Der Einschlag einer Drohne in Rumänien sorgt für eine Reaktion von Kremlchef Putin. Moskaus Scharfmacher rufen nach Eskalation.
„Krieg gegen Russland begonnen“Moskau laviert und droht Europa – radikale Töne im Kreml-TV

Kremlchef Wladimir Putin bei einem Auftritt vor Journalisten in Kasachstan. (Archivbild)
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Nach dem Einschlag einer Drohne in ein Haus in Rumänien hat Russlands Präsident Wladimir Putin betont, dass ihre Herkunft noch unklar sei. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand sagen, woher diese oder jene Drohne stammt, solange keine Untersuchung der Drohne stattgefunden hat“, sagte Putin am Freitag auf Nachfrage vor Journalisten in der kasachischen Stadt Astana.
Rumänischen Angaben zufolge wurden durch den Drohneneinschlag in ein Wohnhaus in der Nacht zum Freitag zwei Menschen verletzt und ein Feuer ausgelöst.
NATO und Rumänien sprechen von „russischer“ Drohne
Es sei zu früh, um zu sagen, dass es sich um eine russische Drohne handele, sagte Putin. „Wenn sie uns objektive Daten vorlegen, werden wir beurteilen, was geschehen ist“, fügte er hinzu. Putin wies zudem darauf hin, dass ukrainische Drohnen bereits andere Länder überflogen hätten. Direkte Belege dafür, dass die Drohne nicht aus Russland stammte, legte der Kremlchef jedoch nicht vor.
Die NATO bekräftigte unterdessen am Freitagabend, dass es sich um eine russische Drohne gehandelt habe. Die Drohne sei „russisch“, erklärte der Sprecher des NATO-Oberkommandos der Alliierten Streitkräfte in Europa, Martin O'Donnell.
Auch Rumänien macht Moskau für den Vorfall verantwortlich. Der rumänische Verteidigungsminister Radu-Dinel Miruta sagte vor Journalisten, die Seriennummern wiesen darauf hin, dass es sich „zweifellos“ um eine russische Drohne handele.
Vergleich mit Ukraine: Wladimir Putin droht Armenien
Putin nutzte seinen Auftritt vor Journalisten in Astana unterdessen erneut auch für bedrohliche Worte gegenüber dem russischen Nachbarland Armenien – und warnte die Südkaukasusrepublik vor negativen Folgen, sollte sich das Land der EU annähern.
Der Kremlchef verwies dabei auch auf die Ukraine. Die „Krise“ dort habe mit Schritten zu einem EU-Beitritt begonnen, behauptete Putin – und verlieh seinen Worten damit einen noch bedrohlicheren Klang. Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Dmitri Medwedew droht Europa: „Die ruhigen Zeiten sind vorbei“
Während Putin nach dem Drohneneinschlag in Rumänien zunächst eine russische Verantwortung bestritt, setzte sein Parteikollege und langjähriger Weggefährte Dmitri Medwedew erneut auf drastische Drohungen in Richtung Europas.
„Liebe Bürger der EU-Länder, ihr müsst euch bewusst machen, dass eure Regierungen einseitig einen Krieg gegen Russland begonnen haben“, schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrates auf der Plattform X. „Seid also wachsam und lasst euch von nichts überraschen.“ Der „ruhige Schlaf“ sei nun vorbei, drohte Medwedew weiter und fügte hinzu: „Aber ihr wisst, wen ihr dafür zur Rechenschaft ziehen müsst!“
Russland: Propagandisten fordern Angriffe auf Europa
Auch die russischen Staatsmedien und Propagandisten schlagen in diesen Tagen radikale Töne an. „Wir werden Europa nicht verschonen, also werden wir es angreifen – sowohl mit taktischen als auch mit nuklearen Waffen“, verkündete etwa der populäre TV-Moderator Wladimir Solowjow in einer seiner Sendungen in dieser Woche.

Der russische TV-Propagandist Wladimir Solowjow. (Archivbild)
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„Es gibt kein Europa, es gibt nur einen Feind. Sie müssen am eigenen, erbärmlichen, korrupten, abscheulichen europäischen Leib erfahren, wie Krieg ist“, hieß es weiter von Solowjow.
„Auf jeden Fall in Deutschland und in Frankreich“
Ähnliche Worte wählte auch der Politikwissenschaftler und Radiomoderator Sergei Karnauchow in einer Sendung am Freitag. „Wir stehen am Abgrund, an dem dieser Konflikt eskaliert, eine andere Form annimmt und in eine neue Phase übergeht, in der wir einen echten Krieg führen müssen“, ließ der Propagandist seine Zuhörer wissen.
Gegen die Ukraine werde dann „ein anderes Waffensystem eingesetzt“, das zu einer „vollständigen Säuberung“ führen werde. „Dann verschwindet die Ukraine von der Landkarte.“ Auch Angriffe gegen Ziele in Europa brachte Karnauchow ins Spiel. „Wir sollten einfach alle Objekte des militärisch-industriellen Komplexes im Baltikum, in Osteuropa, auf jeden Fall in Deutschland und in Frankreich in Stücke sprengen“, forderte der Propagandist in seiner Sendung. (mit afp)
