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FrauenfußballFüssenich-Geich gehen die Spielerinnen aus

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Saskia Reder nimmt einen Ball artistisch an.

Artistische Ballannahme durch Zülpichs Saskia Reder.

Der VfL Kommern hat die Zwangspause gut überstanden und bestreitet nun das Bezirksligaduell im Kreispokal-Halbfinale gegen Wißkirchen.

Landesliga 2: TB-SV Füssenich-Geich – TuS Chlodwig Zülpich 0:5 (0:2). Derbys im Fußball versprechen im Regelfall vor allen Dingen eins: Spannung. Doch im Zülpicher Landesliga-Stadtderby war zum Saisonende die Luft raus. Für beide Teams ging es um nichts mehr. Und vor allen die Gastgeberinnen gehen so dermaßen auf dem Zahnfleisch, dass sie hoffen, dass die Saison bald vorüber ist.

Personalprobleme: Die Füssenicher Ersatzbank war verwaist

Leere Bänke gehören zum festen Anblick in Problemstadtteilen. Davon ist Füssenich weit entfernt. Im Gegenteil: Der Sportplatz ist Idylle pur, ein Bach rauscht, es zirpt und zwitschert. Dennoch war die Ersatzbank der Heimmannschaft komplett verwaist. Stattdessen saßen Spielerinnen auf Plastikstühlen daneben, einige mit bandagierten Gliedmaßen. Trainer Moritz Barber stand keine Auswechseloption zur Verfügung. Torfrau Michelle Leyendecker lief im Sturm auf. Dafür stand Hannah Röttgen, eigentlich Mittelfeldspielerin, zwischen den Pfosten. Das zeigt das ganze Dilemma.

Die leere Ersatzbank der Heimmannschaft. Daneben sitzen Zuschauer, darunter auch verletzte Spielerinnen, auf Stühlen.

Die Ersatzbank der TB-SV Füssenich-Geich war leer.

Und das wurde während des Spiels noch größer. In der 47. Minute waren sich Füssenichs Kapitänin Ronja Friedl und Gästespielerin Milena Ronig in die Quere gekommen. Im Zweikampf hat Friedl wohl einen Ellbogen an die Schläfe bekommen. Sie wurde minutenlang behandelt und musste vom Feld. Da es – siehe oben – keine Auswechselmöglichkeit gab, spielte die Heimmannschaft fortan in Unterzahl. Rund 20 Minuten später waren dann nur noch neun Füssenicherinnen auf dem Feld, nachdem Sina-Marie Sendscheid mit Zülpichs Julia Scaramozza zusammengeprallt war. Während Scaramozza schnell wieder auf den Beinen war und humpelte, machte bei Sendscheid das Knie nicht mehr mit.

Unterschiedsspielerin Celine Hilgers sollte eigentlich nicht direkt spielen

Auch bei Zülpich gab es einen ungeplanten Tausch. Weil Kapitänin Jana Hermes kurzfristig vor dem Spiel nicht einsatzfähig war, brachte Trainer Christof Hilgers eine Spielerin, die vermutlich jeder Landesligist gerne als Option auf der Bank hätte: Celine Hilgers. Die soll nach einer Bänderverletzung im Fuß eigentlich noch ein wenig vorsichtig machen, vor allen Dingen auf tiefem Rasen hat sie noch Probleme. Davon war aber nichts zu spüren.

Alles, was Hilgers machte, hatte Hand und vor allen Dingen Fuß: Ihre Ballannahmen, ihre Laufwege, ihre Pässe – und ihre Tore. Die ersten drei Zülpicher Treffer gingen allesamt auf ihr Konto: Beim ersten stand sie nach einem Freistoß von Saskia Reder frei und umkurvte Röttgen (6.), beim zweiten senkte sich eine Bogenlampe, an der Röttgen noch mit den Händen war, in den Winkel (31.). In der 60. Minute machte sie den Olise (ehemals Robben): Sie zog nach innen und schlenzte den Ball mit links in den Winkel.

Ersatzgeschwächte Füssenicherinnen kamen kaum vors Tor

Zwei Tore sind noch gefallen: Das 4:0 besorgte Mira Wolter (82.), das 5:0 Julia Poth (90.). Und es hätte durchaus höher ausfallen können. Alleine Melina Born dürfte von vergebenen Hochkarätern träumen. Die stark ersatzgeschwächten Füssenicherinnen kamen tatsächlich nur einmal sehr gefährlich vors Tor: Ein Freistoß von Lara Theilmann prallte an die Latte (21.).


Wißkirchen probiert es gegen Brauweiler mit Systemumstellung

Bezirksliga 2: GW Brauweiler – SC Wißkirchen 2:2 (1:1). „Von der ersten bis zur letzten Minute war beiden Mannschaften die Wichtigkeit des Spiels anzumerken“, beschrieb SCW-Trainer Horst Bartz die Atmosphäre beim Spiel gegen den direkten Verfolger Brauweiler. Nach 90 Minuten stand eine „mehr als verdiente“ Punkteteilung zu Buche, befand Bartz, der sein Team mit einer offensiveren Ausrichtung als zuletzt in das Duell der Tabellennachbarn geschickt hatte.

Doch die taktische Umstellung hatte ihren Preis: Durch einen Stellungsfehler bot sich Brauweiler der Raum, ihre Stürmerin in Szene zu setzen. Die Konsequenz: Die frühe 1:0-Führung der Gastgeberinnen (12.). Nicht lange auf sich warten ließ jedoch die Antwort des SCW: Nach Vorarbeit von Theresia Brenner veredelte Jana Hilger wenig später einen technisch sauber vorgetragenen Angriff zum Ausgleich (25.). Mit 1:1 ging es in die Pause.

In Hälfte zwei dauerte es bis zur 88. Minute, bevor Wißkirchens Maike Franzen das laut Bartz „unglücklich nach einer gegnerischen Ecke entstandene Eigentor“ (49.) ausgleichen konnte. Zuvor verpassten Adriana Kinzig und Jana Hilger bereits hochkarätige Chancen auf den Ausgleich. „Sowohl die Systemumstellung als auch die Witterung hatten Einfluss auf unser Spiel. Die Besetzung der Positionen bei Ballbesitz war nicht optimal. Dennoch hat das Team eine enorme Willensstärke und Entschlossenheit gezeigt“, fasste der SCW-Coach zusammen. Zwölf Zähler sammelte Wißkirchen und belegt unverändert Tabellenplatz acht.

Jana Opgenorth trifft doppelt beim Sieg in Eschweiler

Bezirksliga 3: FC Eschweiler – VfL Kommern 1:3 (1:2). Nach zwei Spielabsetzungen in Folge durfte der VfL Kommern nach drei Wochen wieder auf dem Rasen um Punkte in der Liga kämpfen. Gegen Eschweiler verhinderte allerdings die schwache Chancenverwertung eine frühzeitige Entscheidung und ein deutlicheres Ergebnis, so VfL-Coach Sascha Wagner. Bereits in der 8. Minute stellte Kommerns Jana Opgenorth mit ihrem zwölften Saisontreffer die Weichen auf Sieg. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Gastgeberinnen (25.) sorgte Ina Schneiders für die 2:1-Pausenführung (38.). Mit ihrem zweiten Treffer machte Opgenorth spät alles klar (88.). „Ein verdienter Sieg und drei wichtige Punkte. Aus einer starken Defensive konnten wir Eschweiler immer wieder mit gutem Umschaltspiel vor Probleme stellen“, resümierte Wagner.

Im Kreispokal kommt es am heutigen Mittwoch (Rasenplatz Kommern, 18.30 Uhr) zum Bezirksliga-Duell zwischen dem VfL und dem SC Wißkirchen.


Kreisliga A: FFC Bergheim – VfL Kommern II 2:1 (1:1). Torschützin: Joana Schlegel (44.).

SG Hellenthal – SV Mutscheid 3:3 (1:1). Torschützinnen für Hellenthal: Alena Rauw (9.), Nancy Flindt (47.), Lena Fink (60.). Für Mutscheid: Stefanie Drießen (44., 65., 70.).


Das sind die Partien des nächsten Spieltages

Landesliga: Am 17. Mai empfängt Füssenich Aufsteiger SV Merken (13 Uhr). Zülpich reist zum Tabellenzweiten Burtscheider TV (15.30 Uhr).

Bezirksliga Staffel 3: Kommern duelliert sich auswärts mit dem Tabellenvierten TV Konzen (13 Uhr).

Kreisliga A: Hellenthal hat den FFC Bergheim zu Gast (12.30 Uhr), Mutscheid empfängt Tabellenführer Friesheim (11 Uhr).