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Obst und GemüseDiese Sorten sind im Alltag besonders unpraktisch

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Zwischen Banane (genial) und Mango (grausam): Die natürliche Verpackung mancher Obst- und Gemüsesorten ist ein schöpfungsgeschichtlicher Betriebsunfall. /Stuart Kinlough

Zwischen Banane (genial) und Mango (grausam): Die natürliche Verpackung mancher Obst- und Gemüsesorten ist ein schöpfungsgeschichtlicher Betriebsunfall. /Stuart Kinlough

Bananen sind von Natur aus praktisch verpackt. Mangos hingegen sind eine komplizierte Katastrophe. Die Top Ten der kundenunfreundlichsten Obst- und Gemüsesorten.

Es endet selten in Glorie, sich als Mensch gegen die Natur zu erheben. Das hat schon bei Ikarus nicht geklappt oder bei Kapitän Ahab in „Moby Dick“. Wir sollten uns der Schöpfung tunlichst in Demut fügen, sonst schieben wir irgendwann Felsbrocken sinnlos den Berg hinauf, statt gemütlich Toffifee zu essen. Aber angesichts mancher Notlösungen der Evolution fragt man sich ja schon, was das bitte soll!? Vieles mag sehr hübsch geraten sein – Sonnenuntergänge, Papageien, die Nasen von Babys -, anderes hingegen ist ein schöpfungsgeschichtlicher Betriebsunfall.

Da hat niemand an den Verbraucher gedacht!

Nehmen wir zum Beispiel Backenzähne. Porös, kurzlebig, anfällig. Oder die Tatsache, dass Bäume einmal im Jahr ALLE Blätter abwerfen. Die muss doch immer jemand zusammenfegen! Und meine Frau hat wirklich Besseres zu tun! So richtig verbockt hat die Natur aber die Verpackung von Lebensmitteln. Hier kommt die Top Ten der kundenunfreundlichsten Obst- und Gemüsesorten – von genial (Banane) bis grausam (Mango):

Platz 10 - Banane: Das Positivbeispiel! Es geht doch! Die stabile Schutzhülle ist mit einem Handgriff zu öffnen. Lediglich wegen der Fusselfasern entlang des Fruchtkörpers gibt es Abzüge in der B-Note. Bananen sind zudem in praktischem Alarmgelb gestaltet, so dass verlorene Exemplare auch in unwegbarem Geläuf leicht wiederzufinden sind. Zusatznutzen: der Funfaktor in der Zweitverwertung als beliebtes Slapstick-Accessoire.

Platz 9 - Kiwi: Handlich, aber unseriös verpackt. Von außen fühlt sich die Kiwi an wie ein unrasierter WG-Mitbewohner. Auslöffeln ist auch unerfreulich, denn das Fruchtfleisch wird am Nord- und Südpol der Kiwi von einem knotenartigen Stumpfgewebe verteidigt.

Platz 8 - Spargel: Von einer freihändig geschälten Spargelstange bleibt wegen der albern holzigen Haut nur ein spirreliges Fädchen übrig. Das lohnt kaum den Aufwand. Alternative: ungeschält lassen und sechs Stunden kochen.

Platz 7 - Zwiebel: Auch hier erschwert die Evolution sinnlos den Zugang. Eine elektrostatisch aufgeladene Hüllschale klebt am blassen Körper wie der Cum-Ex-Skandal an Olaf Scholz. Als Extraschikane wehrt sich die Zwiebel durch Absondern eines beißenden Fluidums. Zum Heulen!

Platz 6 - Knoblauch: Genauso schlimm, aber mit einer niederträchtigen Extratyrannei: Der Fruchtkern ist in winzige Einzeleinheiten unterteilt, was Knoblauchzerteilung zu einer fummeligen und stinkigen Freudlosigkeit macht.

Platz 5 - Artischocke: Geradezu lächerlich kompliziert. 90 Prozent sind ungenießbar. Stattdessen sollen wir der Artischocke das Herz herausreißen. Wir sind doch keine Azteken!

Platz 4 - Ananas: 40 Prozent des Internets bestehen aus Tutorials zur korrekten Ananaszerlegung. Das zeigt: Es ist absurd gelöst. Harte Reptilhaut, holziger Kern, und dann auch noch diese spitzen braunen Gemeinheiten im Fruchtfleisch.

Platz 3 - Kokosnuss: Eine Obst gewordene Provokation. Eine atombombensichere Schutzhülle birgt eine lächerlich dünne Schicht pelzigen Fleisches und einen Tropfen „Milch“, dessen Haltbarkeit längst abgelaufen ist.

Platz 2 - Granatapfel: Die essbaren Körner klammern sich in einem statisch fragwürdigen Gefäßlabyrinth aneinander. Das geht besser!

Platz 1 - Mango: Der Endgegner. Die Mango ist zunächst sechs Wochen lang hart wie Stein. Dann wird sie in einem Zeitfenster von etwa sechs Minuten verzehrtauglich, bevor sie zu glitschig ist. Ein unnötiger Fiberglaskern durchfasert zudem das Fleisch. Da hat wirklich niemand an den Endverbraucher gedacht! Angesichts all dieser Mängel hätte die Welt niemals durch den TÜV kommen dürfen. Trotzdem guten Appetit und schönes Wochenende!