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Klub unterstützt KampagneÜberwältigende Spendenbereitschaft für Ultras des 1. FC Köln

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Ein Banner der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ in der Kölner Südkurve. Die Spendenbereitschaft für die FC-Fans ist nach einem Brand im Vereinsheim der Gruppe enorm. (Archivbild)

Ein Banner der Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ in der Kölner Südkurve. Die Spendenbereitschaft für die FC-Fans ist nach einem Brand im Vereinsheim der Gruppe enorm. (Archivbild)

„Die FC-Familie steht zusammen“, heißt es vom Klub – die Fans liefern nach einem Brand im Vereinsheim der „Wilden Horde“ den Beleg.

Nach dem Brand einer Autowerkstatt in Köln-Bickendorf, der auf das Vereinsheim der Kölner Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ übergesprungen war, gibt es eine enorme Spendenbereitschaft für die Kölner Ultras. Bei einer Spendenkampagne sind nach dem Brand, bei dem wohl viele Banner, Fahnen und Transparente aus der 30-jährigen Geschichte der größten Kölner Ultra-Gruppierung zerstört wurden, bis zum Dienstagmorgen rund 104.000 Euro zusammengekommen.

„Heute ist der Raum von Kölns größter Ultrasgruppe und damit ein Stück Kölner Fangeschichte durch einen Brand zerstört worden“, heißt es in dem Spendenaufruf. „In diesem Raum steckten Herzblut, Arbeit, Erinnerungen, Geschichten und Gemeinschaft. Vieles davon ist innerhalb weniger Stunden verloren gegangen.“ Nun helfe jeder Euro „beim Wiederaufbau, beim Ersetzen von zerstörtem Material und dabei, wieder aufzustehen“.

Brand in Bickendorf: „Wir gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus“

Ursache für das Feuer ist nach bisherigen Ermittlungen der Polizei fahrlässiges Verhalten. „Wir gehen derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Der Brand war demnach ersten Erkenntnissen nach in Folge von Schweißarbeiten in der Werkstatt ausgebrochen und hatte sich dann auf weitere Gebäude ausgedehnt. Die Ermittlungen dauern an.

Das Vereinsheim der „Wilden Horde“ war vom Brand einer Werrkstatt in Köln-Bickendorf betroffen.

Das Vereinsheim der „Wilden Horde“ war vom Brand einer Werrkstatt in Köln-Bickendorf betroffen.

Das Feuer hatte sich am Samstag in einem alten Kölner Industrieareal ereignet. Betroffen waren nach Angaben der Feuerwehr auch eine Fahrzeughalle, ein Verwaltungsgebäude sowie das besagte Vereinsheim. Die Gebäude galten zunächst als einsturzgefährdet. Die Kölner Ultras wurden auf dem Weg zum Saisonabschluss in München von der Nachricht überrascht und reisten zurück nach Köln.

Spenden für die „Wilde Horde“: 1. FC Köln unterstützt Ultra-Gruppierung

Vom 1. FC Köln erhalten die Ultras ebenfalls Unterstützung. Der Verein machte auf seiner Website auf die Spendenkampagne aufmerksam – und bedachte die „Wilde Horde“ mit warmen Worten. „FC-Familie hält zusammen: Stark bleiben, Wilde Horde!“, lautete die Überschrift auf der Internetseite des Klubs.

„Zesamme – der zentrale Wert des 1. FC Köln, besungen Spieltag für Spieltag in der FC-Hymne. Das gilt in guten wie in schweren Zeiten“, schrieb der Bundesliga-Verein. „Am Samstag waren die Räumlichkeiten der Ultragruppe Wilde Horde von einem schweren Brand betroffen. Das war der Grund, warum die aktive Fanszene nicht beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln beim FC Bayern im Gästeblock war“, heißt es weiter.

„In solchen Zeiten steht die FC-Familie zusammen“

„In solchen Zeiten steht die FC-Familie zusammen“, erklärte der Klub zudem und verwies auf die Spendenaktion für die Ultra-Gruppierung, an der sich auch Geschäftsführer Thomas Kessler und die Profis des 1. FC Köln beteiligt haben.

„Wir haben als Mannschaft vor dem Spiel erfahren, dass die Ultras auf halbem Weg umgedreht sind. Auf der Rückfahrt haben wir von der Spendenaktion mitbekommen und im Bus sofort gemeinsam entschieden, uns mit Teilen aus der Mannschaftskasse daran zu beteiligen. Als Danke für die Saison, als Danke für ihre Treue und aus Respekt vor der Ultraszene“, erklärte Torhüter und Kassenwart Matthias Köbbing stellvertretend für die Mannschaft.

In der Spendenliste tauchen neben anderen Kölner Fanklubs weitere prominente Namen auf – etwa Wilke Stroman, der zuletzt als FC-Vorstand kandidiert hatte, bei der Wahl jedoch gescheitert war. Auch der Name von Ex-FC-Spieler Marcel Risse wird von der Spendenplattform gelistet. Der höchste Einzelbetrag (5000 Euro) stammt derzeit nach Angaben der Plattform vom Kölner Unternehmer Navid Thielemann. (das/dpa)