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100-jähriges BestehenMitglieder des TSV Blankenheim feiern runden Geburtstag

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Einige Mitglieder haben sich zum Gruppenfoto postiert und halten des Vereins banner.

Freude über das 100-jährige Vereinsbestehen: Vorstand und Mitglieder des T.S.V. Blankenheim in der Weiherhalle.

Der TSV Blankenheim widmet sich seit seiner Gründung dem Breitensport. Heute hat er 450 Mitglieder aller Altersklassen.

Die Jubiläumsfeier fand in eben jenem Saal statt. Weil die vom Vennbrand herüberziehende Rußwolke auch das obere Ahrtal und Blankenheim erreicht hatte, verlegten die Verantwortlichen des Sportvereins die kleine offizielle Feierstunde zum 100-jährigen Bestehen kurzerhand in die Weiherhalle. Hier richtete Alexander Mauel, erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim, ein kurzes Grußwort an den T.S.V.-Vorstand mit Nils Wiederer (1. Vorsitzender), Dominic Hees (2. Vorsitzender) und Heidrun Vedder (Kassenwartin).

„100 Jahre – das waren Höhen und Tiefen. Aber das ist auch was für einen Verein“, so Mauel. Er assistierte dem Vorsitzenden Nils Wiederer anschließend bei der Überreichung von Urkunden für langjähriges ehrenamtliches Engagement im Verein. Katharina Koch, ehemalige Vorständin und Trainerin der Damenvolleyballmannschaft, Dieter Koll, ebenfalls Ex-Vorstand und Volleyballabteilungsleiter, Hussein Hassan, ehemaliger Kassenwart und Trainer der Tischtennisabteilung bei den Kindern und Jugendlichen, und Natasha Epp, Leiterin der Kinderturnabteilung, wurden ausgezeichnet.

In den Gründungsjahren konnten nur Männer Mitglied in dem Verein werden

450 Mitglieder hat der T.S.V. heute, der sich wie seit seiner Gründung nach wie vor als Breitensportverein versteht. Sportverein mit Teilnahme am Ligabetrieb ist man eher nicht. „Mehr als ein Drittel unserer Mitglieder ist beim Eltern-Kind-Angebot dabei“, so Christoph Kamann. Die größte reine Sportabteilung ist Volleyball mit mehreren Mannschaften, beginnend mit dem U14-Mixed-Team.

Der T.S.V. war 1926 als Breitensportverein nur für Männer gegründet worden. Geräteturnen, Handball und Leichtathletik waren im Angebot. Ab dem Jahr 1927 kam das „Kinder-, Mädchen- und Frauenturnen“ dazu, das schnell zu einer der größten Abteilungen des Vereins wurde. Bis 1936 entwickelte sich das Vereinsleben stetig weiter. Dann löste sich aber unter dem Druck der Vereinheitlichungssportpolitik der Nationalsozialisten die Deutsche Turnerschaft auf. Auch der T.S.V. habe seine Eigenständigkeit verloren, heißt es im Vereinsarchiv.

Mehr als ein Drittel unserer Mitglieder ist beim Eltern-Kind-Angebot dabei. 
Christoph Kamann, Beisitzer im Vorstand

Der Neuanfang nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte 1947 von einer „Gruppe alter Vereinsmitglieder“, heißt es in der Chronik. Man wollte jetzt vor allem Fußball spielen, dazu kamen Tischtennis, Leichtathletik wie gehabt und Schwimmen. Die größten sportlichen Erfolge feierte der T.S.V. Blankenheim nach der Neugründung in den 1950er-Jahren – allerdings in der Leichtathletik. Sieger wurden Blankenheimer Mannschaften etwa bei den Kreisjugendmeisterschaften 1953, als die 4-mal-75-Meter-Staffel der „Mädel“ den ersten Platz belegte.

Beim Waldlauf des Oberahrbezirks 1952 gab es den ersten Platz, wie auch beim Frühjahrs-Waldlauf des Oberahrkreises 1953, ausgerichtet in Dollendorf. Oder bei den Kreis-Waldlauf-Meisterschaften 1954, als die Jugend die 5-mal-200-Meter-Staffel gewann. Leichtathletik-Kreismeister des T.S.V. in weiteren Disziplinen gab es in den Jahren 1950, 1952, 1953, 1959, 1961, 1968, 1969.

1952 wurde der erste eigene Sportplatz eingeweiht

Die 1950er-Jahre waren aber auch das Jahrzehnt, in dem sich der Verein erfolgreich um neue Sportstätten kümmerte. Fußball habe man in der Nachkriegszeit auf einem Platz auf der Mülheimer Heide gespielt, ist in der Festschrift zum 25-jährigen Vereinsbestehen 1952 nachzulesen. Das war auch der Anlass zur Einweihung des ersten eigenen Sportplatzes unterhalb der heutigen Weiherhalle. Der Bau war unter anderem dank Mittel des Sportverbands Mittelrhein ermöglicht worden, der Gelder aus dem Toto-Glücksspiel zur Verfügung stellte. Willy Müller, Landrat des damaligen Kreises Schleiden, lobte: „Diese Einweihung bedeutet einen weiteren Fortschritt für die Entwicklung des schönen Eifelstädtchens Blankenheim nach dem Krieg!“

Die Vereinsverantwortlichen aber dachten schon weiter: Eine Turnhalle müsse her, heißt es in der Festschrift, die Sportstätte für die Schwimmabteilung stand offenbar nicht direkt auf der Agenda. Dafür wurde offenbar „das Blankenheimer Strandbad“ genutzt, es dürfte sich um den heutigen Weiher gehandelt haben. 1964 eröffnete das Freibad oberhalb im Giesenbachtal, das wiederum wegen hoher Asbestbelastung 2015 geschlossen und 2018 abgerissen wurde.

Vereinsmitglieder packten beim Bau der Weiherhalle kräftig mit an

Die Weiherhalle sollte das bis heute bedeutendste Bauwerk in Blankenheim sein, das maßgeblich mit Unterstützung des T.S.V., dessen Vereinsmitglieder Hunderte von Stunden in Eigenleistung erbrachten, errichtet wurde. Die Finanzierung habe sich zunächst als schwierig erwiesen, heißt es im Vereinsarchiv. Am Ende aber bezahlten die Gemeinde, das Land NRW und die Verbände den Bau. Am 6. November 1955 wurde die Halle, die im Keller ein Lehrschwimmbecken hatte, eingeweiht. Von Anfang an war sie auch als Festhalle für die Gemeinde gedacht, als die sie heute ausschließlich genutzt wird. Als Sporthalle nutzt der T.S.V. Blankenheim heute die Mehrfachturnhalle an der Gesamtschule Eifel und die Turnhalle der Ahr-Grundschule in Blankenheim.

Im 100. Jahr seines Bestehens ist die größte Abteilung des T.S.V. Volleyball, gefolgt von Tischtennis und Badminton. Dazu kommen das beliebte Eltern-Kind-Turnen und diverse Fitness- und Funktionsgymnastikangebote, so Vorstandsbeisitzer Christoph Kamann. Der kleinen Feierstunde in der Weiherhalle folgte ein buntes Spiel-, Spaß- und Sportprogramm für Kinder und Familien an den Freizeitsportanlagen im Giesenbachtal. Im Anschluss wurde mit dem Karnevalsverein Blankenheim die Kirmes gefeiert.