Vereinslegende Nils Petersen fiebert beim ersten europäischen Finale des SC Freiburg mit und spricht über die neue Erwartungshaltung.
Freiburger Ikone fiebert mitNils Petersen vor Europa-Finale: „Jetzt darf es ein Titel sein“

Nils Petersen fiebert als Fan beim Europa-League-Finale der Freiburger mit. (Archivbild)
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Das erstmalige europäische Finale des SC Freiburg wird Vereinslegende Nils Petersen nicht versäumen. Der frühere Top-Stürmer wird am Mittwoch (21.00 Uhr/RTL) im Besiktas-Stadion in Istanbul die Endspiel-Begegnung der Europa League gegen Aston Villa verfolgen, ebenso wie der langjährige Trainer Christian Streich und der ehemalige Vereins- und DFB-Präsident Fritz Keller. Der 37-Jährige empfindet laut eigener Aussage kein Bedauern darüber, bei der bedeutendsten Partie der Clubgeschichte nicht mehr aktiv auf dem Feld zu stehen.

Ex-Bundesliga-Profi Nils Petersen kickt nur noch in der Kreisliga. (Archivbild)
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Petersen spielt weiter in der Kreisliga
„Nun bin ich schon drei Jahre raus, der Kader ist qualitativ in dieser Zeit noch mal derartig verbessert worden, dass ich keine Chance mehr hätte auf diesem Niveau. Das darf man dann auch gern mal einsehen“, äußerte Petersen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Er ist weiterhin für die zweite Vertretung der Sportfreunde Oberried in der Kreisliga aktiv.
„Hätte ich im vergangenen Jahr aufgehört, würde ich mich über das knappe Verpassen dieses Höhepunkts vermutlich etwas ärgern“, führte Petersen aus. Nun sei er jedoch dankbar, „zum Grundstein des jetzigen Erfolgs beigetragen zu haben“.

Wurde in dieser Saison von Vincenzo Grifo als Freiburger Rekordtorjäger abgelöst: Nils Petersen. (Archivbild)
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Ende der traditionellen Bescheidenheit?
Petersen war als Einwechselspieler zugegen, als die Freiburger 2022 ihr bislang einziges nationales Finale im DFB-Pokal gegen RB Leipzig nach Elfmeterschießen verloren. Der ehemalige Profi hätte nicht erwartet, dass der Sport-Club nur vier Jahre danach die Möglichkeit auf den zweitwichtigsten europäischen Vereinstitel besitzt. Diese Entwicklung bezeichnete er als „rasant“. Im Falle eines Coups gegen den Premier-League-Favoriten Aston Villa müsste sich der SC „wohl oder übel von seinem traditionellen Understatement verabschieden“, meinte Petersen.
„Seit jeher war die Denkweise: Nur nicht absteigen. Nach dem zweiten Finale in vier Jahren, der erneuten Qualifikation für die internationalen Plätze steigen womöglich Anspruch, Selbstbewusstsein und Erwartungshaltung“, erläuterte Petersen. „Jetzt darf es dann auch mal ein Titel sein.“

Julian Schuster trat erfolgreich in die riesigen Fußstapfen von Christian Streich. (Archivbild)
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Besonderes Lob für Trainer Julian Schuster
Eine Schlüsselfigur für den Erfolg ist Cheftrainer Julian Schuster, der die Leistungen seines Vorgängers Streich sogar übertrifft. Für Petersen war es nicht vorhersehbar, dass Schuster das große Erbe „so schnell und scheinbar selbstverständlich“ antreten würde. „Er holt aus dieser Mannschaft mehr heraus, als von der Papierform möglich ist im Vergleich zu anderen Kadern“, bewertete er die Arbeit seines früheren Mitspielers. „Sein Ehrgeiz, sein Hunger, sein Wille sind außergewöhnlich“. Die Frage bleibt, ob dies den SC zum Titelgewinn führen wird. (dpa/red)
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