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Tor als weiteres BewerbungsschreibenEl Mala zeigt, warum so viele am FC-Jungstar interessiert sind

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MUNICH, GERMANY - MAY 16: Said El Mala 1. FC Koeln, 13 controls the ball against Konrad Laimer FC Bayern Muenchen, 27 during the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen vs. 1. FC Koeln at Allianz Arena on matchday 34 of the 1. Bundesliga on May 16, 2026 in Munich, Germany. DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Bavaria Germany Copyright: xSteffiexWunderlx

FC-Jungstar Said El Mala (l.) behauptet sich in dieser Szene gegen Bayerns Konrad Laimer.

Auch in München beweist Kölns Jungstar El Mala, warum Bundestrainer Nagelsmann, Brentford und auch der BVB genau hinschauen.

Said El Mala ließ sich den Nachmittag auf der großen Bühne in München nicht nehmen. Wenige Meter vor der Mittellinie luchste der 19-Jährige in der 18. Minute Jamal Musiala den Ball ab, nahm sofort enormes Tempo auf und drang – verfolgt von gleich vier Bayern-Spielern – zielstrebig und durchsetzungsstark in den Strafraum ein. Mit einem satten

Flachschuss ins lange Eck überwand El Mala dann cool Manuel Neuer. Bei der 1:5-Niederlage beim Rekordmeister war es für den FC freilich nur ein kleiner Hoffnungsschimmer, am Ende nur Ergebniskosmetik – wohl aber eindrucksvolle Eigenwerbung zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt.

Bundestrainer Julian Nagelsmann will am Donnerstag seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgeben. El Mala zeigte einmal mehr, warum er dabei ein Thema sein könnte. FC-Kapitän Marvin Schwäbe schwärmte nach der Partie: „Es war ein typisches Said-Tor. Er hat sich gut durchgewurstelt und dann die Ruhe bewahrt. Das spricht für ihn, er hat eine gute Qualität. Das hat uns in dem Moment nochmal Hoffnung gegeben.“ Und der Keeper sprach direkt eine Empfehlung aus: „Wenn man in so jungen Jahren diese Leistungen zeigt, sie über die gesamte Saison halten konnte und die Scorer eingefahren hat, dann ist die WM auf jeden Fall eine Option.“

Tatsächlich verdeutlichte El Mala, der mit seinen 13 Treffern und fünf Torvorlagen in seiner ersten Saison den größten Anteil am Klassenerhalt hat, mit seiner unbekümmerten Aktion, welche Rolle er in der DFB-Elf übernehmen könnte: der junge, furchtlose Joker, der in entscheidenden Momenten etwas bewegen kann. Immerhin steht er bereits auf der 55 Namen umfassenden Liste, die vorläufig bei der Fifa eingereicht wurde. Nagelsmann hat erklärt: „Es ist unsere Pflicht, alle deutschen Spieler, die in Frage kommen, auf die Liste zu schreiben.“ Am Geißbockheim indes ging man zuletzt eher davon aus, dass der junge Kölner nicht berufen wird.

Familie soll vorläufigen Verbleib in Deutschland präferieren

Parallel läuft die Transferdiskussion auf Hochtouren. El Mala steht noch bis 2030 beim FC unter Vertrag – ohne Ausstiegsklausel. Brighton ist bekanntlich zumindest vorläufig aus dem Poker ausgestiegen, die gebotene Summe war dem FC zu niedrig. Nun soll Ligakonkurrent Brentford mit rund 40 Millionen Euro plus Bonuszahlungen offenbar in der Spur sein – auf der Suche nach einem Nachfolger für den abwanderungswilligen deutschen Nationalspieler Kevin Schade (24). Eine Rolle könnte dabei der deutsche Berater Gordon Stipic-Wipfler spielen: Er vertritt Brentfords auch Trainer Keith Andrews.

Doch nichts geht natürlich ohne die Familie El Mala, die wenig von einem Wechsel nach Brentford halten soll. Mutter Sabrina soll es vorziehen, wenn ihre Söhne Said und der 21-jährige Malek mindestens eine weitere Saison in der Nähe der Heimat spielen – die Familie lebt in Krefeld. Nach Informationen dieser Zeitung tendiert das Lager El Mala zu einem Verbleib für eine weitere Saison beim FC oder zu einem Wechsel zu Borussia Dortmund. Der BVB, schon früher am Angreifer interessiert, soll sein Werben zuletzt spürbar intensiviert haben – ob die Dortmunder jedoch bereit sind, die vom FC geforderte Ablöse in voller Höhe zu zahlen, ist eher fraglich.