Aktueller Hinweis aus der Bevölkerung bringt Ermittler auf die Spur eines Mannes in Kamp-Lintfort. Alter Fall wird neu aufgerollt.
Cold CaseNach Mord vor neun Jahren in Bedburg führt eine Spur zu einem 40-Jährigen

In diesem Golf war der damals 45 Jahre alte Mann aus Glesch lebensgefährlich verletzt gefunden worden. Nun gibt es offenbar einen Durchbruch bei den Ermittlungen.
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Der Fall erregte über Monate die Gemüter: An einem Samstagmorgen am 25. November 2017 hatte ein Spaziergänger einen damals 45 Jahre alten Mann aus Bergheim-Glesch in seinem VW Golf auf dem Wanderparkplatz am Peringsmaar in Bedburg (Rhein-Erft-Kreis) gefunden. Lebensgefährlich verletzt mit einem Kopfschuss. Nach den damaligen Ermittlungen der Polizei lag der Glescher wohl schon zwei Tage in seinem Fahrzeug – gleich neben der vielbefahrenen L 361n. Der Mann starb im August 2018 im Alter von 46 Jahren in einer Klinik, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Hinweise auf den Täter hatte er daher nicht mehr geben können.
Die Tat blieb rätselhaft. Auf den Wagen, so ergaben die Ermittlungen später, waren zwei Schüsse abgefeuert worden. Auch auf Verkehrsschilder in der Nähe waren Schüsse abgegeben worden. Das Motiv war völlig unklar. Die Mordkommission „Scheibe“ tappte im Dunkeln – „Scheibe“ als prägnantes Wort deshalb, weil eine Scheibe des Wagens eingeschlagen wurde, um den Mann zu retten. „Wir haben keine Hinweise auf Familienstreitigkeiten, und der Mann hatte keine Verbindungen in dubiose Kreise“, teilte die Polizei damals mit. Der Mann war alleinstehend und lebte noch im Haus seiner Eltern.
Durchsuchung von Wohnungen in Bedburg und in Kamp-Lintfort
Nun aber scheint es einen Durchbruch in dem so genannten Cold Case gegeben zu haben. Nach einem aktuellen Hinweis aus der Bevölkerung haben die Staatsanwaltschaft Köln und die Kriminalpolizei die Ermittlungen in dem mysteriösen Fall neu aufgerollt. „Fast neun Jahre nach der Tat zum Nachteil eines damals 46 Jahre alten Bergheimers haben Einsatzkräfte am frühen Donnerstagmorgen (27. August) auf Antrag der Staatsanwaltschaft drei Privatwohnungen in Bedburg sowie im Kreis Wesel durchsucht“, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag (28. August) mit.

Nach der Tat veröffentlichte die Polizei dieses Luftbild vom Tatort in der Hoffnung, Zeugen könnten Hinweise liefern.
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In einer Wohnung in Kamp-Lintfort (Kreis Wesel) trafen die Ermittler auf einen 40-jährigen Mann, „der anschließend in dem wegen Mordes geführten Ermittlungsverfahren erkennungsdienstlich behandelt wurde“, heißt es in der Pressemitteilung. „Inwieweit er an der Tat beteiligt gewesen sein könnte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.“ Auch die möglichen Hintergründe der Tat seien weiterhin unklar. Bei den Durchsuchungen am Donnerstagmorgen stellten die Beamten mehrere Mobiltelefone als Beweismittel sicher. Die kriminaltechnische Untersuchung und Auswertung der Geräte stehen noch aus.

Die Polizei suchte 2017 auf dem Wanderparkplatz am Peringssee in Bedburg nach Hinweisen, auch mit Metalldetektor und Harke.
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Die Fahnder betrieben schon damals großen Aufwand. Mit Plakataktionen riefen sie Zeugen zu Hinweisen auf, welche Personen und Gruppierungen sich regelmäßig auf dem Wanderparkplatz aufhielten. So erhofften sich die Ermittler Aufschluss über ungewöhnliche Spuren in Schleifenform im Schotter. Auch DNA-Spuren und Munitionsteile waren am Tatort sichergestellt worden. Der Fall landete noch im selben Jahr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Rund 20 Anrufe von Zuschauern gingen ein, eine heiße Spur war offenbar nicht darunter.
Die zahlreichen Einschüsse auf Verkehrsschildern auf und um den Parkplatz standen nach den damaligen Erkenntnissen der Polizei „vermutlich nicht im Zusammenhang mit der Tat, aber wir wollen natürlich schon gern wissen, warum auf diesem Parkplatz so viel geschossen wird“, hieß es damals vom Leiter der Mordkommission, Kriminalhauptkommissar Stefan von Borzyskowski. Die Staatsanwaltschaft hatte damals 1500 Euro Belohnung ausgesetzt, von privater Seite kamen weitere 5000 Euro.
Zeugen, die Hinweise geben können, werden weiterhin gebeten, sich telefonisch unter 0221 229-0 oder per E-Mail an die Polizei zu wenden.
