Hansa-Gymnasium800 Schülerinnen und Schüler demonstrieren für Demokratie und Vielfalt

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Schülerinnen und Schüler des Hansa-Gymnasiums halten bei einer Demo in der Kölner Innenstadt Schilder hoch.

Die Schülerinnen und Schüler des Hansa-Gymnasiums haben am bundesweiten Aktionstag „#IchStehAuf – Schulen für Demokratie und Vielfalt“ teilgenommen.

Am internationalen Tag der Demokratie waren Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte des Hansa-Gymnasiums in der Innenstadt unterwegs.

Seit vielen Jahren engagiert sich das Hansa-Gymnasium, die einzige Unesco-Projektschule Kölns, für Demokratiebildung, Menschenrechte, Vielfalt und respektvolles Zusammenleben. Am Dienstag, dem internationalen Tag der Demokratie, hat die Schule in diesem Sinne erneut ein Zeichen gesetzt. Rund 800 Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte demonstrierten in der Innenstadt für Gleichberechtigung, Toleranz, Offenheit und ein friedliches, demokratisches Miteinander.

Mit dabei waren: Schüler und Schülerinnen des Leverkusener Lise-Meitner-Gymnasiums. Und junge Ukrainer und Ukrainerinnen, die am „Recreation-Projekt“ des Hansa-Gymnasiums teilnehmen, das jungen Menschen aus dem von Russland mit Krieg überzogenen Land Erholung ermöglichen will.

Demonstrierende ziehen mit Sprechchören durch die Straßen

Begleitet von der Polizei zog die Menge vom Klingelpützpark aus mit Plakaten und Schildern durch die Straßen und gab ihrem Anliegen in Sprechchören Ausdruck. Immer wieder skandierten die Demonstranten und Demonstrantinnen „Wir stehen auf“, um die Parolen zu bekräftigen, die über Megaphon ausgegeben wurden: „für Vielfalt“, „für Gleichberechtigung“, „für Meinungsfreiheit“ und für viele andere demokratische Werte.

Bereits vor zwei Jahren hatte sich das Hansa-Gymnasium am bundesweiten Aktionstag „#IchStehAuf – Schulen für Demokratie und Vielfalt“ beteiligt. Die Initiative ist von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung ins Leben gerufen worden. Mit Unterstützung der Schulleitung und Lehrkräfte organisierte die Schüler- und Schülerinnenvertretung (SV) des Hansa-Gymnasiums die Fortsetzung der Initiative mit einer weiteren Demonstration.

Klassen und Kurse gestalten eigene Plakate

Auf Anregung der Unesco-AG gestalteten die Klassen und Kurse eigene Transparente. Jede Lerngruppe verständigte sich auf einen zentralen Wert, für den sie „aufstehen“ wollte. Beispielsweise ging eine Klasse für Menschenwürde auf die Straße, ein Kurs für Bildungsgerechtigkeit und eine andere Klasse für die Rechte von Menschen, deren geschlechtliche Identität oder sexuelle Orientierung von der der Mehrheit abweicht. Auf einem der Pappschilder stand „Auf keinen Fall, Digga“, die Anfangsbuchstaben der Substantive deutlich hervorgehoben. „Wenn die AfD an die Macht käme, wäre wahrscheinlich auch unsere Schule von Abschiebungen betroffen“, sagte Liza aus Klasse 9a.

Schülerinnen und Schüler des Hansa-Gymnasiums bei einer Demonstration in der Kölner Innenstadt

Parolen rufend zogen die Schülerinnen und Schüler mit Transparenten durch die Stadt.

Gerade nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei es wichtig, „ein Zeichen zu setzen, dass wir so nicht weitermachen können“, sagte Klara Kellermann von der SV zu Beginn der Kundgebung. Niemand dürfe wegen seiner Herkunft, seiner sexuellen Orientierung oder einer Behinderung daran gehindert werden, sein Leben so zu gestalten, wie er es wolle. „Deshalb müssen wir junge Menschen, egal ob mit oder ohne Wahlrecht, vordenken. Denn es geht schließlich um unsere Zukunft, über die entschieden wird.“

Schulleiter freut sich über Engagement der Schülerinnen und Schüler

Schulleiter Moritz Magdeburg verwies im Gespräch auf den Leitspruch des Gymnasiums: „menschlich – mutig – miteinander“. Es freue ihn, wenn sich die Schüler und Schülerinnen selbstständig für Teilhabe und Demokratie starkmachten, zumal in einer Zeit, in der die gesellschaftliche Entwicklung Anlass zur Sorge gebe. Er sprach vom „Erziehungsauftrag“, die Schüler und Schülerinnen so zu festigen, dass sie für die Zeit danach „gut gerüstet“ seien.

Zwei Schülerinnen des Hansa-Gymnasiums mit ihrem selbstgemachten Plakat

Die Klassen und Kurse verständigten sich jeweils auf einen zentralen Wert, für den sie „aufstehen“ wollten.

Zum Zuspruch auf der Straße, der während der Demonstration immer wieder zu beobachten war, sagte er: „Hier in Köln geht es uns gut.“ In anderen Städten und erst recht im ländlichen Raum müsse man mit mehr Gegenwind rechnen. In jedem Fall sei es wichtig, „Flagge zu zeigen“.

Unterdessen haben sich Kölner Gymnasien, darunter auch das Hansa-Gymnasium, unter dem Motto „36 Schulen. Viele Stimmen. Ein Vibe: Demokratie & Vielfalt“ zusammengeschlossen, um das demokratische Miteinander zu stärken. Die Demo am Dienstag bildete den Auftakt. Einrichtungen anderer Schulformen sind eingeladen, sich anzuschließen.