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Professor mit Messerstichen getötet„Cold Case“ aus NRW nach 42 Jahren vor der Auflösung

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Das Gericht verhandelt einen Mordfall aus dem Jahr 1984. (Symbolbild)

Das Gericht verhandelt einen Mordfall aus dem Jahr 1984. (Symbolbild)

Eine DNA-Spur führte die Ermittler nach Italien. Jetzt steht ein Verdächtiger vor Gericht.

Am Düsseldorfer Landgericht wird am kommenden Dienstag ein 42 Jahre alter Mordfall, ein sogenannter Cold Case, verhandelt. Die Ermittler sind überzeugt, den Mord an einem Psychologie-Professor aufgeklärt zu haben. Der Hochschullehrer war 1984 in seinem Wohnhaus in Hilden bei Düsseldorf erstochen worden.

Jahrzehntelang blieb der Mord unaufgeklärt, bis sich Cold-Case-Spezialisten die Akten- und Spurenlage noch einmal vornahmen. Eine DNA-Spur führte sie schließlich 2023 nach Italien zu einem heute 62 Jahre alten Verdächtigen, der inzwischen an die deutsche Justiz ausgeliefert worden ist. 

Psychologie-Professor mit 24 Messerstichen getötet

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Italiener heimtückischen Mord vor. Die Leiche wies 24 Messerstiche auf. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage für den Fall angesetzt. Der Verdächtige habe sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte eine Gerichtssprecherin. Seine Verteidigerin gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab.

Im April 1984 war die Leiche des Professors in dessen Wohnhaus entdeckt worden. Sie wies 24 Messerstiche auf. Die Ermittler rekonstruierten aufgrund der Spurenlage einen heimtückischen Angriff von hinten. Zudem soll das Haus durchsucht gewesen sein.

Professor soll Mörder gekannt haben

Da weder ein Fenster eingeschlagen noch eine Tür aufgebrochen war, ging die Kripo davon aus, dass der Hochschullehrer seinen Mörder selbst hereingelassen und vermutlich gekannt hat.

Der Psychologe soll ihn sogar noch bewirtet haben: In der Wohnung fand die Polizei die Reste einer gemeinsamen Mahlzeit und leere Flaschen. Die drei Kinder des verwitweten, alleinerziehenden Vaters waren damals in den Osterferien bei Verwandten. Sie wurden durch die Tat zu Vollwaisen. 

Ein Kollege des Professors war aus Sorge um das tagelange Verschwinden des Wissenschaftlers zu dessen Haus gefahren und hatte es gemeinsam mit einer Nachbarin über die Terrassentür betreten. Im Haus hatte er die in Decken gehüllte Leiche des Hochschullehrers gefunden.

Die Tat soll sich am 6. April 1984 zugetragen haben. Der nun angeklagte Italiener war damals 21 Jahre alt. Für die Justiz ist er kein Unbekannter: 1987 war er wegen versuchten schweren Raubes verurteilt und nach Italien abgeschoben worden. Das Landgericht hat für den Fall zehn Verhandlungstage angesetzt. (dpa)