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Fortunas totaler AbsturzNach dem Abstieg in die 3. Liga droht der große Exodus

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SpVgg Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf

Für die Düsseldorfer brach nach dem Abstieg in die 3. Liga eine Welt zusammen.

Nach dem Abstieg in die 3. Liga steht Fortuna Düsseldorf vor einem radikalen Umbruch und existenziellen Fragen.

Die Bestürzung war bei Fortuna Düsseldorf nach der 0:3-Niederlage in Fürth unübersehbar. Infolge des besiegelten Abstiegs in die 3. Liga blicken die Verantwortlichen und Akteure des Vereins auf die Trümmer einer desaströsen Spielzeit. Die Zukunftsaussichten sind völlig offen. „Das verändert alles“, fasste Sportvorstand Sven Mislintat die Lage nach der Partie in Franken zusammen.

Während der Manager, der erst im Dezember 2025 zum Verein stieß, eine zurückhaltende Prognose für die kommenden Monate abgab, kämpfte Torhüter Florian Kastenmeier sichtlich mit seinen Emotionen. Von den mitgereisten Anhängern wurde der Kapitän als einziger Akteur namentlich bejubelt – niemand schien von der Niederlage stärker betroffen zu sein. Nach 17 Jahren in den beiden höchsten Spielklassen findet sich der Verein aus dem Rheinland, der mit Aufstiegsambitionen gestartet war, nun in der dritten Liga wieder.

Großer Aderlass bei den Spielern

Die genauen Konsequenzen sind vorerst kaum abzuschätzen. „Die Fallhöhe zweite Liga zu dritter Liga ist enorm und die wird natürlich eine Tragweite mit sich bringen, die ich heute hier noch nicht nennen kann“, äußerte sich Vorstandsvorsitzender Alexander Jobst. „Aber wir müssen natürlich jetzt knallharte Schlüsse treffen.“

Dabei werden dem Verein einige Entscheidungen unfreiwillig auferlegt. Da die Kontrakte der meisten Profis mit dem Abstieg ihre Gültigkeit verlieren, wird ein Großteil der Mannschaft den Club verlassen. Er habe nun „fast gar keinen Kader in der dritten Liga“, verkündete Mislintat. „Das können wir ja vorwegnehmen, das wissen wir ja.“ Auf die Nachfrage, ob diese Herausforderung zu bewältigen sei, entgegnete der Manager mit einem kurzen Lachen: „Ja, ja, ein bisschen Zeit haben wir schon.“

Existenzielle Fragen zur Zukunft

Die sportliche Talfahrt wirft für den Verein existenzielle Fragen auf, die weit über den Spielerkader hinausgehen. „Was ist mit dem Thema Fernsehgeld? Was passiert mit der Belegschaft? Was passiert mit unseren Sponsoren? Wie sieht möglicherweise ein Kaderbudget für die neue Saison aus?“, formulierte Vereinschef Jobst die drängenden Probleme. Antworten darauf konnte er noch nicht geben.

Die zahlreichen Versäumnisse der abgelaufenen Saison – von der unausgewogenen Kaderplanung über eine enttäuschende Transferphase im Winter bis hin zu drei erfolglosen Trainern in kurzer Zeit – sollen nun tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen. Mislintat beabsichtigt, „die Strukturen, die dafür verantwortlich sind“, in Angriff zu nehmen. Jobst kündigte eine „knallharte Analyse“ an.

Was macht Kapitän Kastenmeier?

An eine solche Aufarbeitung war für Torhüter Kastenmeier am Sonntagabend noch nicht zu denken. Nachdem er sich unter Tränen minutenlang den Anhängern zugewandt und dafür Beifall sowie Fangesänge erhalten hatte, äußerte er sich nicht zu seinen persönlichen Plänen. Der Kontrakt des 28-Jährigen läuft ohnehin aus.

Auf die Nachfrage, ob ein Verbleib in der 3. Liga inklusive finanzieller Einbußen für ihn denkbar sei, erwiderte er: „Es müssen sich gewisse Sachen verändern, grundlegende Dinge, personelle Sachen, und dann bin ich auf jeden Fall bereit.“ Möglicherweise kann Düsseldorf somit zumindest auf seinen Torwart bauen – ein umfassender Umbruch am Rhein ist jedoch unvermeidbar. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.