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Tatort KrankenhausWeitere Exhumierungen in Köln angekündigt

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Der Krankenpfleger Ulrich S., hier bei seinem ersten Prozess in Aachen 2025, könnte 100 Menschen ermordet haben. In Köln, Würselen und Aachen werden zur Zeit weitere Leichen exhumiert.

Sind Krankenhäuser die idealen Tatorte für Serienverbrecher? „True Crime Köln “berichtet über die laufenden Ermittlungen in einer Mord- und einer Vergewaltigungsserie - erstmals live auf der Bühne des Comedia-Theaters in der Kölner Südstadt.

Im Zuge neuer Mordermittlungen gegen den Krankenpfleger Ulrich S. hat die Kölner Staatsanwaltschaft sieben weitere Gräber in Köln öffnen lassen. Weitere Exhumierungen sind geplant. Zu welchen Ergebnissen die rechtsmedizinischen Untersuchungen der sterblichen Überreste ehemaliger Patienten des städtischen Krankenhauses in Merheim geführt haben, wolle man noch nicht sagen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer, verweist auf die laufenden Ermittlungen.

Ulrich S. ist im vergangenen Jahr vom Landgericht Aachen wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 hat der 44-Jährige im Nachtdienst auf der Palliativstation des Rhein-Maas-Klinikums in Würselen eigenmächtig überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann rund 100 Menschen getötet haben könnte. Vor seiner Anstellung in Würselen war Ulrich S. etwa sieben Jahre lang in Merheim beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft hat die Verwaltungszentrale der städtischen Kliniken durchsuchen lassen und Datenträger zur Auswertung beschlagnahmt. Auch wenn die Todesfälle mehrere Jahre zurückliegen, ist es immer noch möglich, in den sterblichen Überresten durch chemisch-toxikologische Untersuchungen eine Überdosierung von Morphinen festzustellen.

Die neue Folge von „True Crime Köln“ hören:

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Sollte sich der Verdacht der Ermittler bestätigen und die Zahl der ermordeten Patienten auf 100 steigen, wäre das die größte Mordserie eines Serientäters in bundesdeutschen Krankenhäusern. Im Jahr 2019 war der Krankenpfleger Niels Högel in Oldenburg wegen 85-fachen Mordes verurteilt worden. Damals hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft von einem „Einzelfall“ gesprochen und beteuert, dass sich so etwas niemals wiederholen werde. Nicht nur die Ermittlungen gegen Ulrich S. zeigen, dass sie damit falsch lag. Anfang Juli 2026 ist in Berlin ein Serienmörder verurteilt worden, der als Palliativarzt für eine Versorgungseinrichtung für Schmerzpatienten gearbeitet hat.

Jahrelange juristische Aufarbeitung

Sind Krankenhäuser ideale Tatorte für Serientäter? Mit dieser Frage beschäftigte sich die erste Live-Ausgabe von „True Crime Köln“ im Comedia-Theater in der Südstadt. Das Gespräch mit der Chefreporterin des Kölner Stadt-Anzeiger, Lena Heising“ zum Thema „Tatort Krankenhaus“ kann man in der neuen Ausgabe der Podcastreihe über wahre Verbrechen in Köln und Umgebung hören. Heising ist für ihre Recherche über einen Serientäter im Bielefelder Klinikum Bethel mit dem dritten Preis des Deutschen Lokaljournalistenpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet worden. Im Evangelischen Krankenhaus Bethel hat ein Narkosearzt über mehrere Jahre hinweg Patientinnen mit einem Narkosemittel betäubt, um sie anschließend zu vergewaltigen. Die Taten hat er gefilmt. Sechs Jahre sind seit der Verhaftung des Serientäters vergangen, doch die von vielen Pannen und Versäumnissen geprägte, juristische Aufarbeitung ist immer noch nicht abgeschlossen.

Der Assistenzarzt entzog sich einem Prozess, indem er sich kurz nach seiner Verhaftung in der Gefängniszelle tötete. Die Rolle seiner Vorgesetzten und Mitarbeiter ist bis heute unklar. Es gab – wie in den meisten der Verbrechensserien im Krankenhaus – Hinweise, Indizien und klare Verdachtsmomente, denen nicht nachgegangen worden ist.

„Jedes Krankenhaus ändert nach solchen Fällen etwas“, sagt Lena Heising im Interview mit „True Crime Köln“. Doch es gebe weiterhin strukturelle Probleme und schlechte Bedingungen, die es Tätern leicht machen. Abläufe und Kontrollmechanismen müssten sich verbessern. Hinzu komme die Überlastung einzelner durch Personalmangel, so Heising. Im Fall des Klinikums Bethel könne man zudem sehen, dass die Sorge vor einem schlechten Ruf zudem den Aufklärungswillen mindere.

True Crime Köln erscheint alle zwei Wochen mit einer neuen Folge

Die neue Folge von „True Crime Köln“ mit der Aufzeichnung aus der Kölner Comedia kann man überall hören, wo es Podcasts gibt, und über die Homepage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Netz. „Tatort Krankenhaus“ ist bereits die 90. Folge der Podcastreihe über wahre Verbrechen aus Köln und der Umgebung.

www.ksta.de/true-crime-koeln