Gasgeruch ist ein ernstes Warnsignal. Wir erklären, wie Sie sich im Notfall richtig verhalten und eine Explosion verhindern.
Es riecht nach faulen EiernWas Sie bei einem Gasleck im Haus sofort tun müssen

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr stehen in der Nähe eines eingestürzten Hauses in Görlitz. Als Ursache vermutet man eine Gasexplosion.
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Ein stechender Geruch, der an faule Eier erinnert, oder eine beißende Note in der Wohnung? Dies sind klare Anzeichen für eine potenzielle Gasundichtigkeit. Die damit verbundenen Gefahren verdeutlicht der kürzliche Kollaps eines Wohnhauses in Görlitz (Sachsen), für den die Ermittler eine Gasexplosion als Grund annehmen. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzen über 50 Prozent der deutschen Haushalte Gas zum Heizen, was die Thematik auch für viele Bürger in Köln und der Region relevant macht. Obwohl die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse sehr niedrig ist, ist es unerlässlich, die Alarmsignale zu erkennen und bei einem Notfall korrekt zu reagieren.
Von Natur aus sind Erd- und Flüssiggas geruchlos. Aus Sicherheitsgründen werden ihnen jedoch sogenannte Odoriermittel beigemischt, damit Lecks schnell bemerkt werden. Der dadurch entstehende Geruch ist bewusst abstoßend und erinnert an faule Eier oder hat eine beißende Qualität. Er ist bereits bei sehr niedrigen Gaskonzentrationen wahrnehmbar, die noch keine Gefahr darstellen. Das Ziel dieses Zusatzstoffes ist es, sich deutlich von alltäglichen Gerüchen zu unterscheiden und als sofortiges Alarmsignal für die Bewohner zu dienen.
Richtiges Verhalten bei Gasgeruch
Die oberste Priorität ist, ruhig zu bleiben. Sorgen Sie für Durchzug, indem Sie umgehend alle Fenster und Türen öffnen, um die Gaskonzentration in den Zimmern zu reduzieren. Verlassen Sie danach das Haus und machen Sie andere Hausbewohner durch Rufen oder Klopfen auf die Gefahr aufmerksam.
Vermeiden Sie unbedingt die Benutzung der Türklingel, da ein Funke ein potenziell explosives Gas-Luft-Gemisch entzünden könnte. Aus diesem Grund dürfen auch keinerlei elektrische Schalter oder Geräte betätigt werden, einschließlich Ventilatoren oder Telefone. Das Anzünden von Feuerzeugen oder Streichhölzern ist strikt verboten. Ziehen Sie zudem keine Stecker aus den Steckdosen, weil auch hierbei ein gefährlicher Funkenüberschlag entstehen kann.
Kontaktieren Sie den Störungsdienst Ihres Gasversorgers erst, nachdem Sie sich ins Freie begeben haben. Die Telefonnummer ist häufig auf dem Gaszähler vermerkt. Sollten Sie die Nummer nicht finden, wählen Sie den Notruf 112 der Feuerwehr. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) weist darauf hin, dass die Feuerwehr die zuständigen Energieversorger kennt und die Information weitergibt. Ein Einsatz des Bereitschaftsdienstes ist auch bei einem Fehlalarm für Sie kostenfrei.
Schließen des Gashaupthahns: Nur wenn es sicher ist
Falls Sie die Position des Hauptabsperrhahns kennen und dieser leicht erreichbar ist, sollten Sie die Gaszufuhr unterbrechen, bevor Sie das Gebäude verlassen. Es ist für alle Bewohner empfehlenswert, sich über den Standort dieses Hahns zu informieren.

Wenn es im Haus nach Gas riecht, sollte der Haupthahn zugedreht, die Fenster geöffnet und das Gebäude umgehend verlassen werden.
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Wenn Sie sich über den Ort des Hahns im Unklaren sind oder sich die Bedienung nicht zutrauen, überlassen Sie diese Maßnahme den eintreffenden Spezialisten. Der Schutz von Ihnen und anderen Personen hat absoluten Vorrang.
Explosionsgefahr als primäres Risiko
Das Einatmen kleinerer Gasmengen über eine kurze Dauer ist laut den Stadtwerken Erkrath im Allgemeinen unschädlich, da Erdgas an sich nicht toxisch ist. Die beigemengten Odoriermittel können bei längerer Exposition jedoch gesundheitsschädlich wirken. Erreicht die Gaskonzentration in einem Raum einen sehr hohen Wert von ungefähr 28 Volumenprozent, droht Erstickungsgefahr.
Die weitaus größere Gefahr ist jedoch eine Detonation. Hierfür ist bereits eine erheblich niedrigere Gaskonzentration in der Umgebungsluft ausreichend, die in einem Bereich von 4 bis 16 Volumenprozent liegt. Eintreffende Einsatzkräfte führen daher sofort Messungen der Konzentration durch. Bei bedenklichen Messwerten kann auch eine Räumung benachbarter Gebäude erforderlich werden.
Zusätzlicher Schutz durch Gasmelder
Eine zusätzliche Sicherheitsebene stellen Gaswarnmelder dar, die im Notfall einen lauten Alarm auslösen, auch wenn sich niemand im betroffenen Zimmer aufhält. Solche Geräte sollten in der Nähe von gasbetriebenen Anlagen wie Heizkesseln oder einem Gasherd montiert werden. Da Erdgas eine geringere Dichte als Luft hat und somit aufsteigt, ist eine Installation an der Decke oder im oberen Wandbereich am wirkungsvollsten. (dpa/red)
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