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Termine abgesagtWüst ist erneut Vater geworden – plant er eine Baby-Pause?

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Ein Bild vom 14. Mai 2022: Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt mit seiner Ehefrau Katharina und Tochter Philippa zum Wahllokal, um seine Stimme für die Landtagswahl abzugeben.

Ein Bild vom 14. Mai 2022: Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt mit seiner Ehefrau Katharina und Tochter Philippa zum Wahllokal, um seine Stimme für die Landtagswahl abzugeben.  

Die Absage von zwei wichtigen Terminen durch Hendrik Wüst löste in Düsseldorf Spekulationen über eine Baby-Pause aus.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ist wieder Vater geworden. Aus diesem Grund nahm er am Donnerstag nicht an der Grundsteinlegung für das Hochleistungsrechenzentrum vom Microsoft im Rheinischen Revier teil. Der CDU-Politiker wollte Zeit mit Clementine, dem neuen Mitglied der Familie verbringen. Vor vier Jahren hatte Wüsts Ehefrau Katharina bereits Tochter Philippa zur Welt gebracht.

Als Wüst im Oktober 2021 erstmals Vater wurde, stand er kurz vor der Amtsübernahme als Ministerpräsident. Diesmal sind die Zeiten in der Landespolitik deutlich ruhiger, die nächste Landtagswahl steht erst im Mai 2027 an. Nutzt der Ministerpräsident die Chance, eine Babypause einzulegen? Schon am Mittwoch hatte Wüst an dem Kongress Defence.NRW nicht teilgenommen.

Dass Politiker sich Elternzeit nehmen, kommt nur äußerst selten vor. Der Grüne Cem Özdemir hatte sich nach der Geburt seines Kindes im Jahr 2009 eine Auszeit genommen, der damalige SPD-Chef Sigmar Gabriel trat 2012, nachdem er Vater einer Tochter geworden war, eine dreimonatige Politik-Pause an. Solche Pläne hat der Ministerpräsident von NRW aber offenbar nicht.

Wüst will nicht längere Zeit abwesend sein

In Düsseldorf hieß es, Wüst werde von Tag zu Tag entscheiden, welche Termine er wahrnehmen wolle. Auch wenn er bei seiner Familie sei, stehe der Ministerpräsident mit der Staatskanzlei in engem Kontakt. Eine längere Abwesenheit sei nicht vorgesehen.

Die politischen Mitstreiter in der Landespolitik hätten indessen vollstes Verständnis für eine Babypause gehabt. Die sei „doch selbstverständlich“, erklärte Jochen Ott, Chef der SPD-Landtagsfraktion und Wüst-Herausforderer bei der NRW-Wahl im nächsten Jahr. „Als SPD-Fraktion sagen wir schließlich: #FamilyFirst.“, erklärte der Politiker aus Köln. Das gelte auch für einen Ministerpräsidenten, sagte Ott. „Daher auch auf diesem Wege, mein herzlicher Glückwunsch.“

Ähnlich äußerte sich Henning Höne, Chef der FDP in NRW. „Ich wünsche Familie Wüst von Herzen alles Gute“, sagte der Liberale aus dem Münsterland. Die ersten Tage und Wochen nach der Geburt seien etwas ganz Besonderes. „Für den Ministerpräsidenten gibt es eine Stellvertreterin, für Hendrik Wüst als Vater nicht. Selbstverständlich darf sich ein Ministerpräsident Zeit für die Familie nehmen“, betonte Höne.

Hendrik Wüst verkündet Baby-News via Instagram

Tim Achtermeyer ist der Chef der Grünen in NRW, die gemeinsam mit der CDU die Landesregierung bilden. „Ich finde es völlig normal und selbstverständlich, dass man als frisch gebackener Papa die erste Zeit bei Kind und Frau ist“, erklärte der Politiker aus Bonn. Und fügte hinzu: „Ich wünsche den Vieren auf jeden Fall eine wunderbare Zeit des Kennenlernens und gratuliere von Herzen.“

Wüst hatte am Mittwochmorgen bei Instagram ein Bild gepostet, das Töchterchen Philippa (4) für ihre kleine Schwester gemalt hat. Man sieht darauf zwei Mädchen an einem Feuer. Wüst schrieb dazu: „Am Feuer sitzen. Nah beieinander. Vielleicht ist Familie genau das: ein kleines Lagerfeuer, um das man zusammenkommt. Es spendet Wärme, Licht, Geborgenheit - und einen Platz für alle. Jetzt sitzt die kleine Schwester mit am Feuer.“