Die ukrainischen Streitkräfte haben erneut eine Angriffswelle gestartet. Mehrere Ziele in Russland sind Berichten zufolge getroffen worden.
„Keine Ruhe für die Gottlosen“Ukraine greift mit Flamingos an – Fabrik und Raffinerie in Flammen

Ein Screenshot aus einem Video zeigt einen ukrainischen Flamingo-Marschflugkörper beim Start. (Archivbild)
Copyright: Handout/ZN.UA/AFP
Die Ukraine setzt ihre Angriffserie auf Ziele tief in Russland fort. In der Nacht zum Dienstag haben ukrainische Drohnen und Raketen mehrere russische Regionen sowie die besetzten Teile der Krim attackiert. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe insgesamt 326 Drohnen abgeschossen.
Nach Angaben des Gouverneurs der Tschuwaschischen Republik wurde die Hauptstadt Tscheboksary mit Raketen beschossen. Der russische Telegram-Kanal Astra meldete einen Angriff auf den Rüstungsbetrieb „WNIIR-Progress“ in Tscheboksary und veröffentlichte Videos und Fotos, die schwarzen Rauch über der Fabrik zeigen sollen. „WNIIR“ sei bereits mehrfach Ziel von Drohnen- und Raketenangriffen gewesen, hieß es weiter.
Angriff tief in Russland: Videos zeigen Flamingo-Marschflugkörper
Laut dem ukrainischen Telegram-Kanal Exilenova wurden bei dem Angriff auch „Flamingo“-Marschflugkörper eingesetzt, auch in ukrainischen Medienberichten war vom Einsatz der reichweitenstarken Waffe die Rede. In den sozialen Netzwerken kursierten zudem Videoaufnahmen, auf denen ein dem Flamingo ähnlich sehender Flugkörper zu sehen ist.
Auch das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation (Spravdi), eine offizielle Behörde, berichtete auf der Plattform X vom Einsatz der Marschflugkörper und veröffentlichte entsprechende Videos.
„Die russische Luftabwehr kann das, was auf sie zukommt, nicht aufhalten“
„Keine Ruhe für die Gottlosen in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages“, hieß es von der ukrainischen Behörde, die zudem betonte, die Flamingo-Marschflugkörper hätten bei dem Angriff eine Distanz von rund 1000 Kilometern zurückgelegt. „Die russische Luftabwehr kann das, was auf sie zukommt, nicht aufhalten“, hieß es weiter.
Auch im russischen Gebiet Wladimir entfachten ukrainische Drohnenangriffe ersten Berichten zufolge in der Nacht auf Mittwoch Brände an zwei Standorten in den Bezirken Kameschkowski und Alexandrowski, wie regionale Behörden mitteilten. Verletzte gab es demnach nicht.
Berichte: Ukraine greift auch Rosneft-Raffinerie und Moskau an
Besonders schwerwiegend: Der Telegram-Kanal Astra berichtete, dass die Kujbyschew-Ölraffinerie in Samara – eine der größten Rosneft-Anlagen im russischen Ölsektor – nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Brand geraten sei.

Ein Screenshot aus einem in den sozialen Netzwerken kursierenden Video soll Rauchsäulen über einer russischen Raffinerie in Samara zeigen.
Copyright: Screenshot/Telegram/Exilenova
Entsprechende Aufnahmen von Rauchsäulen über der Anlage kursierten am Mittwochmorgen in den sozialen Netzwerken. Die Behörden bestätigten den Angriff bislang nicht offiziell. Die Region rief jedoch Luftalarm aus und forderte die Bewohner auf, Schutz zu suchen.
Auch aus der Region Moskau gab es Meldungen über ukrainische Drohnen. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete, die Luftverteidigung in der Hauptstadtregion habe am frühen Mittwoch zwölf Drohnen abgeschossen, die Kurs auf Moskau genommen hätten.
Keine Friedenslösung in Sicht – Kreml bleibt auf Kriegskurs
Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten immer wieder russische Energieinfrastruktur-Anlagen und Rüstungsbetriebe angegriffen, um die Logistik der russischen Armee zu schädigen und die russischen Einnahmen aus Ölverkäufen zu drosseln.
Eine Friedenslösung ist unterdessen weiterhin nicht in Sicht. Zuletzt hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj direkte Verhandlungen in einem Drittstaat vorgeschlagen – Moskau lehnte diesen Vorschlag umgehend ab. Auch die jüngsten Aufforderungen zu Friedensgesprächen europäischer Staatschefs wies der Kreml umgehend zurück.
