Leroy Zeller, der in den USA erfolgreich Fußball spielte, hat ein Fitnessstudio in Zülpich übernommen. Er arbeitet auch in anderen Firmen.
Bezahlsystem entwickeltFrüherer Fußballtorwart aus Sinzenich ist jetzt Unternehmer

Der Sinzenicher Leroy Zeller übernimmt das Fitnessstudio Bodyline in Zülpich. Gleichzeitig hat er ein Startup zur Bezahlung in Arcade-Hallen gegründet.
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Für Leroy Zeller war Fußball lange weit mehr als nur ein Sport. „Fußball war immer eine Herzensangelegenheit“, sagt der 25-Jährige aus Sinzenich. In seiner Jugend spielte er unter anderem für Viktoria Köln und Greuther Fürth, später stand er als Torwart bei Alemannia Aachen zwischen den Pfosten.
Besonders vermisst er heute das Leben in der Kabine, die Atmosphäre im Stadion und den Adrenalinkick. Doch irgendwann passte es sportlich und menschlich nicht mehr. „Entweder bist du der Beste oder du musst härter arbeiten, um der Beste zu werden“, sagt Zeller. Mit internen Machtspielen und politischen Entscheidungen im Fußball konnte er sich zunehmend nicht mehr identifizieren.
Leroy Zeller gründete schon früh ein Unternehmen
Während viele Mitspieler ausschließlich auf ihre Karriere auf dem Platz fokussiert waren, begann Leroy Zeller bereits früh, parallel ein Unternehmen aufzubauen. Mit seinem Freund Kevin Weselski gründete er 2019 die spätere ZW Media GmbH. Weselski brachte als Fullstack-Entwickler das technische Know-how mit, Zeller kümmerte sich um Netzwerk, Management und wirtschaftliche Themen.
Der eigentliche Wendepunkt folgte 2022. Über Beziehungen entstand der Kontakt zu einer Arcade-Spielhalle in Kerpen-Sindorf. Dort stellte sich die Frage, wie moderne Bezahlsysteme für Arcade-Automaten umgesetzt werden könnten. Zeller erkannte das Potenzial. Inspiriert von Konzepten aus den USA, wo er mehrere Jahre am College verbracht hatte, versprach er dem Betreiber kurzerhand, ein eigenes System zu entwickeln – obwohl das Team damals kaum Erfahrung in diesem Bereich hatte.

Derzeit baut Leroy Zeller das Fitnessstudio an der Industriestraße in Zülpich um.
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„Eigentlich konnten wir gar nichts davon“, sagt Zeller heute lachend. Dennoch entwickelten die beiden innerhalb weniger Monate ein komplettes RFID-Bezahlsystem für Arcade-Hallen. Dabei laden Kunden Guthaben auf Karten oder Chips, bezahlen kontaktlos an Automaten und sammeln digitale Tickets für Gewinne. Die ersten Prototypen entstanden noch in Handarbeit: Rund 60 Geräte wurden selbst gelötet und verkabelt.
Aus dieser Idee entstand später „ArcadePilot“. Das Unternehmen entwickelte sich nach eigenen Angaben inzwischen zum deutschlandweit führenden Anbieter für Hardware- und Softwarelösungen in modernen Arcade-Hallen. Rund 25 Kunden in Deutschland sowie weitere Standorte in der Schweiz, Österreich und den Niederlanden setzen mittlerweile auf die Systeme aus dem Rheinland. Inzwischen geht das Geschäft weit über reine Kartensysteme hinaus. Zum Portfolio gehören heute Kassensysteme, Self-Service-Kioske und komplette Softwarelösungen für „Family Entertainment Center“ – von Bowlingbahnen über Lasertag bis hin zu Escape Rooms.
Der nächste große Schritt
Mit dem Wachstum kamen Investoren und neue Partnerschaften hinzu. Über Kontakte entstand schließlich die Zusammenarbeit mit Unternehmer Fabian Simon und der Unternehmensgruppe Arcade Entertainment GmbH. Nun folgt der nächste große Schritt: Die Arcade Entertainment GmbH übernimmt ArcadePilot vollständig – für einen niedrigen siebenstelligen Euro-Betrag.
Im Zuge der Übernahme wechseln Leroy Zeller und Kevin Weselski in die Führungsebene der Unternehmensgruppe. Gleichzeitig wurde die neue Arcade Solutions GmbH gegründet, in der ArcadePilot künftig als zentrales Technologieprodukt weiterentwickelt und international skaliert werden soll.
Zeller kümmert sich um die strategische Ausrichtung
Weselski übernimmt dort mit Zeller die Geschäftsführung. Als Head of Development verantwortet Weselski künftig die Weiterentwicklung der bestehenden Systeme sowie neue skalierbare Softwarelösungen für den internationalen Arcade-Markt. Zeller konzentriert sich innerhalb der Arcade Solutions GmbH auf die strategische Ausrichtung, wirtschaftliche Steuerung und den Ausbau der Kundenbeziehungen.
Darüber hinaus verstärkt der 25-Jährige künftig auch die Geschäftsführung der Arcade Entertainment GmbH an der Seite von Fabian Simon und Michael Klingner. Dort soll er vor allem die Skalierung der gesamten Unternehmensgruppe vorantreiben. Schwerpunkte liegen dabei auf dem Ausbau der Eigenmarke „GamePalace“ sowie auf der Entwicklung eines Franchise-Systems.
Wir wollen europaweit die Nummer eins werden.
Aktuell existieren bereits mehrere eigene Arcade-Standorte, unter anderem in Hameln, Bremen – und künftig auch in Braunschweig. Zellers Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen europaweit die Nummer eins werden.“
Parallel gründete Zeller außerdem die „Zeller Management & Consulting GmbH“. Die Idee entstand aus seinen Erfahrungen im Profisport. „Viele Fußballprofis verdienen gutes Geld, beschäftigen sich aber zu spät mit der Zeit nach der Karriere“, sagt er. Genau dort setzt sein Unternehmen an: als Berater und Umsetzungspartner für Geschäftsideen von Sportlern und Unternehmern. „Die meisten nutzen ihr Kapital und ihre Reichweite nicht richtig“, sagt Zeller. Mit seinem Team begleitet er Kunden von der Analyse bis zum Aufbau neuer Geschäftsmodelle.
Die Familie ist mit dem Fitnessstudio schon länger verbunden
Besonders persönlich ist für ihn jedoch ein anderes Projekt: die Übernahme des ehemaligen Bodyline-Fitnessstudios an der Industriestraße in Zülpich. Das Studio begleitet seine Familie seit Jahrzehnten. Seine Mutter arbeitete dort bereits früh als Kursleiterin. Nun soll daraus ein modernes Gesundheits- und Lifestyle-Studio mit Yoga-Bereich, Reformer-Pilates, Lounge und Café-Konzept entstehen.
Für seine Mutter, die Erzieherin in einer Kita ist, erfülle sich damit ein langjähriger Traum. „Ich habe meiner Mutter gesagt: Kündige im Kindergarten und mach endlich deinen Traum wahr“, erzählt Zeller.
Das Konzept soll bewusst familiär bleiben – als Gegenmodell zu anonymen Fitnessketten. Neben klassischem Training setzt Zeller auf persönliche Betreuung, Gesundheitsangebote und Aufenthaltsqualität. Der Alltag des ehemaligen Torhüters ist inzwischen streng getaktet: morgens Training, tagsüber Fokus auf das Arcade-Geschäft, nachts oft Meetings mit Produktionspartnern in China. Dort werden mittlerweile Hardware-Serien von mehreren Hundert Geräten gefertigt.
Trotz des rasanten Wachstums blickt Zeller weiter nach vorn. Langfristig möchte er in die USA auswandern. Bis 2030 will er diesen Schritt geschafft haben – idealerweise mit einem international expandierenden Unternehmen im Rücken.
In den USA den College-Rekord gebrochen
20 Spiele, 70 Paraden, durchschnittlich 0,99 Gegentore pro Partie – Leroy Zeller hat vor vier Jahren bei den Gauchos in Santa Barbara (USA) eine starke Saison gespielt – und sich in die Geschichtsbücher eingetragen. Der Sinzenicher brach mit seinem Team nicht nur den College-Rekord für die meisten Zu-null-Spiele, sondern erreichte auch das Finale um den „Big West“-Titel.
Für seine Leistungen wurde der Global-Business-Student gleich doppelt ausgezeichnet: Zeller wurde „Goalkeeper of the Year“ der Liga und bester College-Torwart. Der Lohn für seine herausragenden Leistungen: ein Probetraining beim englischen Erstligisten Nottingham Forest. Aus einem Engagement dort wurde allerdings nichts. Stattdessen wechselte der Sinzenicher zu Alemannia Aachen.
