„Sah nach Star Wars aus“„Schlecht für Russland“ – Ukraine schießt Putins „unbesiegbare“ Hyperschallraketen ab

Lesezeit 3 Minuten
Dieses vom ukrainischen Ministerium für Notfallsituationen zur Verfügung gestellten Foto zeigt einen Feuerwehrmann bei Löscharbeiten nach Raketenangriffen in der Nacht. Heftige Explosionen von Luftabwehrraketen haben die Einwohner in Kiew aus dem Schlaf gerissen.

Dieses vom ukrainischen Ministerium für Notfallsituationen zur Verfügung gestellten Foto zeigt einen Feuerwehrmann bei Löscharbeiten nach Raketenangriffen in der Nacht. Heftige Explosionen von Luftabwehrraketen haben die Einwohner in Kiew aus dem Schlaf gerissen.

Gleich sechs Raketen des Typs Kinschal hat die Ukraine laut eigenen Angaben in der Nacht über Kiew abgeschossen.

Die Ukraine hat bei erneuten nächtlichen russischen Luftwaffenangriffen eigenen Angaben zufolge sechs moderne russische Hyperschallraketen abgefangen. „Ein weiterer unglaublicher Erfolg für die ukrainischen Luftstreitkräfte! Vergangene Nacht haben unsere Luftverteidiger sechs russische Hyperschallraketen vom Typ Kinschal und zwölf weitere Raketen abgeschossen“, erklärte Verteidigungsminister Oleksij Resnikow am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Ukrainische Angaben: Alle 18 russischen Raketen von Luftabwehr über Kiew zerstört

Nach Armee-Angaben zerstörte die Luftabwehr alle von Russland über Nacht abgefeuerten 18 Raketen sowie neun Drohnen. Mit welchen Waffen die Raketen vom Himmel geholt wurden, teilte die Armee zunächst nicht mit.

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko gingen einige Trümmerteile in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt nieder, unter anderem im Zoo, wo sie demnach drei Menschen verletzten. Vergangene Woche hatte die Ukraine erstmals den Abschuss einer russischen Kinschal-Hyperschallrakete gemeldet.

Wladimir Putins „unbesiegbare“ Waffe scheint für Patriot-Systeme besiegbar zu sein

Der ukrainischen Luftwaffe zufolge war die Rakete mit einem Patriot-Abwehrsystem vom Himmel über Kiew geholt worden. Mitte April waren die ersten Patriot-Systeme an die Ukraine geliefert worden. Patriot gilt als das fortschrittlichste Luftabwehrsystem der USA. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte hervorgehoben, das System werde die Abwehr gegen russische Angriffe „erheblich“ stärken.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Kinschal im Jahr 2018 vorgestellt. Die Raketen sind in der Lage, bei extremer Geschwindigkeit Höhe und Richtung zu ändern – und somit der gegnerischen Flugabwehr auszuweichen. Putin pries sie daher als „unbesiegbar“ an.

Unruhige Nacht in Kiew: „So stark haben bei mir die Wände noch nie gezittert“

Zuvor hatte die Ukraine am Dienstagmorgen einen massiven russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt gemeldet. „Der Feind hat einen komplexen Angriff aus mehreren Richtungen und zu gleicher Zeit gestartet, mit Drohnen, Marschflugkörpern und wahrscheinlich ballistischen Raketen“, teilte die Militärverwaltung von Kiew im Onlinedienst Telegram mit.

Bewohner der Stadt berichteten in sozialen Netzwerken von lauten Explosionsgeräuschen in der Nacht. „So stark haben bei mir die Wände noch nie gezittert“, berichtete der Journalist Denis Trubetskoy, es sei eine der „unruhigsten Nächte überhaupt“ in Kiew gewesen.

Ukraine spottet über russische Waffen: „Tolle Werbung für diejenigen, die sie noch kaufen“

Der Kampf zwischen der ukrainischen Luftabwehr und den russischen Raketen habe nach „Star Wars“ ausgesehen, beschrieb Trubetskoy seine Eindrücke auf Twitter. „Aber im Endeffekt war es eine richtig schlechte Nacht für Russland.“

In russischen Medien werden die offenbar wenig erfolgreichen Angriffe auf Kiew am Dienstag so gut wie gar nicht thematisiert. Es habe „Explosionen in Kiew“ gegeben, heißt es bei der staatlichen Nachrichtenagentur Ria. Auch die staatliche Agentur Tass beschränkte sich darauf, von „starken Explosionen“ in Kiew zu berichten.

In Kiew nutzte man die erfolgreichen Abschüsse unterdessen für Spott über die russischen Waffensysteme. Die erfolgreiche Abwehr der russischen Flugkörper sei „tolle Werbung für russische Waffen für diejenigen, die sie noch kaufen“, höhnte der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, auf Twitter. Der Welt sei erneut vorgeführt worden, „dass russische Waffen veraltet sind und moderne Luftverteidigungssysteme nicht durchdringen können“, hieß es weiter. (mit afp)

Nachtmodus
KStA abonnieren