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Fußball-Kreisliga AFast 2000 Kilometer pro Monat für die SG Flamersheim/Kirchheim

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Tom Thiele trägt ein Dortmund-Trikot und hält einen Fußball im Arm.

Ein Düsseldorfer im Dortmund-Trikot bei FlaKi: Tom Thiele.

Tom Thiele läuft seit einem Praktikum bei der Spielgemeinschaft Flamersheim/Kirchheim auf. Er wohnt allerdings nicht um die Ecke.

Tom Thiele lebt und arbeitet in Düsseldorf, seine Fußballschuhe schnürt der 25-Jährige allerdings für die SG Flamersheim/Kirchheim. Training, Spiele, Staus und hohe Spritkosten – für Thiele gehört all das inzwischen zum Fußballalltag. Rund 74 Kilometer sind es von seiner Wohnung in Düsseldorf bis nach Flamersheim, nach Kirchheim noch mehr. „Auf rund 450 Kilometer könnte ich schon kommen pro Woche“, sagt Thiele. Bezahlt werde ihm die Pendelei nicht. Die Antwort auf die Frage, warum er sich das als Amateurfußballer antut, vor allem, weil er nicht aus der Region stammt, ist weitaus tiefsinniger als nur Fußball.

Den Weg zur SG fand Thiele eher zufällig. „Das sind eigentlich drei Teilgeschichten“, erklärt er. Einer seiner Onkel wohnt in Flamersheim, in seiner Kindheit war der Besuch für ihn immer ein Erlebnis: „Euskirchen war für mich immer eine Großstadt. Dass es hier einen Kaufhof gibt, war damals für mich besonders.“ Er selbst stammt aus einem „2000-Seelen-Dorf“ in Niedersachsen, nahe Celle. Für sein Studium zog er nach Dortmund, im Frühjahr 2025 absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum in Bonn und wohnte für die Zeit bei seinem Onkel: „Er fragte einfach bei Marco Markwald an, ob ich mal mittrainieren könne.“ Ein Zweitspielrecht ermöglichte schließlich die Teilnahme an Spielen. Aus der Übergangslösung wurde mit der Zeit eine Dauerlösung.

Der Spieler ist voller Begeisterung für das eigene Team

Als zweiten Grund nennt er einschneidende Erlebnisse: „Ich befand mich damals privat in einer schwierigen Phase. Die Mannschaft bekam davon wenig mit, aber mit ihrer offenen Art und Weise haben die Jungs mich aufgefangen und mir echt den Arsch gerettet“, gesteht der 25-Jährige. Seine Begeisterung für die Mannschaft ist riesig: „Da ist nicht ein Arschloch dabei. Es gibt niemanden, der nicht spontan auf einen Kaffee vorbeikommen könnte.“

Da ist nicht ein Arschloch dabei. Es gibt niemanden, der nicht spontan auf einen Kaffee vorbeikommen könnte.
Tom Thiele

Auch Trainer Markwald schätzt seinen Spieler: „Tom ist jemand, der sehr stabil ist. Er hat viel Willen, zu verteidigen und zu wühlen – eine Rarität im Kader.“ Thiele ist ein Allrounder: Eigentlich im Mittelfeld zu Hause, hat er unter Markwald bereits auf dem Flügel, vorne und auf der Sechs gespielt. Weil Urlaub, Verletzungen, Arbeit und Abstiegskampf bei seinem Heimatverein TuS Hermannsburg dazwischenkamen, absolvierte Thiele in rund eineinhalb Jahren erst zehn Spiele für FlaKi. „Wir werden hoffentlich in dieser Saison endlich herausfinden, wo er uns konstant helfen kann“, sagt Markwald. Denn Thiele entschied sich im Sommer, dass Zweitspielrecht aufzugeben und sich voll auf die SG zu konzentrieren.

Kurios: Auch bei der Wohnungssuche in Düsseldorf half FlaKi mit, genauer Ex-Spieler Lukas Heiwolt: „Er überließ mir damals seine Wohnung, als er für ein Auslandssemester nach Paris ging, und half mir so beruflich enorm weiter.“ Für Thiele ist das ein weiterer Grund, der SG treu zu bleiben. „Man macht ja das, was einem guttut“, so Thiele. Das bestätigt auch Trainer Markwald: „Man sieht ihm die Freude an und dass er sich hier wohlfühlt.“ Sportlich hat Thiele ein Ziel: „Ich will den Kader ein bisschen aufmischen und den Konkurrenzkampf hochhalten.“