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Kommentar

Trainerfrage bei Bayer 04
Jetzt ist die Zeit für Klarheit

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2 min
GER, 1. FBL, 1. FC Heidenheim vs Bayer 04 Leverkusen / 21.03.2026, Voith-Arena, Heidenheim, GER, 1. FBL, 1. FC Heidenheim vs Bayer 04 Leverkusen, im Bild Kasper Hjulmand Leverkusen, Fernando Carro Leverkusen, Simon Rolfes Leverkusen *** GER, 1 FBL, 1 FC Heidenheim vs Bayer 04 Leverkusen 21 03 2026, Voith Arena, Heidenheim, GER, 1 FBL, 1 FC Heidenheim vs Bayer 04 Leverkusen, in the picture Kasper Hjulmand Leverkusen , Fernando Carro Leverkusen , Simon Rolfes Leverkusen nordphotoxGmbHx/xHafner nph00200

Leverkusens TrainerKasper Hjulmand (l.), Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes schlendern über den Rasen in Heidenheim.

Bayer 04 sucht einen neuen Trainer, hält Kasper Hjulmand aber weiter in der Schwebe. Das ist sportlich riskant – und menschlich fragwürdig, meint unser Autor.

Bayer 04 Leverkusen sucht einen neuen Cheftrainer. Die Haltung im Klub ist klar: Nach dem Verpassen der Champions League braucht es einen neuen Mann auf der Trainerbank, um die Entwicklung einer hochtalentierten Mannschaft voranzutreiben. Bayer 04 spielt aber auch auf Zeit. Denn: Sollte keiner der avisierten Wunschkandidaten Interesse am Projekt Leverkusen haben, ist es tatsächlich möglich, dass Simon Rolfes doch an Kasper Hjulmand festhält. Das ist aus mehreren Gründen eine fragwürdige Herangehensweise.

Da ist der menschliche Aspekt. Hjulmand übernahm im vergangenen September im Chaos. Nicht viele Trainer hätten sich der Situation nach dem Fiasko mit Erik ten Hag und dem großen Umbruch angenommen. Der Däne kam und sorgte bis zum Jahreswechsel mit Ruhe und Führungsstärke für einen Stimmungswandel – und vor allem für Ergebnisse.

Dass es 2026 nicht so weiterging, sondern Leistungen und Entwicklungen teilweise rückläufig waren, darf und muss man Hjulmand ankreiden. Es ist legitim, als Sport-Geschäftsführer mit seinem Führungsteam zu der Entscheidung zu gelangen, einen neuen Cheftrainer für die kommende Saison zu installieren. Allerdings sollte es schon aus Dankbarkeit für das Geleistete einen vernünftigen Umgang mit Hjulmand geben. Das Gegenteil ist der Fall. Hjulmand hängt in der Luft, geht in den Urlaub, ohne zu wissen, ob er bei Bayer 04 noch erwünscht ist.

Hjulmand hat Vertrag bis 2027

Nun könnte man anführen, dass die Fakten im Profifußballgeschäft eben so sind: Hjulmand hat Vertrag bis 2027 und bis Rolfes und Co. einen geeigneten Nachfolger gefunden haben, bleibt der Däne eben angestellt.

Beim Stichwort Professionalität stellen sich dann aber wichtige Anschlussfragen: Wie soll Hjulmand eine Mannschaft führen, ohne in den vergangenen Monaten – so auch nach dem Saisonabschluss gegen Hamburg – auch nur ein Wort des Rückhalts von der Leverkusener Führung gehört zu haben? Hjulmand selbst wirkte zuletzt angesichts der Gemengelage verunsichert. Wer mag es ihm verdenken?

Der 54-Jährige würde beschädigt in eine neue Saison gehen, die entscheidend für die Entwicklung von Bayer 04 in der nahen und mittelfristigen Zukunft sein wird. Schafft es Leverkusen, sich wieder in Stellung für einen Meisterangriff auf die Bayern in den kommenden Jahren zu bringen? Oder kehrt die Werkself zu ihrem Image als graue Maus zurück, die mal Champions League, mal Europa League spielt, für einen Titelangriff aber zu schwach erscheint?

Es ist an der Zeit, dass Bayer 04 Führungsstärke zeigt und Fakten schafft. Für eine Weiterbeschäftigung von Hjulmand ist es zu spät. Das sollte man einsehen.