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NRW-Verdienstorden für Müntefering„Er hat das Herz am rechten Fleck“

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Franz Müntefering (r, SPD), Politiker, nimmt von Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, den Landesverdienstorden entgegen. Ministerpräsident Wüst hat 16 Persönlichkeiten mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.

Franz Müntefering (r, SPD), Politiker, nimmt von Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, den Landesverdienstorden entgegen. Ministerpräsident Wüst hat 16 Persönlichkeiten mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet.  

Franz Müntefering und weitere 15 Persönlichkeiten sind zum 80. Geburtstag Nordrhein-Westfalens mit dem Verdienstorden ausgezeichnet worden

Es war ein bewegender Moment im Festsaal der Düsseldorfer Staatskanzlei. Franz Müntefering verbeugt sich vor den Gästen, winkt ins Publikum, das ihm langen Beifall spendet. Soeben hat der ehemalige Vizekanzler und frühere Vorsitzende der Bundes-SPD den Verdienstorden des Landes NRW erhalten. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigt das Engagement des 86-Jährigen als Politiker und seinen ehrenamtlichen Einsatz als Seniorenvertreter. „Sie sind ein Menschenfreund, mit dem Herz am rechten Fleck“, sagt der Regierungschef.

Müntefering war einer von 16 Persönlichkeiten, die anlässlich des 80. Landesgeburtstags mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet wurden. Der Orden war 1986 vom damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau ins Leben gerufen worden. Bislang haben 1831 Männer und Frauen die Auszeichnung erhalten. Die Zahl der lebenden Ordensinhaber ist auf 2500 begrenzt. Geehrt werden Menschen, die ein hohes Maß an sozialer Verantwortung und einen vorbildlichen Einsatz gezeigt haben.

Wüst betonte, NRW lebe vom Miteinander und der Solidarität seiner Menschen. „Gerade diejenigen, die sich teils jahrzehntelang füreinander einsetzen, machen die Herzlichkeit und Stärke unseres Landes aus“, sagte der Ministerpräsident. Sie stärkten damit die Gesellschaft Tag für Tag – gerade in einer polarisierten Zeit. „Dafür gebührt ihnen unser tief empfundener Respekt und Dank.“

Zu den Geehrten zählte auch der frühere Landeschef der NRW-SPD, Thomas Kutschaty. Der Politiker aus Essen war 2022 als Herausforderer von Wüst bei der Landtagswahl in NRW angetreten. Kutschaty engagiert sich heute ehrenamtlich als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und setzt sich als Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes für soziale Projekte und den Schutz von Einsatzkräften ein. Im Wahlkampf habe sich der SPD-Politiker gegenüber ihm absolut fair verhalten, sagte Wüst. Zu den weiteren Preisträgern zählten unter anderem:

Die Grünen-Politikerin Monika Düker gehörte fast 16 Jahre zum festen politischen Inventar des Düsseldorfer Landtags. Als flüchtlingspolitische Sprecherin und Vorsitzende der Grünen-Fraktion setzte sie eigene Akzente, kämpfte für faire Asylverfahren und eine bessere Sprachförderung für Geflüchtete. Heute engagiert sie sich unter anderem für wohnungslose, alte und hilfsbedürftige Menschen. 2022 zog sich Düker aus der Landespolitik zurück – und machte damit den Weg frei für die Spitzenkandidatur von Mona Neubaur bei den NRW-Grünen.

Arndt G. Kirchhoff steht für die nordrhein-westfälische Wirtschaft. Er entwickelte die Kirchhoff-Gruppe zu einem international erfolgreichen Automobilzulieferer und war in zahlreichen Spitzenfunktionen der Wirtschaftsverbände aktiv. Zugleich engagiert sich der Sauerländer für Wissenschaft, Bildung und den Wirtschaftsstandort Südwestfalen.

Mit Ralf König wurde ein Zeichner geehrt, der gesellschaftliche Debatten gern mit einer spitzen Pointe anstößt. Seit den 1980er Jahren nimmt er Sexualität, Religion, Politik und Rollenbilder aufs Korn. Seine Comics haben Tabus aufgebrochen und zur sexuellen Aufklärung beigetragen. Zugleich setzt er sich für Kunstfreiheit und Menschenrechte ein. NRW-Justizminister Benjamin Limbach outete sich beim Empfang nach der Ehrung als König-Fan. „Ich habe ein ganzes Regal voll mit seinen Comics“, sagte der Grünen-Politiker.

Anja Weber war von 2017 bis 2025 die erste Frau an der Spitze des DGB Nordrhein-Westfalen. Sie vertrat die Interessen der Beschäftigten und suchte den Dialog mit Politik und Verbänden. Mitbestimmung, Ehrenamt und mehr Frauen in Führungspositionen gehörten zu ihren Schwerpunkten.

Ein Orden für Köln steckt ebenfalls in der Liste: Bernhard Conin ist Kölner durch und durch. Seit 1986 engagiert er sich im Kölner Brauchtum. Als Geschäftsführer der Koelncongress GmbH prägte er zudem den Veranstaltungsstandort. Besonders verbunden ist er den Schull- und Veedelszöch. Mit neuen Formaten wie dem Weihnachtssingen im Rathaus versucht er, Tradition und neue Formen des Miteinanders zusammenzubringen.

Veronica Ferres nimmt von Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, den Landesverdienstorden entgegen.

Veronica Ferres nimmt von Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, den Landesverdienstorden entgegen.

Und schließlich Veronica Ferres: Die Schauspielerin gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Films und ist Nordrhein-Westfalen auch als Produzentin verbunden. Doch ihre vielleicht sichtbarste Rolle spielt sie abseits der Leinwand. Seit Jahren setzt sie sich für benachteiligte und schwerkranke Kinder ein, unter anderem als Schirmherrin der Arche Kinderstiftung und des Bergischen Kinder- und Jugendhospizes Burgholz. Mit ihren Kinderbüchern engagiert sie sich zudem für den Schutz und die Stärkung von Kindern.

Gewürdigt wurden auch weniger bekannte Persönlichkeiten wie Lena Arndt. Die diplomierte Sozialarbeiterin war 1980 Mitbegründerin des Frauenhauses Paderborn und setzte sich seither für den Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt ein.