität.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) verlieren im „NRW-Check“ an Popularität. Was das für Oppositionschef Jochen Ott (SPD) bedeutet.

Starke persönliche Einbußen bei den Zufriedenheitswerten für die Arbeit der schwarz-grünen Landesregierung müssen im aktuellen „NRW-Check“ auch die Spitzenpolitiker der Koalition hinnehmen. Hatte im Fall von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) das Verhältnis der Zufriedenen und Unzufriedenen im Juli 2025 noch bei 54:32 gelegen, äußerten sich jetzt nur noch 47 Prozent der Bürgerinnen und Bürger zufrieden, 39 Prozent unzufrieden. Für Wüsts Stellvertreterin, Wirtschaftsministerin Mona Neubaur von den Grünen, sank der Anteil der Zufriedenen von 30 auf 24 Prozent. Der Anteil der Unzufriedenen schnellte von 31 auf 42 Prozent hoch.

Wüst nähert sich damit dem Niveau, das er in der Zeit nach der Landtagswahl 2021 hatte und von dem er sich ab 2022 deutlich nach oben bewegt hatte – mit dem bislang besten Wert von 57 Prozent Zufriedenen im Dezember 2024. Bei den eigenen Anhängern genießt der Regierungschef und CDU-Landesvorsitzende nach wie vor großen Rückhalt. 88 Prozent der CDU-Klientel äußern sich zufrieden mit Wüst. Der Anteil der Unzufriedenen liegt unter der 10-Prozent-Marke (9 Prozent). Auch die Anhänger des Koalitionspartners, der Grünen, sind überdurchschnittlich zufrieden mit Wüst (54 Prozent). Am deutlichsten ist das Murren bei den AfD-Anhängern: 82 Prozent sind mit Wüst unzufrieden.

Mona Neubar und Jochen Ott profitieren nicht

Bei Wüsts Stellvertreterin Mona Neubaur ist generell der Anteil derjenigen, die sich weder positiv noch negativ über sie äußern, mit 24 Prozent höher als bei Wüst. Die Zufriedenheitskurve schlägt erwartungsgemäß bei den Anhängern der Grünen (48 Prozent) und – etwas gebremst – denen der CDU (42 Prozent) nach oben aus. Ihren Tiefpunkt erreicht sie auch hier bei den Anhängern der AfD (3 Prozent).

Für die SPD zahlen sich diese Ergebnisse nicht aus. Auch Fraktionschef Jochen Ott kann persönlich von der wachsenden Unzufriedenheit mit der Koalition und ihrem Personal nicht profitieren – im Gegenteil: Seine Zustimmungswerte sanken auf niedrigem Niveau.

Aktuell zeigten sich 11 Prozent der Bürger zufrieden mit Otts Arbeit (unzufrieden: 24 Prozent). Im Juli 2025 hatten sich 13 Prozent zufrieden geäußert, 27 Prozent unzufrieden. Der Anteil der Unentschlossenen liegt bei fast zwei Dritteln (65 Prozent). Das sind noch einmal 5 Punkte mehr als im vorigen Jahr. Dieses Ergebnis passt zu der Angabe der Bürgerinnen und Bürger, dass Otts Kandidatur für das Ministerpräsidentenamt im kommenden Jahr nur 8 Prozent bekannt ist. Selbst aus den eigenen Reihen sagen nur 21 Prozent, sie wüssten von Otts Bewerbung.

Wer soll NRW nach der nächsten Wahl regieren?

Sollte die CDU nach der Landtagswahl wieder stärkste Partei werden, würden 39 Prozent der Wahlberechtigten eine Fortsetzung von Schwarz-Grün befürworten. 25 Prozent plädieren für eine Koalition aus CDU und SPD, 21 für eine Koalition der CDU mit der AfD. Von den Anhängern der CDU selbst befürworten nur 8 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD. Die Zustimmung zu Schwarz-Grün liegt mit 50 Prozent überdurchschnittlich hoch. 32 Prozent der CDU-Anhänger sehen ihre Partei bevorzugt im Bündnis mit der SPD.

Diese Machtoption ist für die Grünen-Anhänger mit 94 Prozent de facto alternativlos. In der SPD-Anhängerschaft sehen 74 Prozent ihre Partei gern an der Seite der CDU. Für 76 Prozent der Linken-Anhänger sind die Grünen der Wunschpartner der CDU, 16 Prozent sprechen sich hier für die SPD aus. Die AfD-Anhänger empfehlen der CDU fast ausnahmslos (94 Prozent) ein Bündnis mit ihrer Partei.