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Deutliche Unterstützung für UkraineAfD‑Vorsprung verringert – Merz und Union legen zu

Das neue „Politbarometer“ des ZDF ist veröffentlicht worden. Auch Russlands Krieg und die Rentenpläne spielen eine Rolle.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundestag. Im Vordergrund geht AfD-Chefin Alice Weidel entlang. (Archivbild)

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundestag. Im Vordergrund geht AfD-Chefin Alice Weidel entlang. (Archivbild)

Der Umfrage-Vorsprung der AfD hat sich nach dem neuen ZDF‑„Politbarometer“ gegenüber der Union verringert. Wie aus der am Freitag veröffentlichten Erhebung hervorgeht, kämen CDU/CSU auf 23 Prozent (plus zwei Prozentpunkte), wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die AfD würde zwei Prozentpunkte verlieren, läge mit 26 Prozent aber weiter vorne. Die SPD verbessert sich auf 14 Prozent (plus eins) und steht damit wieder auf Platz drei.

Die Grünen verloren zwei Prozentpunkte und kamen noch auf 13 Prozent. Auch die Linke wird mit elf Prozent (minus eins) leicht schwächer gesehen. Die FDP würde mit unverändert drei Prozent weiter an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Sonstige Parteien kommen auf zehn Prozent (plus zwei).

Ablehnung für Linke in Berlin und Rentenpläne

Abgefragt wurde für das „Politbarometer“ auch die Haltung zu einer möglichen rot-grün-roten Regierung unter Führung der Linken auf Landesebene in Berlin. Eine solche Regierungskoalition fände mehr als die Hälfte der Befragten schlecht (56 Prozent). 26 Prozent fänden das gut und 16 Prozent wäre das egal. Abgelehnt würde Rot-Grün-Rot auch von 42 Prozent der SPD- und 26 Prozent der Grünen-Anhänger.

Auch die Rentenpläne der Bundesregierung standen in der Umfrage auf dem Prüfstand. Im Rahmen ihrer geplanten Rentenreform plant die Bundesregierung, die sogenannte Rente mit 63 abzuschaffen. In der Bevölkerung wird dieses Vorhaben allerdings sehr kritisch bewertet: Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften und Altersgruppen sprechen sich gegen die Abschaffung der „Rente mit 63“ aus, lediglich 21 Prozent befürworten den Plan.

Deutsche stehen hinter der Ukraine – Misstrauen gegenüber Putin

Die Unterstützung für die Ukraine hält der Erhebung zufolge in Deutschland unterdessen an. 30 Prozent der Befragten befürworten eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten, 33 Prozent heißen das aktuelle Engagement Europas gut und 32 Prozent sprechen sich für ein Zurückfahren der Militärhilfen aus.

Uneinigkeit herrscht jedoch hinsichtlich möglicher Kriegspläne Russlands. 46 Prozent rechnen mit einem zukünftigen russischen Angriff auf östliche Nato-Länder wie Polen oder die baltischen Staaten. Ähnlich viele (48 Prozent) und mehr Ost- (57 Prozent) als Westdeutsche (46 Prozent) tun das nicht.

Boris Pistorius bleibt der beliebteste Politiker

Im Politiker-Ranking behält Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) derweil seinen Spitzenplatz. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,6 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Anfang Oktober: 1,3) beurteilt. Es folgen erneut Manuela Schwesig (SPD) mit 1,2 (1,1), Hendrik Wüst (CDU) mit 0,9 (0,8) und mit Abstand Markus Söder (CSU), der sich mit minus 0,1 (minus 0,5) klar verbessert.

Ebenfalls deutlich besser als vor zwei Wochen sind die SPD-Politiker Lars Klingbeil mit minus 0,2 (minus 0,6) und Bärbel Bas auch mit minus 0,2 (minus 0,7). Danach kommen Heidi Reichinnek (Linke) mit minus 1,2 (minus 1,0) und Kanzler Friedrich Merz (CDU), der mit minus 1,5 (minus 2,0) sichtbar zulegen kann. Schlusslichter sind die AfD-Chefs Tino Chrupalla mit minus 2,7 (minus 2,5) und Alice Weidel mit ebenfalls minus 2,7 (minus 2,5).

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das „Politbarometer“ vom 20. bis 22. Oktober 1225 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus zwei bis drei Prozentpunkten angegeben. (das/afp)