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Schwangere Tochter getötetKölner Polizei spürt Mordverdächtigen im Irak auf

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Die Kölner Polizei ermittelt gegen einen 54-jährigen Mann aus dem Irak wegen Mordverdachts (Symbolbild).

Die Kölner Polizei ermittelt gegen einen 54-jährigen Mann aus dem Irak wegen Mordverdachts (Symbolbild).

Die Kölner Polizei vermeldet einen Fahndungserfolg in einem Mordfall aus dem Jahr 2017. Doch bis zu einer möglichen Anklage ist es noch ein weiter Weg.

Mehr als neun Jahre nach dem Mord an einer schwangeren 19-jährigen Frau in Köln-Höhenberg haben Fahnder der Kölner Kriminalpolizei den mutmaßlichen Täter im Irak aufgespürt. Dringend tatverdächtig ist der Vater des Mädchens.

Der 54 Jahre alten Hassan Fayas Gyndy soll seine Tochter am Abend des 4. Januar 2017 ermordet haben. Er ist jesidischen Glaubens und war mit der Lebensführung seiner Tochter nicht einverstanden. Nach Polizeiangaben könnte darin das Motiv für seine Tat liegen.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) hatte sich die Tochter entschieden, ihr Elternhaus zu verlassen und Zuflucht in einem Frauenhaus zu suchen. Nachdem sie ihren Vater damit konfrontiert und ihre Habseligkeiten gepackt hatte, bot dieser ihr an, sie in das Frauenhaus zu fahren. Daraufhin stieg sie zu ihm ins Auto.

Tatverdächtiger hatte sich in den Irak abgesetzt

Laut BKA tötete Hassan Fayas Gyndy seine Tochter im weiteren Verlauf des Abends im Bereich des Höhenberger Rings in einem Gebüsch. Sein Motiv sei möglicherweise gewesen, „dass er die Beziehung seiner Tochter sowie den Umstand, dass sie ein Kind von einem Mitglied einer anderen Religionsgemeinschaft erwartet, nicht akzeptierte und die Ehre der Familie wiederherstellen wollte“. Nach dem „Ehrenmord“ hatte sich der Mann in sein Heimatland Irak abgesetzt. Von dort aus meldete er sich bei der Polizei und gab an, wo sich die Leiche seiner Tochter befand. Seitdem war sein Aufenthaltsort unbekannt.

Nun gelang es den Kölner Fahndern, den aktuellen Aufenthaltsort des tatverdächtigen Vaters herauszufinden. Ende Mai hatten Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ihre Fahndung nach Hassan Fayas Gyndy intensiviert und sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung gewandt. Es wurden Fahndungsplakate in deutscher und kurdischer Sprache veröffentlicht und eine Belohnung in Höhe von 5000 Euroausgesetzt.

Kein Auslieferungsabkommen mit dem Irak

„Nachdem bereits in den letzten Wochen zahlreiche Hinweise eingegangen waren und ausgewertet wurden, konnte der Beschuldigte im Irak lokalisiert werden. Dabei wurde nach der umfangreichen Berichterstattung in den kurdischen Medien auch der genaue Aufenthaltsort des Gesuchten bekannt“, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Gegen den 54-Jährigen liegt ein internationaler Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes vor. Die Staatsanwaltschaft Köln hat inzwischen ein Auslieferungsersuchen an den Irak gestellt.

Wie groß die Erfolgsaussichten sind, dass der Irak seinen Staatsbürger an Deutschland ausliefert, damit ihm in Köln der Prozess gemacht werden kann, ist unklar. „Da Deutschland kein Rechtshilfeabkommen mit dem Irak hat, müssen wir abwarten, wie die irakischen Behörden reagieren werden“, sagte der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer unserer Redaktion.

Weitere Hinweise in dem Fall nimmt das Kriminalkommissariat 44 unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an mkzafira.koeln@polizei.nrw.de entgegen. (fu)