Der gebürtige Kölner Salih Öczan verlässt nach vier Jahren Borussia Dortmund ablösefrei. Julian Pauli kehrt zum Trainingsauftakt zum FC zurück.
Erster Austausch mit dem FCÖzcans Rückkehr zu den Kölner Wurzeln?

Salih Özcan nahm am Wochenende Abschied vom BVB.
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Am Sonntagabend hat der 1. FC Köln offiziell verkündet, was schon längst kein Geheimnis mehr war: Mittelfeld-Abräumer Eric Martel verlässt den Bundesligisten ablösefrei. Der Vertrag des 24-Jährigen läuft am 30. Juni aus. Martel wolle sich einer „neuen Herausforderung„ stellen, hieß es.
Damit verliert der FC einen seiner zuverlässigsten Arbeiter im defensiven Mittelfeld. Geschäftsführer Sport Thomas Kessler weiß, dass das Zentrum eine der wichtigsten Großbaustellen in der Kaderplanung ist. Fest steht: Tom Krauß (24) bleibt beim FC – durch den Klassenerhalt greift die Kaufpflicht, der Mittelfeldspieler wird fest von Mainz 05 verpflichtet. Auch der Verbleib von Isak Johannesson ist beschlossen. Allerdings konnte der Isländer in der abgelaufenen Saison nur selten überzeugen, zuletzt mehrten sich die Zweifel, ob er den Anforderungen in der Bundesliga gewachsen ist. Bei Denis Huseinbasic hat der FC diese Frage offenbar für sich beantwortet: Der 24-jährige Bosnier soll den Klub trotz Vertrag bis 2027 vorzeitig verlassen – ein Abnehmer muss noch gefunden werden.
1. FC Köln will gleich zwei Spieler für das Zentrum verpflichten
Der FC will gleich zwei Spieler für das Mittelfeld verpflichten. Nach dem Martel-Abgang sucht Kessler einen Sechser, der neben defensiver Robustheit auch Qualitäten im Spielaufbau mitbringt, um das Kölner Spiel künftig besser zu strukturieren. Aber auch auf der Achterposition kommt es zu einer Neuausrichtung. Angesichts des deutlichen Mangels an Führungsqualitäten in der Mannschaft sind diese Eigenschaften ebenfalls wünschenswert, wenn nicht zwingend. Das Talent Felipe Chávez (19) kann diese Reife noch nicht mitbringen. Mittlerweile scheint sogar fraglich, ob der FC die mit dem FC Bayern vereinbarte Kaufoption ziehen wird – sie soll im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen, Bayern hat zudem ein Rückkaufsrecht eingebaut. Ein fester Transfer muss für alle Seiten Sinn ergeben. In der Rückrunde kam Chávez nur auf 108 Einsatzminuten.
Längst beschäftigt sich der Klub mit mehreren Optionen. Der dänische U21-Nationalspieler Silas Andersen vom schwedischen Erstligisten BK Häcken soll bereits im Winter eine Alternative gewesen sein – doch er hat seinen Vertrag verlängert. Auch über eine Rückkehr von Ellyes Skhiri, dessen Karriere in Frankfurt ins Stocken geraten ist, wird spekuliert. Allerdings ist Skhiri mittlerweile 31 Jahre alt und steht noch bis 2027 unter Vertrag – beim FC überwiegen die Zweifel, ob eine Verpflichtung des Tunesiers noch Sinn ergibt.
Doch weit konkreter ist das Interesse des 1. FC Köln an einem anderen möglichen Rückkehrer: Salih Özcan. Der gebürtige Kölner wurde in der Vergangenheit immer wieder lose am Geißbockheim gehandelt, doch nun scheint das Interesse ernsterer Natur zu sein. Nach Informationen dieser Zeitung haben sich FC und Spielerseite bereits konkret ausgetauscht. Özcan bevorzugt die Sechser-Position, kam in seiner Karriere aber auch oft als Achter zum Einsatz – und würde damit gleich zwei Problemstellen abdecken. Kessler erklärte, der Kontakt zum 28-Jährigen sei nach dessen Abgang im Sommer 2022 – nach fast 15 Jahren beim FC, inklusive einer Leihe zu Holstein Kiel – nie abgerissen.
Die Ausgangslage: Özcan verlässt Borussia Dortmund nach vier Jahren, ist ablösefrei und kann sich eine Rückkehr zum FC unter bestimmten Umständen gut vorstellen. Der gebürtige Kölner hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass der FC sein Herzensklub ist. Die abgelaufene Saison in Dortmund verlief nicht nach Özcans Wunsch. Elf Kurzeinsätze in der Bundesliga sind für den 28-Jährigen deutlich zu wenig – bei Trainer Niko Kovac hatte er einen schweren Stand und fand sich oft auf der Bank wieder. Bei der türkischen Nationalmannschaft wird er hingegen mehr geschätzt und zählt zum WM-Kader. Ein Wechsel im vergangenen Winter zu FC Genua kam nicht zustande, nun soll Werder Bremen Interesse haben. Auch türkische Top-Klubs werden genannt – dabei handelt es sich aber um lose Gerüchte. Aus dem FC-Umfeld heißt es, der Spieler sei in puncto Gehalt zu teuer; doch nach Informationen dieser Zeitung wurde darüber noch überhaupt nicht gesprochen.
Klar ist: Sollten alle beim FC hinter einer Verpflichtung stehen, könnte sich der Wechsel in diesem Sommer realisieren lassen. Führungsqualitäten, Robustheit sowie die Erfahrung aus 177 Bundesliga-, 28 Länderspielen und 19 Champions-League-Einsätzen brächte Özcan, der am Samstag in Dortmund feierlich verabschiedet wurde, in jedem Fall mit.
Pauli kommt zum Start zum FC zurück
Auch Julian Pauli genoss am Sonntag noch einmal den Applaus vor großer Kulisse. Vor 30664 Zuschauern verabschiedete Zweitligist Dynamo Dresden auch den jungen Verteidiger, der vom 1. FC Köln für eine Saison ausgeliehen worden war. Auch wenn der 20-Jährige aufgrund von leichten Leistenproblemen nicht mehr zum Einsatz kam, blickt er auf eine erfolgreiche Saison zurück.
Mit Dynamo schaffte er den Klassenerhalt – und sammelte jede Menge Spielpraxis. Dynamo sprach bei Pauli selbst von einer „wichtigen Stütze in der Defensive“. In 21 Liga-Spielen kam der 1,90 Meter lange Innenverteidiger zum Einsatz, seit November stand er 17-mal in der Startelf. Beim FC steht Pauli noch bis 2028 unter Vertrag. Zum Trainingsauftakt der Kölner Mitte Juli kehrt er ans Geißbockheim zurück. Das, so war zu erfahren, ist der aktuelle Stand. (lw)