Kölner Stadt-Anzeiger · Community

Kommentare · 0

Abo

Niederlage bei MidtermsTrumps Wahlnacht ohne Melania – Wo war die First Lady?

Trump erlebte die Niederlage seiner Republikaner im Weißen Haus ohne Melania. Die First Lady hat andere Prioritäten.

Die Trumps stehen nebeneinander.

Während Trump im Weißen Haus das Debakel seiner Republikaner verdauen muss, glänzt die First Lady durch Abwesenheit. (Archivbild)

Ausgerechnet Melania Trump fehlte, als sich die Stimmung im berühmten East Room des Weißen Hauses am Dienstagabend zusehends verdüsterte. Während die Gesichter von Donald Trump und seinen engsten Beratern dort immer länger wurden, stand der US-Präsident ohne seine Ehefrau an seiner Seite da.

Der internen Wahlnacht-Party blieb die First Lady demonstrativ fern. So schildert es ein Insider aus dem Weißen Haus gegenüber der „Daily Mail“. Zur selben Zeit eroberten die Demokraten die Kontrolle über den Kongress zurück und fügten den Republikanern eine historische Niederlage zu.

Monatelang hatte der Staatschef im Vorfeld an die Wähler appelliert. Seine Botschaft: Sie sollten bei den Zwischenwahlen so abstimmen, als stünde er selbst auf dem Stimmzettel. Diese Taktik ging jedoch gründlich daneben.

Nicht nur in hart umkämpften Swing States wie Georgia, New Hampshire und North Carolina setzten sich die Demokraten durch. Selbst in traditionell tiefroten Hochburgen, darunter Iowa, Kansas, Texas und South Carolina, räumten sie ab.

Trump sucht die Schuld für die Wahlschlappe bei anderen

Auf seiner Plattform Truth Social reagierte Trump gewohnt impulsiv auf den Verlust des Kongresses und machte postwendend andere Umstände für das Ergebnis verantwortlich. Noch während die Stimmen ausgezählt wurden, wetterte er: „Ich stand nicht auf dem Stimmzettel, und wenn ich darauf gestanden hätte, hätten wir mit einem Erdrutschsieg gewonnen!“ Zum Abschluss seiner Nachricht schrieb er: „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit. Präsident Donald J. Trump.“

First Lady Melania Trump hört zu, während Präsident Trump spricht, nachdem sie in der Palm Beach County Library ihre Stimmen im Rahmen der vorzeitigen Stimmabgabe für die Zwischenwahlen 2026 abgegeben hat.

First Lady Melania Trump hört zu, während Präsident Trump spricht, nachdem sie in der Palm Beach County Library ihre Stimmen im Rahmen der vorzeitigen Stimmabgabe für die Zwischenwahlen 2026 abgegeben hat.

Von Melania Trump dagegen war öffentlich kein einziges Wort zu den verheerenden Verlusten der Konservativen zu hören. Rar gemacht hatte sie sich bereits im Wahlkampf: Während ihr Mann rastlos durch die Bundesstaaten reiste, um Stimmen für die Kandidaten seiner Partei zu sammeln, trat sie kaum in Erscheinung – abgesehen vom gemeinsamen Urnengang am Wahltag. Auch in seiner zweiten Amtszeit hält sich die First Lady auffallend oft aus dem grellen Rampenlicht heraus.

Melania setzt auf Diplomatie zwischen Ukraine und Russland

Die Niederlage gemeinsam mit ihrem sichtlich bedienten Mann auszusitzen, kam für die First Lady nicht infrage – sie setzte eigene Schwerpunkte. Noch während die Bürger an den Urnen standen, gab das Weiße Haus bekannt, dass Melania am Donnerstag um 11.00 Uhr im Grand Foyer sprechen wird. Dort will sie hochrangige Vertreter aus der Ukraine und Russland an einen Tisch bringen.

Ihre Rede dreht sich vor allem um eine sechstägige humanitäre Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky und den umliegenden Gebieten in der Region Cherson. Die First Lady hatte diese lokale Waffenruhe persönlich mit ausgehandelt. Sie gilt als bedeutendste Annäherung zwischen Kiew und Moskau seit 2022.

Bereits am Sonntag lief die Vereinbarung aus, seither hat Russland seine Angriffe wieder verstärkt. In dem Zeitfenster konnten dennoch zahlreiche eingeschlossene Bewohner evakuiert werden. Während ihr Mann noch immer die Quittung der US-Wähler verdauen muss, richtet Melania Trump den Blick nun nach vorn. (red)