Abo

Update

Polizei im Großeinsatz
„Marsch für das Leben“ und Gegenprotest in Kölner Innenstadt

2 min
Zahlreiche Teilnehmer nahmen 2025 an der Gegendemo gegen den ‚Marsch für das Leben‘ in Köln teil.

Zahlreiche Teilnehmer nahmen 2025 an der Gegendemo gegen den „Marsch für das Leben“ in Köln teil.

Wegen der Demonstrationen und drohenden Sperrungen rät die Kölner Polizei von Autofahrten in die Innenstadt ab.

Tausende Menschen werden am Samstag in Köln bei einer Demonstration und Gegenprotesten erwartet. Beim „Marsch für das Leben“ gehen selbst ernannte „Lebensschützer“ gegen Schwangerschaftsabbrüche, Sterbehilfe und Leihmutterschaft auf die Straße. Dahinter steht der Bundesverband Lebensrecht. Die Demonstration wird von Gegenprotesten begleitet.

Der „Marsch für das Leben“ startet um 13 Uhr, 3.000 Teilnehmer wurden von den Veranstaltern angemeldet. Das Bündnis „Pro Choice Köln“ hat wiederum ebenfalls 3.000 Teilnehmer für den Gegenprotest angemeldet. Nach Angaben der Kölner Polizei fielen die Teilnehmerzahlen am Samstag zunächst jedoch deutlich geringer aus als zuvor angemeldet. Bisher habe es keine Zwischenfälle gegeben, erklärte die Polizei gegen 13.40 Uhr. 

„Marsch für das Leben“ zieht seit 2023 durch Köln

Der „Marsch für das Leben“ findet unter diesem Namen seit 2002 in Berlin statt. Die parallele Demonstration in Köln gibt es seit 2023. Bis 2006 hieß die Demonstration „1000 Kreuze für das Leben“. Auch katholische Bischöfe werden beim „Marsch für das Leben“ erwartet.

Innerhalb der katholischen Kirche ist die Veranstaltung jedoch umstritten, unter anderem, weil teils rechtsextreme Aktivisten und AfD-Vertreter wie Beatrix von Storch bei den Demonstrationen mitliefen.

Kölner Ratsfraktionen distanzieren sich – nur AfD nicht

Laut „Spotlight Antifeminismus“, einem Projekt der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz, biete der Marsch aber eine Vernetzungsmöglichkeit für antifeministische Akteurinnen und Akteure aus christlich-fundamentalistischen und extrem rechten Milieus. Bis auf die AfD distanzierten sich im Vorfeld alle Kölner Ratsfraktionen von der Veranstaltung.

Zeitgleich zum „Marsch für das Leben“ und den Gegenprotesten gibt es laut Polizei Köln weitere Versammlungen auf dem Friesenplatz, dem Heumarkt und dem Rudolfplatz. Wenn möglich, sollten Bürgerinnen und Bürger darauf verzichten, am Samstag mit dem Auto in die Innenstadt zu kommen, rät die Kölner Polizei.

Polizei rät von Autofahrten in die Innenstadt ab

In der Innenstadt kann es zu kurzfristigen Sperrungen für den Verkehr kommen. Wegen der Eröffnungsfeier der Kölner Oper ist zudem die Nord-Süd-Fahrt zwischen Ursulastraße und Cäcilienstraße in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

In den Vorjahren war es am Rande des „Marsch für das Leben“ zu Auseinandersetzungen zwischen Abtreibungsgegnern und Gegendemonstranten gekommen. Das Bühnenprogramm auf dem Neumarkt musste von mehreren Hundertschaften der Polizei abgesichert werden. (das)