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„Zwei besondere Spiele“Dejan Ljubicic freut sich auf Wiedersehen mit dem 1. FC Köln

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Dejan Ljubicic (rechts), hier mit Vater Zoran, präsentiert stolz die Medaille zur Zweitliga-Meisterschaft des FC Schalke 04.

Der frühere Kölner Dejan Ljubicic hat sich beim FC Schalke 04 aus seinem Tief befreit. Nach der Schalker Bundesliga-Rückkehr kommt es zu einem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub.

Als der große Moment gekommen war, strahlte Dejan Ljubicic über das ganze Gesicht. Seine Augen funkelten wie das Silber der Zweitliga-Meisterschale, die der Aufstiegsheld des FC Schalke 04 in den Händen hielt. Mit der offiziellen Meisterehrung erreichten die Feierlichkeiten in Gelsenkirchen am Sonntag ihren Höhepunkt – und der ehemalige Profi des 1. FC Köln wirkte nach einer schwierigen Karrierephase fast wie befreit. „In dieser Saison hat vieles gepasst“, freut sich Ljubicic im Gespräch mit dieser Zeitung. „Bei den Fans war eine sprichwörtliche Sehnsucht zu spüren, wieder in die Bundesliga zurückzukehren. Wir haben als Mannschaft intensiv daran gearbeitet – und wurden für unsere Arbeit belohnt.“ Nun sei der siebenmalige Deutsche Meister wieder dort, wo er hingehöre. „Ich finde, dass dieser große Verein mit seiner Tradition in die Bundesliga gehört“, betont Ljubicic.

Obwohl der österreichische Mittelfeldspieler erst seit Ende Januar das königsblaue Trikot trägt, hat er den Revierklub bereits fest in sein Herz geschlossen. „Unser Trainer Miron Muslic hat es gut auf den Punkt gebracht: Schalke ist ein Gigant. Die Heimspiele in der Arena sind mit 62.000 Fans immer ausverkauft, die Atmosphäre ist herausragend. Bei jedem Auswärtsspiel sind unfassbar viele Schalke-Fans. Ihre Begeisterung hat uns in der Rückrunde getragen“, schwärmt Ljubicic. Nach dem entscheidenden 1:0-Heimsieg am drittletzten Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf brachen schließlich alle Dämme in Gelsenkirchen. „Der Abend war einzigartig, die Arena hat vibriert“, schildert Ljubicic seine Eindrücke von der Aufstiegsnacht.

Es hat alles gepasst. Am Ende steht der Aufstieg mit der Zweitliga-Meisterschaft. Wir haben also unser großes Ziel erreicht.
Dejan Ljubicic

Der 28-Jährige hat sich auf Schalke aus seinem Karrieretief befreit. Mit vier Toren und drei Vorlagen in 14 Rückrundenspielen trug er maßgeblich zur Schalker Erstliga-Rückkehr nach dreijähriger Abstinenz bei. „Mir macht es großen Spaß, in dieser Mannschaft und für diesen großen Verein zu spielen“, erklärt Ljubicic nach einem perfekten Halbjahr. „Es hat alles gepasst. Am Ende steht der Aufstieg mit der Zweitliga-Meisterschaft. Wir haben also unser großes Ziel erreicht.“

Der Architekt des Schalker Aufstiegs ist Trainer Miron Muslic. Der bosnische Tiroler scheint mit seiner kumpelhaften, fröhlichen Art hervorragend nach Gelsenkirchen zu passen. Muslic sei „sehr klar in der Ansprache und in seinen Vorstellungen in Sachen Fußball. Er legt sehr viel Wert auf Intensität in Training und Spiel“, berichtet Dejan Ljubicic, der nach einem missglückten Kurzintermezzo bei Dinamo Zagreb von Muslic nach Schalke geholt wurde. Der frühere Kölner war neben Sturm-Veteran Edin Dzeko einer von zwei namhaften Winterzugängen.

Ich hatte vier tolle Jahre beim FC und habe viele gute Erinnerungen an diese Zeit. Für mich werden das zwei besondere Spiele.
Dejan Ljubicic

„Natürlich war unser Trainer ein Faktor, er hat mir den sportlichen Plan erklärt. Das war sehr überzeugend“, sagt Ljubicic. Zudem habe der „ausgezeichnete Teamgeist“ Schalke zur Zweitliga-Meisterschaft verholfen. „Das habe ich direkt gemerkt, als ich im Januar nach Schalke kam. Das sind Grundlagen, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Und dieses starke Miteinander, gepaart mit fokussierter Arbeit, werden wir auch in der Bundesliga wieder benötigen“, erklärt Ljubicic.

Dort kommt es zu einem Wiedersehen mit dem 1. FC Köln, für den er zwischen 2021 und 2025 in 122 Pflichtspielen (16 Tore) auflief. Es war eine Zeit mit Höhen und Tiefen. Ljubicic erlebte den Einzug in die Conference League, aber auch die Transfersperre und den Abstieg in die Zweite Liga. Zu Beginn zählte er zu den Leistungsträgern, seine Dynamik beflügelte das Mittelfeld. Doch dann kam im Herbst 2022 das Derby gegen Mönchengladbach, und Ljubicic verletzte sich schwer am Knie.

Danach gelang es ihm kaum mehr, an seine vorherigen Leistungen anzuknüpfen. Hinzu kamen private Entwicklungen, die Ljubicics Gesundheit beeinträchtigten. Insgesamt aber behält er sein Kölner Kapitel in positiver Erinnerung. „Ich hatte vier tolle Jahre beim FC und habe viele gute Erinnerungen an diese Zeit“, sagt Ljubicic, dessen zweites Kind in Köln zur Welt kam. „Für mich werden das zwei besondere Spiele.“