Die Unfallchirurgie der Krankenhäuser EVKK und Eduardus soll künftig in Kalk gebündelt werden. Versprochen wird eine modernere Versorgung.
Eduardus und EVKKKölner Krankenhäuser legen ihre Unfallchirurgien zusammen

Die Krankenhäuser EVKK und Eduardus bündeln ihre Unfallchirurgie im Rechtsrheinischen.
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Es gibt immer das ein oder andere Kind in der Klasse, das seine Hausaufgaben gemacht hat, noch bevor sie überhaupt jemand aufgegeben hat. Das hat viele Vorteile. Für das Kind selbst, weil es vorgearbeitet hat und es vielleicht mal ruhiger angehen kann, wenn es gerade Besseres vorhat. Aber auch für die ganze Klasse: Weil es so immer jemanden zum Abschreiben gibt, aber auch weil sich andere vielleicht ein Beispiel nehmen und so insgesamt die Leistungskurve der Jahrgangsstufe angehoben werden kann.
Das Eduardus Krankenhaus in Deutz und das Evangelische Krankenhaus Kalk (EVKK) sind solch eifrige Eleven. Sie haben den verordneten Krankenhausplan des Landes NRW nicht nur umgesetzt, sie haben gleich ein paar Seiten weitergearbeitet und bündeln nun die Unfallchirurgie und der unfallchirurgischen Notfallversorgung beider Häuser unter einem Dach. Ungefragt. Chefarzt Dr. Axel Jubel vom Eduardus zieht mit einem großen Teil seines Teams ans EVKK. Im Gegenzug soll das Eduardus sich noch besser auf den planbaren Austausch von Hüft- und Knieprothesen konzentrieren können. „Wir waren mit unseren unvorhersehbaren Einsätzen ohnehin häufig ein Störfaktor im Zeitplan der Kollegen“, sagt Jubel und lacht.

Die Chefärzte Professor Dr. Axel Jubel und Professor Dr. Henning Kunter sowie die beiden Geschäftsführer Frank Dünnwald und Marcus Kirchmann (v. l.) arbeiten künftig näher zusammen.
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Nun unterstützt Jubel mit sechs weiteren Ärzten und drei pflegenden Kollegen Professor Dr. Henning Kunter, der Chefarzt Unfallchirurgie im EVKK ist. „Wir haben seit vielen Jahren ein zertifiziertes Alterstraumatologisches Zentrum, bieten also eine enge Verzahnung zwischen Geriatrie und Unfallchirurgie. Durch die engere Kooperation unserer zwei geriatrischen Standorte in Kalk und Deutz stärken wir diesen Schwerpunkt nun noch mehr“, sagt Kunter.
Wozu der Eifer in einer Zeit, in der sich alle vor Abbau fürchten und deshalb erst recht auf Besitzstandswahrung aus sind, könnte man fragen. Frank Dünnwald, Geschäftsführer des Eduardus-Krankenhaus in Deutz, antwortet dann: „Wir wissen alle, was zu tun ist, um das Gesundheitssystem schlanker aufzustellen. Aber es bringt nichts, wenn wir die Änderungen immer nur bei den anderen gutheißen. Wir müssen uns auch selbst bewegen. Und dann ist es immer noch besser, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.“
Eigenes CT-Gerät, gebündelte medizinische Kompetenz
Den finanziellen Spielraum der Kliniken soll das neue Konzept etwas erhöhen. Allerdings betonen beide Häuser, im Vordergrund der Überlegungen hätte der Wille gestanden, die Qualität für die Patientinnen und Patienten zu verbessern. „Leichte Fälle wie Schnittwunden können weiter noch bei uns versorgt werden“, sagt Dünnwald. Komplizierte Fälle verweise man dann aber weiter an das EVKK.
„Wir bündeln medizinische Kompetenzen und Technik, schaffen ein neues CT-Gerät an und heben damit die unfallchirurgische Notfallversorgung und stationäre Versorgung in Kalk auf ein neues Niveau“, sagt Marcus Kirchmann, Geschäftsführer des EVKK. Jubel ergänzt: „Am Ende wird jeder Patient besser versorgt.“ Auf Seiten des Eduardus könne man durch die eingesparte Zeit die immensen Wartelisten auf eine Knie- oder Hüftprothese verkürzen, sagt Dünnwald. Zudem sei es möglich, noch mehr Zeit in die Schwerpunkte Wirbelsäulenchirurgie, Sportorthopädie und Geriatrie zu investieren.
Fragt man die Beteiligten nach dem Erfolgsrezept der Gesundheitsreform im Kleinen, dann nennen alle das Wort Kommunikation. Von Anfang an habe man alle mit ins Boot geholt und überlegt, wie es funktionieren könnte. Dünnwald sagt: „Man muss eben miteinander sprechen und einen vernünftigen Plan haben. Dann klappt das gut.“
